18.05.2016, 13:41 Uhr | 0 |

5000 km Reichweite Chinas neue Rakete DF-26 kann US-Stützpunkt Guam im Pazifik erreichen

China hat eine ballistische Rakete entwickelt, die mit einer Reichweite von gut 5000 km erstmals vom chinesischen Festland aus amerikanische Ziele erreichen kann. Vor allem das amerikanische Militärzentrum im Pazifik, die Insel Guam, hat China mit der neuen DF-26-Rakete im Visier. Das hat der Rakete bei den US-Militärs schon den Namen „Guam Killer“ eingebracht.

Präsentation der neuen chinesischen Mittelstreckenraketen auf dem Platz des Himmlischen Friedens
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Die neuen Dongfeng-Mittelstreckenraketen hat China bereits auf einer Militärparade in Peking präsentiert. Die neue DF-26 soll mit einer Reichweite von mehr als 5000 km leicht den amerikanischen Militärstützpunkt Guam im Pazifik erreichen und zerstören können.

Foto: Adrian Bradshaw/dpa

Bei der DF-26 handelt es sich um eine sprunghafte Weiterentwicklung der alten DF-21-Rakete, die anfangs nur eine Reichweite von gut 1000 km aufwies. Zugleich haben die chinesischen Ingenieure die Nutzlast der Rakete kräftig gesteigert und die Zielgenauigkeit wesentlich erhöht. Die beiden Buchstaben DF stehen für Dongfeng, auf deutsch Ostwind.

Nach Einschätzung der amerikanische Regierungsorganisation US-China Economic and Security Review Commission kann die DF-26 mit ihrer Reichweite von mehr als 5000 km Guam im Pazifik erreichen. Dort haben die USA Fernbomber stationiert. Zudem ist Guam ein wichtiger Stützpunkt für amerikanischen Unterseeboote. Der amerikanische Rand Think Tank kommt zu der Einschätzung, dass China im Konfliktfall leicht Hundert DF-26-Raketen auf Guam abschießen könnte.

DF-26 hat eine Nutzlast von 1,8 Tonnen 

Die DF-26 ist wie die DF-21 für nicht-nukleare Sprengladungen konzipiert worden. Ihre Nutzlast erreicht maximal 1,8 t. Zu den Schwächen der chinesischen Raketenentwicklung zählte lange Zeit die zu geringe Zielgenauigkeit. Die DF-26 verfügt nun über ein neues, von China selbst entwickeltes Navigationssystem, das dieser Rakete eine Treffgenauigkeit von etwa 100 m geben soll.

Schlimmstenfalls würde also das Ziel um 100 m verfehlt. Bei einem Landziel ist das tragbar, vor allem wenn innerhalb eines kurzen Zeitraums eine ganze Reihe von Raketen gestartet werden können.

Zielgenauigkeit reicht nicht für Schiffe auf hoher See

Anders sieht es bei Seezielen wie Schiffen aus, bei denen eine Rakete, die 100 m neben dem Ziel einschlägt, nur als Versager bewertet werden kann. Deshalb hat die chinesische Wehrtechnik bei der Entwicklung der DF-26 zunächst die Version für Landziele in Angriff genommen. Eine spezielle Version der DF-26 für die Seekriegführung ist geplant.

 

Zur DF-26 gehört auch der Transporter mit der Kurzbezeichung HTF5680, den der Fahrzeughersteller Taian entwickelt hat. Dieses Unternehmen baut eine Vielzahl von Spezialfahrzeugen für die chinesische Volksbefreiungsarmee. Der HTF5680 wiegt rund 35 t und verfügt über eine etwa gleich große Nutzlast.

Deutz-Motor treibt Trägerfahrzeug der DF-26 an

Angetrieben wird das zwölfrädrige Fahrzeuge von einem in China in Lizenz gebauten Deutz-Dieselmotor mit 517 PS. Das Fahrzeug ist auf eine überaus schnelle Stellungsveränderung ausgelegt, um sich einem Gegenschlag entziehen zu können. Obwohl der HTF5680 im Prinzip ein Straßenfahrzeug ist, kann er in gewissem Umfang auch im Gelände fahren. Dazu ist unter anderem der Reifendruck während der Fahrt veränderbar.

Taian scheint bislang erst 16 dieser Fahrzeuge für die chinesische Artillerieeinheit ausgeliefert zu haben.

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Von Peter Odrich
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