04.12.2013, 13:32 Uhr | 1 |

Lösung für Energieprobleme Japaner wollen riesigen Solarpark auf dem Mond bauen

Die Japaner wollen das Energieproblem der Zukunft lösen. Ihre Vision: Eine riesige Solar-Park-Anlage auf dem Mond, welche alle Länder der Erde mit Energie versorgen kann. Kohle- und Atomkraftwerke wären keine mehr nötig. Außerdem würde der CO2-Ausstoß gestoppt. 

Luna-Ring
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Solarzellen auf dem Mond: Der “Luna-Ring” soll Strom für alle Erdenbürger liefern.

Foto: Shimizu Corporation

Was sich nach Science Fiction anhört, ist tatsächlich der Plan der japanischen Architektur- und Ingenieurfirma Shimziu. Diese will einen Gürtel von Solarfeldern rund um den Mond bauen, der eine Breite von 400 und eine Länge von 11.000 Kilometern haben soll. Das entspricht der Länge des Äquators. Die Japaner nennen den Gürtel auch Luna-Ring. 

Mondroboter werden den Bau übernehmen

Spezielle Mondroboter sollen den Solargürtel bauen. Sie werden sämtliches Material auf den Mond transportieren und dort verarbeiten. Auch die dafür notwendigen Fabriken sollen von den Robotern gebaut werden. Gesteuert werden sollen die Roboter rund um die Uhr von der Erde aus. Ein Astronautenteam wird die Roboter nach den Plänen der Firma Shimziu bei ihrer Arbeit unterstützen.

Energieerzeugung rund um die Uhr

Der Mond bietet riesige Vorteile für die Errichtung von Solaranlagen. Zum einen steht viel Platz zur Verfügung. Außerdem scheint die Sonne rund um die Uhr. Die Solaranlagen auf dem Mond können dem Konzept nach 24 Stunden täglich und sieben Tage wöchentlich Energie erzeugen. Das ist möglich, da ein Teil des Solarbandes immer der Sonne zugewandt ist. Auf dem Mond existiert kein Wetter. Auf der Erde hingegen kann bei schlechtem Wetter, Wolken und in der Nacht keine Energie erzeugt werden.

Wie gelangt die Energie zur Erde?

Haben die Solar-Felder erst einmal Energie erzeugt, muss diese auch zur Erde transportiert werden. Das Konzept der Firma Shimziu sieht vor, dass Stromkabel die erzeugte Energie zuerst auf die Mondseite leiten, die der Erde zugewandt ist. Dort aufgebaute Laseranlagen und Mikrowellenantennen sollen die Energie zu speziellen Empfangsstationen auf die Erde senden. Geplant ist eine Produktion von 13.000 Terawatt pro Jahr.

Wem gehört der Mond?

Bevor mit dem Bau des Luna-Rings begonnen werden kann, muss zunächst geklärt werden, ob und wie die Firma Shimziu Grundbesitzrechte erwerben kann. Das Technologie-Fachmagazin Wired bezweifelt, dass dies überhaupt möglich sein wird. Denn im Jahr 1967 wurde von 98 Staaten der Weltraumvertrag unterschrieben. Er soll verhindern, dass einzelne Länder Himmelskörper wie den Mond in ihren Besitz nehmen können. Ergänzend wurde im Jahr 1979 ein Mondvertrag erstellt, der jedoch als gescheitert gilt. Denn nur 15 Länder haben ihn unterschrieben und ratifiziert.

Seit dem Jahr 2010 führen die Japaner Experimente und technologische Entwicklungen durch, um den Luna-Ring zu verwirklichen. Erste Pilotprojekte sollen in den 2020-er Jahren auf der Erde und der Mondoberfläche gezeigt werden. Die Vorbereitungen für den Baubeginn sind für die 2030-er Jahre geplant. Baubeginn soll 2035 sein.

"Ein Wechsel vom Verbrauch limitierter Ressourcen zu unlimitiertem Verbrauch sauberer Energie ist der ultimative Traum der Menschheit", heißt es auf der Webseite der Ingenieurfirma. Und den wollen die Japaner verwirklichen. Auf dem Mond. 

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Von Petra Funk
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kommentare
11.12.2013, 15:22 Uhr Progetti
Dieses Projekt zur Mondnutzung müsste im Auftrag der UNO von allen Staaten der Erde finanziert und genutzt werden. Sonst gibt es unweigerlich Streit.

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