Anzeige

Wie können Roboter in Zeiten von Corona helfen?

17. April 2020

Roboter im Krankenhaustest
Die Firma InSystems Automation testete einen Roboter im Krankenhaus in Katar, der das Pflegepersonal unterstützen und entlasten soll.
Foto: InSystems Automation
Autonome Transportsysteme, Roboter, die bei der Pflege helfen, intelligente Pflegewagen – der Einsatz von Robotern im Krankenhaus und in der Pflege wird seit Jahren erforscht. In Zeiten des Infektionsgeschehens aufgrund von Covid-19 zeigen Hersteller, wo ihre autonomen Helfer sinnvoll unterstützen können.
Anzeige
Anzeige


In einem Edeka-Supermarkt im Schleswig-Holstein weist ein 1,20 Meter großer Roboter die Kunden darauf hin, die Abstandsregeln im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie einzuhalten. Während den Sicherheitskräften kaum jemand zugehört habe, seien die Leute von „Pepper“ fasziniert, wird Marktinhaber Christian Höfling in der ARD zitiert. Bringt das aktuelle Infektionsgeschehen in Deutschland helfenden Robotern den Durchbruch? Wenn man den verschiedenen Herstellern glaubt, dann schon. Die Nachfrage auf diese Produkte erlebe einen regelrechten Boom, viele Firmen entwickelten aktuell mit Hochdruck neue Roboter oder passten vorhandene Geräte an neue Anforderungen an. „Wir werden in den nächsten Wochen viele konkrete Anwendungen sehen, in denen Roboter zum Nutzen der Gesellschaft eingesetzt werden“, sagt Susanne Bieller, Generalsekretärin des Internationalen Roboterverbandes IFR. Siemens habe beispielsweise innerhalb von Wochen einen Desinfektionsroboter entwickelt.

Auch die Firma InSystems Automation hat ein fahrerloses Transportsystem entwickelt. Der „proANT S.A.S.H.A.“ – Abkürzung für „Smart Autonomous System Hospital Assistant“ – eigne sich nach Herstellerangaben für den Einsatz in der Pflege und im Krankenhaus. Gerade in der aktuellen Zeit könne der Roboter eine sinnvolle Unterstützung für das Fachpersonal sein und ihnen wiederkehrende Arbeiten problemlos abnehmen. Dazu zählen beispielsweise die Auslieferung von Essen oder Medikamenten. In der Industrie könne das autonome Transportsystem außerdem Montagearbeitsplätze mit Material beliefern. Ein Roboter reduziere hier wie gewünscht den zwischenmenschlichen Kontakt und damit auch das Infektionsrisiko.

Anzeige
Anzeige

Wie ein Sammeltaxi

S.A.S.H.A. sei so konstruiert, dass er mehrere Behälter oder Tabletts aufnehmen könne – mit einem Gesamtgewicht von 50 Kilogramm. Die Lastenaufnahme ist nach oben und unten verstellbar. Die Übergabehöhen können also an den Stationen individuell programmiert werden. Dank der Hubfunktion der Lastaufnahme ließen sich die Übergabehöhen variabel anfahren. Die Übergabe ist in mehreren Ebenen oder unterschiedlichen Höhen möglich. Dadurch kann der Roboter auf nur einer Transportfahrt mehrere Ziele anfahren und dabei unterschiedliches Material oder Essen aufnehmen. Er fungiert quasi als ein Sammeltransport, wodurch sich die Transportzeiten bei langen Wegen erheblich reduzieren ließen, so der Hersteller. Indem der Roboter den Mitarbeitern diese Wege und Arbeiten abnehme, hätten sie Zeit für andere Tätigkeiten.

Damit es zu keinen Fehlern in der Auslieferung kommt, zum Beispiel wenn Patienten auf diesem Wege Medikamente bekommen, lassen sich die autonomen Fahrzeuge mit einem RFID-Trackingsystem vernetzen und kontrollieren. Die RFID-Technologie (radio-frequency identification) macht eine genaue Lokalisierung und Identifizierung möglich dank codierter Chips. Der Roboter navigiert mithilfe eines Laserscanners und einer intelligenten Fahrzeugsteuerung. Er orientiert sich an Merkmalen in der Umgebung, kann Hindernissen ausweichen und gewährleistet damit auch die Sicherheit der sich in der Nähe befindlichen Personen. Roboteranwendungen, die spurgeführt sind oder sich anhand von Wandreflektoren orientieren, bieten diese Vorteile nicht.

S.A.S.H.A. kann vollautomatisch den Transport von Medikamenten oder Essen organisieren und fungiere deshalb nach Angaben des Herstellers als eine Hilfe bei der Erledigung „nicht-wertschöpfender, repetitiver Aufgaben“. Dadurch gewänne das Krankenhaus- und Pflegepersonal wichtige Zeit für die Patienten. Im „Sidra Medical and Research Center“ in Katar wurde der Roboter bereits erfolgreich getestet. Krankenschwestern wie Ärzte hätten die Unterstützung positiv bewertet. Der Hersteller InSystems stehe aktuell mit verschiedenen deutschen Krankenhäusern in Kontakt, die sich von dem Einsatz des Roboters eine Arbeitsentlastung für die Mitarbeiter und eine Steigerung der Betreuungsqualität versprechen.

Anzeige
Anzeige

Intelligenter Pflegewagen in der Coronakrise

Schon im vergangenen Jahr stellte das Fraunhofer IPA in Zusammenarbeit mit der Firma MLR einen intelligenten Pflegewagen vor. Ihn könne die Pflegekraft per App auf dem Smartphone anfordern, statt ihn ständig vor sich her zu schieben. Der Pflegewagen navigiere selbstständig an die gewünschte Stelle, er könne festlegte Routen abfahren, sogar den Fahrstuhl benutzen und wieder an die Ladestation rollen, wenn die Akkuleistung knapp werde. Ausgestattet mit einem 3D-Sensor und einer Objekterkennungs-Software erkenne und dokumentiere er automatisch, welches Material die Pflegekraft entnommen habe. Geht ein Utensil zur Neige, fahre er automatisch zum Lager. Im Praxistest erwies sich der Prototyp ebenfalls als hilfreich, gaben die Pflegekräfte an. Die Serienreife in Zusammenarbeit mit interessierten Firmen steht noch aus.

Mehr zum Thema Roboter:

Anzeige
Anzeige
  • Ingenieure sorgen für Revolution im Medizinlabor: Roboter sortieren Tausende Proben automatisch
  • Toshiba lässt Roboter Aiko Chihara im Kaufhaus arbeiten
  • Desinfektionsroboter eliminiert Coronavirus mit UV-C-Licht


Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

Junior Projektingenieur Papierverarbeitung (m/w/d)
Fripa Papierfabrik Albert Friedrich KG

03.10.2026
Miltenberg
Teamleiter (m/w/d) Vertrieb und Kalkulation TGA
LIST AG

03.10.2026
Düsseldorf
Ingenieur:in Explosionsschutz als Fachleiter:in
TÜV NORD CERT GmbH

03.10.2026
Essen
Bauüberwacher (m/w/d) Straßenverkehrsanlagen
Bundesagentur für Arbeit - Vössing Ingenieurgesellschaft mbH

03.10.2026
Stuttgart
Bauingenieur/-in (m/w/d)
Bundesagentur für Arbeit - Landeshauptstadt Stuttgart

03.10.2026
Stuttgart
Technische/r Projektmitarbeiter/in (m/w/d) – Bauwesen / Projektkoordination
Bundesagentur für Arbeit - Dr. Kerner GmbH & Co. KG

03.10.2026
Stuttgart
Junior Bauüberwacher:in Oberbau / Konstruktiver Ingenieurbau (w/m/d)
DB InfraGO AG

03.10.2026
Köln
Senior Ingenieur:in Leit- und Sicherungstechnik im Großprojekt Rhein-Ruhr-Express (w/m/d)
DB InfraGO AG

03.10.2026
Duisburg
Junior Bauingenieur:in als Bezirksleiter:in Fahrbahn (w/m/d)
DB InfraGO AG

03.10.2026
Aachen, Bonn, Köln, Troisdorf
Projektleiter (m/w/d) Industriebau
MEGGLE GmbH & Co. KG

03.10.2026
Wasserburg
Projektingenieur Elektrotechnik (w/m/d)
Infraserv GmbH & Co. Höchst KG

03.10.2026
Frankfurt am Main
Teamleiter (m/w/d) Vertrieb und Kalkulation TGA
LIST Ingenieure GmbH & Co. KG

04.10.2026
Bielefeld
Senior Projektingenieur (m/w/d) – EMSR-Technik – Projektmanagement
REUTERS INGENIEUR GmbH

04.10.2026
Hofheim
Technische*r Angestellte*r (Techniker*in oder Ingenieur*in) Werkstofftechnik, Physiktechnik, Maschinenbau
Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP)

04.10.2026
Garching
Ingenieurin (m/w/d) / Techniker (m/w/d) der Mess- und Regelungstechnik für Gebäudeautomation
Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH)

04.10.2026
Eutin, Lübeck
Leitung Entwicklung (w/m/d) Mechatronische Systeme / Industrielle Sicherheits- und Automatisierungstechnik
Bernstein AG

04.10.2026
Porta Westfalica
Planungsingenieur (w/m/d) und Projektsteuerung – Verkehrsinfrastruktur und Gleisplanung
Ruhrbahn GmbH

04.10.2026
Essen
Gruppenleiter:in Automatisierungstechnik
TraveNetz GmbH

04.10.2026
Lübeck
Bauleiter (m/w/d) Rohrsanierung / Kanalsanierung
Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG

04.10.2026
München, Neumarkt in der Oberpfalz, Nürnberg, Regensburg
Vertriebsingenieur / Projektingenieur (m/w/d) im Außendienst – Südbayern
DEPRAG SCHULZ GMBH u. CO. KG

04.10.2026
verschiedene Einsatzorte

Weitere Artikel



Anzeige
Anzeige