Projekt PolyEyes 19.10.2015, 14:13 Uhr

So können Sie wie ein Chamäleon in zwei Richtungen schauen

Es sieht aus, als habe man den Kopf eines Manta-Rochens. Doch wer das Headset PolyEyes 2.0 aufsetzt, kann wie ein Chamäleon gleichzeitig in zwei verschiedenen Richtungen gucken und erweitert sein Sehfeld auf mehr als 180 Grad. Die Augmented-Reality-Brille ist Teil eines Projekts zur technischen Aufrüstung und digitalen Vernetzung des menschlichen Körpers.

Sehen wie ein Chamäleon: Das ermöglicht eine neue Augmented-Reality-Brille, die Ingenieure in London entwickelt haben. 

Sehen wie ein Chamäleon: Das ermöglicht eine neue Augmented-Reality-Brille, die Ingenieure in London entwickelt haben. 

Foto: Interactive Architecture Labs

Als „Hammerhead Vision System“ bezeichnen die Entwickler vom Interactive Architecture Lab am University College London ihr gerade vorgestelltes AR-Headset PolyEyes 2.0, das seinem Träger eine Art Chamäleon-Blick verschafft. Dabei verweist der Name des Prototyps auf ein anderes Vorbild aus der Natur, nämlich auf den Hammerhai, dessen verbreiterter Kopf mit den Augen an den äußeren Enden sein Wahrnehmungsfeld ebenfalls enorm erweitert. Und wer sich das Headset zur computergestützten Wahrnehmung einer so genannten „Erweiterten Realität“ oder „Augmented Reality“ (AR) aufsetzt, sieht auch aus wie ein Hammerhai.

Raspberry Pi Computer im Inneren

An jedem der beiden Enden der futuristischen Brille lugt jeweils eine schwenkbare Kamera in einem durchsichtigen Schutzgehäuse aus dem Headset hervor. Die beiden Kameras können sich unabhängig voneinander in verschiedene Richtungen drehen und verschaffen dem Träger des Headsets zusammengenommen ein Sehfeld von mehr als 180 Grad.

Mit dem Headset PolyEyes 2.0 hat der Mensch ein Blickfeld von 180 Grad, genau wie ein Chamäleon.

Mit dem Headset PolyEyes 2.0 hat der Mensch ein Blickfeld von 180 Grad, genau wie ein Chamäleon.

Foto: Interactive Architecture Lab

Im Innern des Headsets stecken Raspberry Pi-Computermodule und ein zweigeteilter Screen, auf dem die Bilder der Kameras quasi ineinanderfließen. Dabei vereinen sich die beiden Filme jedoch nicht zu einem Bild, stattdessen sind die unterschiedlichen Perspektiven getrennt voneinander wahrnehmbar. Wie im Film der Designer des Interactive Architecture Labs nachvollziehbar, kann das auch schwindelig machen. Denn auf diese Art Wahrnehmung ist unser Gehirn nicht eingestellt.

Upgrades für den Körper

Ob die Kameras im Prototyp des PolyEyes 2.0-Headsets automatisch oder vom Benutzer gesteuert werden, ist nicht ersichtlich. Doch die PolyEyes sind auch Teil des Interactive Architecture Lab-Projekts „Polymelia“. Das vereint verschiedene Erfindungen, mit denen der Mensch seine körperlichen Fähigkeiten technisch erweitern kann. Im Kontext des Polymelia-Projekts werden die PolyEyes über biometrische Sensoren gesteuert.

Zu den „Prothesen“, die die Macher der Polymelia-Suite jeweils als „Upgrade“ für den Körper verstehen, zählen neben den PolyEyes unter anderem Prothesen für Gliedmaßen, die so genannten „PolyLimbs“, die deren Fähigkeiten steigern sollen, und ein ganzes Exoskelett für den menschlichen Körper.

Das ist meine Hand: Ungewöhnlich sind die Effekte, wenn sich zwei Menschen mit der Chamäleon-Brille gegenüber sitzen. Aber immerhin ist es auch der Dame gelungen, das Knie des Herren zu berühren.

Das ist meine Hand: Ungewöhnlich sind die Effekte, wenn sich zwei Menschen mit der Chamäleon-Brille gegenüber sitzen. Aber immerhin ist es auch der Dame gelungen, das Knie des Herren zu berühren.

Foto: Interactive Architecture Lab

Die Vision des “Polymelia”-Projekts ist der als Ganzes verbesserte menschliche Körper, der vernetzt und digital mit anderen technisch gepimpten Personen per Computer kommuniziert. Aufgerüstet mit den Prothesen der Suite überwindet der Mensch seine physischen Grenzen und wird körperlich stärker und widerstandsfähiger – so die Idee der Macher.

Während die PolyEyes-Brille noch Zukunftsmusik ist, testet zum Beispiel DHL schon konkret, was Brillen leisten können, die Zusatzinformationen ins Blickfeld einfügen können. Getestet in seinem Logistikzentrum in Bergen op Zoom konnte DHL die Kommissionierungszeiten dank solcher Brillen um 25 % steigern

Von Susanne Neumann

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