Astronomie 27.02.2026, 12:30 Uhr

Planetenparade: Sechs Planeten gleichzeitig am Abendhimmel sichtbar

Ein seltenes Himmelsereignis sorgt für Aufsehen: Zur Planetenparade 2026 sind gleich sechs Planeten in der Abenddämmerung zu sehen – aber nur für wenige Minuten.

Der Sternenhimmel ist am Abend über dem Ostallgäu mit den Alpen zu sehen, links am Himmel der Planet Mars. Am heutigen Abend waren sechs Planten zeitgleich am Abendhimmel zu sehen.

Am kommenden Samstagabend (28.02) können Hobbyastronomen ein seltenes Himmelsereignis beobachten.

Foto: picture alliance / Jan Eifert | Jan Eifert

Eine seltene Planetenparade sorgt derzeit für Aufmerksamkeit am Abendhimmel: Merkur, Venus, Saturn, Neptun, Uranus und Jupiter stehen gleichzeitig über dem westlichen Horizont. Eine solche Planetenkonstellation ist ungewöhnlich – sie tritt nach Angaben von Carolin Liefke vom Haus der Astronomie nur etwa alle ein bis zwei Jahre auf.

Während normalerweise lediglich zwei oder drei Planeten zeitgleich mit bloßem Auge oder Teleskop zu sehen sind, zeigt sich nun gleich ein halbes Dutzend. Auch die NASA bezeichnet das Ereignis als „Planetenparade“.

Beste Beobachtungszeit: Nur wenige Minuten in der Dämmerung

Wer die Planeten am Abendhimmel beobachten möchte, sollte den richtigen Zeitpunkt wählen. Das Sichtfenster ist äußerst kurz: Zwischen 19.00 Uhr und 19.15 Uhr besteht die Chance, auch den lichtschwachen Neptun mit einem Teleskop zu entdecken.

Bereits ab etwa 18.30 Uhr lassen sich Merkur und Venus im Westen erkennen. Doch mit zunehmender Dunkelheit verschwinden die inneren Planeten schnell unter dem Horizont.
„Die Ansicht der Planeten gilt ausschließlich für einen kurzen Zeitraum in der Abenddämmerung», wird Liefke von der dpa zitiert. „Danach gehen Merkur, Venus, Saturn und Neptun im Westen unter und sind weg“.

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Was ist eine Planetenparade?

Der Begriff klingt spektakulär, beschreibt aber ein rein optisches Phänomen. Die Planeten unseres Sonnensystems bewegen sich auf leicht unterschiedlichen Umlaufbahnen um die Sonne, jedoch annähernd in einer gemeinsamen Ebene – der sogenannten Ekliptik.

Von der Erde aus betrachtet wirken sie deshalb manchmal so, als stünden sie dicht nebeneinander. Bei einer Planetenparade erscheinen mehrere Planeten gleichzeitig in einem begrenzten Abschnitt des Himmels.

Tatsächlich kommen sich die Himmelskörper dabei nicht näher. Zwischen ihnen liegen weiterhin Millionen oder Milliarden Kilometer. Der Eindruck einer „Reihe“ entsteht allein durch die Perspektive von der Erde.

Klare Sicht? Südosten mit besten Chancen

Für die Beobachtung der Planetenkonstellation ist ein wolkenloser Himmel entscheidend. Laut Deutscher Wetterdienst stehen die Chancen auf klare Bedingungen am frühen Samstagabend (28.02.2026) vor allem im Südosten Deutschlands gut.

Meteorologe Thore Hansen betonte, insbesondere der äußerste Südosten und Osten hätten Vorteile – darunter Südostbayern, Ostsachsen und Südostbrandenburg. In anderen Regionen könne der Blick auf die Planeten dagegen zum Glücksspiel werden.

Keine „Perlenkette“ am Himmel

Astronomin Carolin Liefke dämpft zudem überzogene Erwartungen. Häufig werde – vor allem in sozialen Medien – der Eindruck vermittelt, die Planeten stünden exakt wie auf einer Perlenschnur nebeneinander.

Tatsächlich verteilen sie sich entlang der Ekliptik und erscheinen lediglich in einem bestimmten Himmelsbereich. Von einer perfekt aufgereihten Linie könne keine Rede sein.

Wo stehen die Planeten konkret?

Ein Blick in die richtige Himmelsrichtung ist entscheidend:

  • Merkur, Venus, Saturn und Neptun stehen nahe am Westhorizont.
  • Jupiter ist im Südosten sichtbar – wer zuvor in den Westen geschaut hat, muss sich also umdrehen.
  • Uranus befindet sich hoch im Südsüdwesten, etwa zwischen Jupiter und den westlichen Planeten.

So lassen sich die Planeten am Himmel finden

Am leichtesten ist Jupiter zu erkennen. Laut Carolin Liefke ist er aufgrund seiner starken Helligkeit meist der erste Planet, der am Abendhimmel sichtbar wird.

Im Westen nahe dem Horizont fällt anschließend ein weiterer heller Lichtpunkt auf: die Venus. In ihrer Nähe können mit einem Fernglas auch Merkur und Saturn entdeckt werden.

Uranus steht höher im Südsüdwesten. Schwieriger ist Neptun – er ist so lichtschwach, dass er selbst mit einem Teleskop nur schwer auszumachen ist.

Mars hingegen ist derzeit nicht am Abendhimmel zu sehen. Er steht aktuell in Sonnennähe am Taghimmel und wird voraussichtlich erst ab Mitte des Jahres wieder sichtbar – dann am Morgenhimmel. (mit dpa)

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

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