Bedienung von Smartphones 09.03.2015, 10:15 Uhr

Tattoo-Sensorfolie verwandelt Unterarm in Touchscreen

Das Smartphone auf stumm schalten? Dazu reicht zukünftig die Berührung des Unterarms. Möglich macht das eine aufklebbare Folie mit druckempfindlichen Sensoren, die aussieht wie ein Tattoo. 

Die Sensorfolie lässt sich mit einem biomedizinischen Kleber auf der Haut befestigen. Über die einzelnen Symbole lassen sich Funktionen von Smartphone oder MP3-Player steuern – etwa Lautstärke oder die Mute-Funktion. 

Die Sensorfolie lässt sich mit einem biomedizinischen Kleber auf der Haut befestigen. Über die einzelnen Symbole lassen sich Funktionen von Smartphone oder MP3-Player steuern – etwa Lautstärke oder die Mute-Funktion. 

Foto: Universität des Saarlandes

Der Notenschlüssel, die zugehörigen Linien und Noten auf dem Unterarm der jungen Frau sehen aus wie ein Tattoo. Tatsächlich handelt es sich um einen dünnen Aufkleber aus Silikon, in dem sich winzige druckempfindliche Sensoren verbergen. Er funktioniert ähnlich wie ein Touchscreen und ist als Steuerelement für elektronische Geräte gedacht – etwa für Smartphones und MP3-Player. Tippt man mit dem Finger etwa auf die Note „a“, schaltet das Smartphone in der Jackentasche auf stumm – praktisch beispielsweise in einer Konferenz. Ebenso schnell lässt sich die Lautstärke regulieren.

Sensorfolie hängt derzeit noch am Kabel

Die sensorgespickte Folie lässt sich bedrucken: Motiv und Form kann jeder sich selbst aussuchen – oder mit Hilfe eines einfachen Grafikprogramms selbst entwerfen. Auf der Haut wird die Folie mit einem medizinischen Kleber befestigt, der normalerweise dazu dient, kleine Wunden keimfrei zu verschließen.

Derzeit hängt die Tattoo-Folie für Stromversorgung und Datenübertragung noch am Kabel. Zukünftig sollen das hauchdünne Batterien und Sender übernehmen. 

Derzeit hängt die Tattoo-Folie für Stromversorgung und Datenübertragung noch am Kabel. Zukünftig sollen das hauchdünne Batterien und Sender übernehmen. 

Quelle: Universität des Saarlandes

Derzeit muss der Sticker, der dehnbar und biegsam ist, für die Datenübertragung und Stromversorgung noch per Kabel mit dem Smartphone verbunden sein. In künftigen Versionen sollen hauchdünne Batterien und kleine Sender integriert sein, die die Steuersignale drahtlos übertragen.

Ganzer Körper kann zur Eingabefläche werden

iSkin nennen die Forscher der Universität des Saarlandes um Jürgen Steimle, Leiter der „Embodied Interaction Research Group“, ihr Steuermodul, das sie gemeinsam mit Kollegen der Carnegie Mellon University in Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania entwickelt haben. „Mit den Stickern erweitern wir die interaktive Oberfläche für den Nutzer, da praktisch der ganze Körper als Eingabefläche eingebunden werden kann“, erklärt Martin Weigel, Doktorand im Steimle-Team.

Denkbar ist auch eine Ausweitung der Funktionen. Der Sticker könnte beispielsweise zu einer kompletten Computertastatur erweitert werden, sodass E-Mails durch Tippen auf dem Unterarm formuliert und verschickt werden können. Die Forscher präsentieren ihr Projekt vom 16. bis zum 20. März auf der Computermesse Cebit in Hannover, im April auch auf einer Konferenz in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul.

  • Wolfgang Kempkens

    Wolfgang Kempkens studierte an der RWTH Aachen Elektrotechnik und schloss mit dem Diplom ab. Er arbeitete bei einer Tageszeitung und einem Magazin, ehe er sich als freier Journalist etablierte. Er beschäftigt sich vor allem mit Umwelt-, Energie- und Technikthemen.

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