IGZO-Technik von Sharp 03.07.2014, 10:33 Uhr

Halbleitertechnik ermöglicht formbare Autodisplays

Displays sind bald vom Zwang der Rechteckigkeit befreit: Der japanische Elektronikkonzern Sharp hat eine besonders dünne Halbleitertechnik entwickelt, die es Autobauern erlaubt, beliebige Bildschirmformen zu realisieren.  

Autobauer können dank der Halbleitertechnik neue Bildschirmformen realisieren. Auf einen rechteckigen Rahmen für die Steuerungselektronik der Pixel sind sie nicht mehr festgelegt. 

Autobauer können dank der Halbleitertechnik neue Bildschirmformen realisieren. Auf einen rechteckigen Rahmen für die Steuerungselektronik der Pixel sind sie nicht mehr festgelegt. 

Foto: Sharp

Der japanische Elektronikkonzern Sharp hat einen neuen Bildschirmtyp entwickelt, der statt des herkömmlichen rechteckigen Designs jede erdenkliche Form annehmen kann. Der neue Displaytyp, genannt Free-Form-Display, basiert auf der sogenannten IGZO-Technologie und eröffnet Autobauern bei der Formgebung der Displays künftig eine deutlich größere Flexibilität.

Dass diese neue Art von Bildschirmen nicht mehr nur eine rechteckige Form annehmen müssen, liegt an der Art und Weise, wie die Treiberschaltung für den elektrischen Stromfluss über die gesamte Displayfläche verteilt ist. Bisher war sie um den Bildschirmrand konzentriert. „Konventionelle Displays sind rechteckig, weil sie eine Mindestbreite für den Bildschirmrand benötigen, um die Treiberschaltung, genannt Gate-Driver-Schaltung, rund um den Umkreis des Anzeigebereichs unterzubringen“, erklärt ein Sharp-Ingenieur.

Steuerungselektronik findet jetzt zwischen den Pixeln Platz

Mehr Flexibilität wird möglich durch die von Sharp entwickelte Halbleitertechnologie IGZO, bei der die Leiterbahnen zwischen den einzelnen LCD-Pixeln nicht mehr aus Silizium, sondern aus einer Verbindung aus Indium, Gallium und Zinkoxid bestehen. Die Leiterbahnen sind viel dünner und flexibler als das klassische Leitersystem, was zur Folge hat, dass die für die Ansteuerung der einzelnen Pixel benötigte Elektronik nicht mehr am Rand des Displays untergebracht werden muss, sondern auch zwischen den Bildpunkten Platz findet.

Auch bei Wearables könnte die neue Technik zukünftig zum Einsatz kommen. Beispielsweise bei Armbändern, deren Displays sich auf Wunsch entfalten. 

Auch bei Wearables könnte die neue Technik zukünftig zum Einsatz kommen. Beispielsweise bei Armbändern, deren Displays sich auf Wunsch entfalten.

Quelle: Sharp/Screenshot

Diese Bauweise ermöglicht bei der Formgebung der Displays eine deutlich größere Flexibilität. Der klassische Rand des Bildschirms kann beispielsweise fast völlig wegfallen. Die Form des Bildschirms kann dadurch frei gewählt werden. Die Anwendungsmöglichkeiten werden von Sharp vor allem im Automobilbereich gesehen. Gedacht ist vor allem an neue und einfallsreichere Formen für Armaturenbretter im Auto, die Tachometer und andere Anzeigen. Auch elliptische Displays werden damit möglich.

Erste Displays könnten 2017 zum Einsatz kommen

Sharp verhandelt derzeit nach eigenen Angaben mit zehn Autoherstellern. Dabei sollen bereits drei Autobauer ein besonderes Interesse an der Technologie zur Gestaltung ultramoderner Instrumententafeln angemeldet haben. Die ersten Displays könnten bereits 2017 zum Einsatz kommen. Aber auch bei Wearables werden Absatzchancen gesehen. So könnte in Zukunft Armband möglich werden, dessen Display sich auf Kommando auseinander rollt.

Erst im vergangenen Herbst hatten LG und Samsung sowie der Computerkonzern Apple angekündigt, gebogene Displays auf den Markt zu bringen. Von frei wählbaren Formen war da aber nicht die Rede.

 

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