Handelszölle 04.04.2025, 07:12 Uhr

US-Autos in Europa: Warum Trumps Worte ins Leere laufen

Donald Trump glaubt, dass Europa den Import von US-Autos boykottiere. Experten widersprechen, für sie hat das ganz andere Gründe.

Chevrolet Tahoe

Groß, größer am größten: Riesige SUVs wie der Chevrolet Tahoe liegen in den USA im Trend, fristen in Europa hingegen eher ein Nischendasein.

Foto: PantherMedia / Midav_Vadim

US-Präsident Donald Trump erhebt schwere Vorwürfe gegen die EU und verhängt Strafzölle auf europäische Autos. Die Ursache für den geringen Marktanteil US-amerikanischer Fahrzeuge in Europa sieht er in angeblichen Handelsbarrieren. Doch Fachleute widersprechen dieser Darstellung. Ihrer Ansicht nach liegt das Problem nicht bei Zöllen, sondern an den US-Modellen selbst: zu groß, zu durstig und nicht auf die Bedürfnisse europäischer Kundinnen und Kunden abgestimmt. Nur Tesla bildet eine vorübergehende Ausnahme – doch auch dort gibt es Absatzprobleme.

Trump macht Druck – mit Zöllen

Mit Strafzöllen von 25 % will der ehemalige US-Präsident Donald Trump die EU dazu bewegen, mehr amerikanische Fahrzeuge zuzulassen. Seiner Ansicht nach versperren europäische Märkte US-Autobauern gezielt den Zugang. Er spricht von einem unfairen Handel und verweist auf das Ungleichgewicht bei den Autoexporten.

„Einer der Gründe, warum ich Zölle einführe, ist der, dass wir Millionen ihrer Autos nehmen – BMW, Volkswagen, Mercedes-Benz“, sagte Trump kürzlich. Gleichzeitig sei es „fast unmöglich“, US-Fahrzeuge in Europa zu verkaufen.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Wirtschaftsbetrieb Hagen AöR-Firmenlogo
Fachbereichsleitung Grün (m/w/d) Wirtschaftsbetrieb Hagen AöR
Heilbronner Versorgungs GmbH-Firmenlogo
Planungsingenieur in den Bereichen Gas und Wasser (m/w/d) Heilbronner Versorgungs GmbH
Heilbronn Zum Job 
Flughafen München GmbH-Firmenlogo
Leiter Elektrotechnik / Stromnetzprojekte (w/m/d) Flughafen München GmbH
Oberding Zum Job 
Intego GmbH-Firmenlogo
Servicetechniker / Field Service Engineer (m/w/d) - Einsatz in Kalifornien (USA) Intego GmbH
Erlangen Zum Job 
PohlCon GmbH-Firmenlogo
Anwendungsingenieur (m/w/d) PohlCon GmbH
Sumitomo Rubber Europe GmbH-Firmenlogo
Ingenieur FEA (m/w/d) Reifensimulation in Hanau Sumitomo Rubber Europe GmbH
Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt)-Firmenlogo
Bauingenieurin / Bauingenieur (m/w/d) (Master/Uni-Diplom) Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt)
Bergisch Gladbach Zum Job 
Boyd Weiler GmbH & Co. KG-Firmenlogo
CAD-Konstrukteur (m/w/d) Boyd Weiler GmbH & Co. KG
Weiler-Simmerberg Zum Job 
TransnetBW GmbH-Firmenlogo
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d) TransnetBW GmbH
Stuttgart Zum Job 
TransnetBW GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d) TransnetBW GmbH
Stuttgart Zum Job 
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Bauprojektleiter (m/w/d) Allbau Managementgesellschaft mbH
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur* im Anforderungsmanagement DFS Deutsche Flugsicherung GmbH
Stadt Weinheim-Firmenlogo
Ingenieur*in (w/m/d) im Bereich Landschaftsarchitektur, Landschafts- oder Freiraumplanung für die Gestaltung städtischer Außen- und Freianlagen Stadt Weinheim
Weinheim Zum Job 
Stadt Norderstedt-Firmenlogo
Ingenieur/in / Technische/r Mitarbeiter/in (w/m/d) Bereich Verkehrswesen Stadt Norderstedt
Norderstedt Zum Job 
WipflerPLAN Planungsgesellschaft-Firmenlogo
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d) WipflerPLAN Planungsgesellschaft
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz Zum Job 
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg-Firmenlogo
Leitung des Rechenzentrums der Universität Freiburg (m/w/d) Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Freiburg Zum Job 
VINCORION Advanced Systems GmbH-Firmenlogo
Information Security Manager (all genders) VINCORION Advanced Systems GmbH
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences-Firmenlogo
Professur "Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)" Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences
Düsseldorf Zum Job 
Mehrer Compression GmbH-Firmenlogo
Senior-Ingenieur Auftragsengineering (m/w/d) Mehrer Compression GmbH
Balingen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hamm Die Autobahn GmbH des Bundes
Hamm, Münster Zum Job 

Zahlen des Verbands der Automobilindustrie (VDA) scheinen auf den ersten Blick Trumps Argument zu stützen: Rund 450.000 Fahrzeuge wurden 2024 aus Deutschland in die USA exportiert, aber nur 136.000 kamen aus den USA nach Europa. Auch beim Zollsatz bestehen Unterschiede. Während die USA bislang 2,5 % auf europäische Pkw erheben, verlangt die EU 10 % auf Fahrzeuge aus den Vereinigten Staaten.

Die Kritik der Fachleute: Es liegt nicht an Zöllen

Doch mehrere Branchenkenner sehen die Schuld nicht bei politischen Handelsbarrieren. Vielmehr seien es die US-Fahrzeuge selbst, die in Europa kaum auf Interesse stoßen. Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach bringt es auf den Punkt: „Das ist das große Problem der US-Hersteller, die Geschmäcker der europäischen Konsumenten einfach nicht zu treffen.“

Bratzel sieht bei den meisten US-Marken schlicht kein attraktives Angebot für den europäischen Markt. Einzige Ausnahme sei derzeit Tesla. Doch auch dieser Hersteller steht unter Druck: Der Absatz des Elektroautobauers fiel im ersten Quartal 2025 um 13 %. Ein möglicher Grund dafür sei die zunehmende Kritik an Konzernchef Elon Musk – einem Berater Trumps.

Große Karosserien, hoher Verbrauch – das passt nicht nach Europa

Ein weiteres Argument liefert Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Center Automotive Research in Duisburg. Er betont: „Die Autos aus Amerika sind bei uns schlicht unverkäuflich.“ Seine Begründung: Viele US-Modelle sind auf amerikanische Bedingungen zugeschnitten – große Karosserien, hohe Motorleistungen und entsprechend hoher Benzinverbrauch.

„Du kannst hier kein Auto verkaufen mit acht Zylindern und 15 Litern Verbrauch“, so Dudenhöffer weiter. In den USA, wo Kraftstoff deutlich günstiger ist, sei das weniger problematisch. In Europa mit seinen vergleichsweise hohen Spritpreisen dagegen ein klares Ausschlusskriterium.

Gerade bei kompakten, verbrauchsarmen Modellen sehen Fachleute große Lücken im Sortiment der US-Hersteller. Fahrzeuge wie der Pick-up Ford F-150 – eines der meistverkauften Modelle in den USA – werden in Europa gar nicht offiziell angeboten. Dasselbe gilt für viele andere beliebte US-Modelle. Kompakte, städtetaugliche Fahrzeuge fehlen weitgehend.

Was die Kundschaft in Europa wirklich will

Europäische Käuferinnen und Käufer achten stärker auf Effizienz, Größe und Design. Das betrifft sowohl den Verbrauch als auch den CO₂-Ausstoß. Auch der Komfort auf engen Straßen oder in Städten spielt eine größere Rolle als in den USA. Viele US-Modelle bieten diese Eigenschaften nicht. Das macht sie für die europäische Zielgruppe unattraktiv.

Dudenhöffer bringt es auf den Punkt: „Wenn man hier Autos verkaufen will, braucht man Modelle, die die Kunden auch wollen.“ Das gelingt US-Autobauern bislang nicht. Zölle spielen dabei aus seiner Sicht eine untergeordnete Rolle.

Der Sonderfall Tesla – und seine Probleme

Tesla stellt eine Ausnahme dar, da das Unternehmen frühzeitig auf Elektromobilität gesetzt hat und damit zunächst Erfolge in Europa verbuchen konnte. Doch auch dieser Vorsprung bröckelt. Der jüngste Einbruch der Verkaufszahlen um 13 % zeigt, dass sich das Blatt wendet.

Ein möglicher Grund liegt nicht nur in der zunehmenden Konkurrenz, sondern auch im Image des Konzerns. Tesla-Chef Elon Musk gerät immer häufiger in die Kritik – auch aufgrund seiner Nähe zu Trump und politischer Aussagen. Das wirkt sich zunehmend negativ auf das Markenbild aus. (mit dpa)

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.