Weltall 20.10.2020, 16:29 Uhr

Hubble-Weltraumteleskop: Unglaubliche Bilder aus den Tiefen des Alls

Seit 30 Jahren liefert das Hubble-Teleskop regelmäßig spektakuläre Bilder. Manche der Aufnahmen stellen die Wissenschaft immer noch vor Rätsel.

Dieses fantastische Aufnahme entstand 2010. Das riesige Gebilde aus Gas und Staub liegt innerhalb des Carina-Nebels (Entfernung zur Erde: 7500 Lichtjahre) und misst rund drei Lichtjahre. Foto: NASA, ESA, M. Livio and the Hubble 20th Anniversary Team (STScI)

Dieses fantastische Aufnahme entstand 2010. Das riesige Gebilde aus Gas und Staub liegt innerhalb des Carina-Nebels (Entfernung zur Erde: 7500 Lichtjahre) und misst rund drei Lichtjahre.

Foto: NASA, ESA, M. Livio and the Hubble 20th Anniversary Team (STScI)

Das fliegende Auge: In einer Höhe von 569 Kilometern umkreist das Hubble-Weltraumteleskop die Erde und liefert regelmäßig Bilder aus den Weiten des Alls.

Im Orbit werden gibt es keine störenden Regenwolken oder irdische Lichtverschmutzung, die die Sicht behindern und die Qualität der Fotos von Hubble beeinträchtigen könnten. Umso spektakulärer sind die Fotos, die das Teleskop schießt: Aufnahmen unseres Sonnensystems, aber auch von Galaxien, die viele Milliarden Lichtjahre weit entfernt sind.

Hubble-Teleskop blickt seit 30 Jahren ins Weltall

Das Hubble-Teleskop hat dazu ein unfassbar hohes Auflösungsvermögen von 0,05 Bogensekunden. Die Einheit gibt den Abstand zwischen zwei Lichtpunkten an, der gerade eben noch getrennt werden kann. Praktisch ausgedrückt: Mit Hubble wäre man in der Lage, ein Glühwürmchen in mehr als 10.000 Kilometern Entfernung klar zu erkennen.

Hubble-Weltraum-Teleskop liefert überraschende Bilder aus Frühzeit des Universums 

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Am 24. April startete das Hubble-Teleskop – und blickt damit nun seit 30 Jahren ins All. Wir haben einige der spektakulärsten und schönsten Bilder zusammengetragen, die das Hubble-Weltraum-Teleskop in den letzten Jahren aufgenommen hat:

Das Auge der Schlange: Die Spiralarme von NGC 2835 erzeugen die Illusion eines Auges - ganz in der Nähe des Kopfes des Sternbilds Hydra, der Wasserschlange.

Foto: ESA/Hubble & NASA, J. Lee, PHANGS-HST Team

Der Kugelsternhaufens NGC 1805: Tausende Sterne sind dicht beieinander gepackt. Diese Gruppierung befindet sich in der Nähe des Randes der Großen Magellanschen Wolke. Im dichten Zentrum eines dieser Cluster sind die Sterne 100 bis 1000 mal näher beieinander als die Sterne, die unserer Sonne am nächsten liegen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Planetensysteme um solche Sterne herum unwahrscheinlich sind.

Foto: ESA/Hubble & NASA, J. Kalirai

Kaum zu glauben: Diese Aufnahme zeigt den äußersten Rand einer Supernova-Druckwelle in einer Entfernung von etwa 2400 Lichtjahren. Passiert ist die Explosion, bei der ein Stern starb, vor 10.000 bis 20.000 Jahren.

Foto: ESA/Hubble & NASA, W. Blair

Diese Galaxie heißt offiziell NGC 2442. Wegen ihrer besonderen Form nennen Wissenschaftler sie gern die Fleischerhaken-Galaxie. Im März 2015 wurde eine Supernova-Explosion entdeckt, die einst in dieser Galaxie passierte. Noch monatelang konnte man die Explosion sogar von der Erde aus mit einem Teleskop sehen.

Foto: ESA/Hubble & NASA, S. Smartt et al.

Der Sternhaufen NGC 2203. Er wurde bereits 1836 vom Astronomen John Herschel entdeckt und ist Teil der Großen Magellanschen Wolke, einer Satellitengalaxie der Milchstraße.

Foto: ESA/Hubble & NASA, L. Girardi

"Wie Schneeflocken" - so beschreibt die Nasa diese Hubble-Aufnahme. Es zeigt den Kugelsternhaufen NGC 6441. Wie viele Sterne dazugehören, ist kaum zu sagen. Forscher schätzen jedoch, dass sie in Summe die Masse von 1,6 Millionen Sonnen haben.

Foto: ESA/Hubble & NASA, G. Piotto

Die Spiralgalaxie NGC 1022

Foto: ESA/Hubble & NASA, A. Seth

Dieses fantastische Aufnahme entstand 2010. Das riesige Gebilde aus Gas und Staub liegt innerhalb des Carina-Nebels (Entfernung zur Erde: 7500 Lichtjahre) und misst rund drei Lichtjahre.

Foto: NASA, ESA, M. Livio and the Hubble 20th Anniversary Team (STScI)

Auch dieses Bild steckt voller Poesie: Es zeigt das Ende von allem. Ja, sogar Sterne sind vergänglich. Die Aufnahme des Hubble-Weltraumteleskops zeigt den Neben NGC 5307, der rund 10.000 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Die Sonne dieses Systems steht kurz vor dem Kollaps.

Foto: ESA/Hubble & NASA, R. Wade et al.

Ein Galaxienduo mit dem Namen UGC 2369 - aufgenommen mit dem Hubble-Teleskop. Das Buch "Sternenwelten" enthält ganz ähnliche Aufnahmen des Weltalls, viele stammen ebenfalls vom Hubble-Teleskop, von der Nasa oder der Esa.

Foto: ESA/Hubble & NASA, A. Evans

Der Pinguin und das Ei -so taufte die Nasa dieses spektakuläre Bild, das das Hubble-Teleskop 2018 lieferte. Das Bild der beiden Galaxien zeigt eindrücklich, wie dramatisch sich Galaxien in ihrer Beschaffenheit unterscheiden können. Die "Pinguin"-Galaxie NGC 2936 war vermutlich eine "normale" Spiralgalaxie, wurde jedoch durch die Gravitationsklräfte des nachbarn NGC 2937 (das "Ei") verzerrt.

Foto: NASA-ESA/STScI/AURA/JPL-Caltech

Über das Hubble-Weltraum-Teleskop:

Am 20. Mai 1990 machte Hubble sein allererstes Foto. Auf das erste Testbild folgte der Schock: Der 2,40 Meter große Hauptspiegel des Weltraum-Teleskops war offenbar fehlerhaft und die Bildqualität mies – kaum besser als bei Teleskopen, die auf der Erde stehen.

Als das auffiel, flog Hubble aber schon 569 Kilometer über der Erdoberfläche. Austauschen ließ sich der Spiegel nicht. Aber: Hubble lässt sich im All reparieren – bis dato eine Revolution in der Raumfahrtgeschichte. 1993 wurde das Teleskop mit einem optischen System nachgerüstet, seitdem liefert Hubble unglaublich scharfe Bilder.

Weltall-Teleskop: Mehr als 100 Terabyte an Daten

Im Archiv des mehr als 13 Meter langen Hubble-Teleskops lagern über 100 Terabyte an Daten. Jedes Jahr kommen etwa zehn Terabyte hinzu. Über 1,2 Millionen Beobachtungen hat das Weltraum-Teleskop bislang gemacht. Ein ungeheurer Schatz für die Forschung: Mehr als 13.000 wissenschaftliche Aufsätze resultieren aus den Beobachtungen des Teleskops. Damit ist Hubble das produktivste wissenschaftliche Instrument, das je gebaut wurde.

Forscher beobachten flatternde „Fledermaus“-Schatten im All 

Mitte der 1990er Jahre richtete Hubble seinen Blick auf weit entfernte Galaxien und machte Langzeitbelichtungen. Der Höhepunkt: Das Bild „Hubble Extreme Deep Field (XDF)“, das 2012 veröffentlicht wurde. Es ist das tiefste Bild des Universums, das jemals aufgenommen wurde. Die Lichtlaufzeit bis zur Erde beträgt bei einigen der mehr als 5000 Galaxien, die auf der Aufnahme zu sehen sind, unvorstellbare 13 Milliarden Jahre. Damit erlaubt die Aufnahme einen Blick in die Frühzeit des Universums: Denn die jüngsten auf dem Bild gezeigten Galaxien befinden sich in einem Stadium nur einige Hundert Millionen Jahre nach dem Urknall.

Ein Beitrag von:

  • Peter Sieben

    Peter Sieben schreibt über Forschung, Politik und Karrierethemen. Nach einem Volontariat bei der Funke Mediengruppe war er mehrere Jahre als Redakteur und Politik-Reporter in verschiedenen Ressorts von Tageszeitungen und Online-Medien unterwegs.

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