Entwicklung von Nissan 20.08.2015, 11:49 Uhr

Unfallschutz: Sanfter Ton warnt Fußgänger vor E-Autos

Eine Kamera, die Fußgänger und Radfahrer erfasst und bei Gefahr ein Warnsignal auslöst: Das ist der Kern des Systems, das die EU im Projekt e-Vader unter Führung von Nissan hat entwickeln lassen. Es soll der Gefahr von Unfällen mit nahezu geräuschlosen E-Autos begegnen.

Nissan Elektroauto Leaf mit Warnsystem: Kommt ein Fußgänger dem Auto zu nahe, ertönt aus sechs Lautsprechern ein Warnton. 

Nissan Elektroauto Leaf mit Warnsystem: Kommt ein Fußgänger dem Auto zu nahe, ertönt aus sechs Lautsprechern ein Warnton. 

Foto: Nissan

Das hat wohl fast jeder schon mal erlebt: Man wendet sich zur Straße und steht plötzlich vor einem Elektroauto, das man nicht hat kommen sehen. Vielmehr kommen hören. Denn Elektroautos bewegen sich nahezu geräuschlos, und ihre Zahl auf den Straßen ist immer noch viel zu gering, um sich an die Präsenz der Schleicher zu gewöhnen.

Aber es gibt sie, und die Gefahr ist bekannt. Eine Studie der US-Verkehrssicherheitsbehörde hat schon im Jahr 2009 gezeigt, dass die Gefahr von Kollisionen zwischen langsam fahrenden oder ausparkenden E-Autos und Fußgängern oder Radfahrern doppelt so hoch ist wie bei herkömmlich angetriebenen Fahrzeugen – der Motorlärm dient eben auch als Warnsignal, auf das Verkehrsteilnehmer geeicht sind.

Warnton ertönt aus sechs Lautsprechern

Die EU hat deshalb 1,8 Millionen € in das Forschungsprogramm e-Vader gesteckt, das vor allem ein Ziel hat: Die gute Seite des Lärms zu nutzen, ohne die schlechte Seite in Kauf nehmen zu müssen. Der Autohersteller Nissan, der in all seinen Elektromodellen schon akustische Warnanlagen einbaut, hat zusammen mit zehn Partnern in dem Projekt nun ein neues System entwickelt.

Der Warnton soll für Verkehrsteilnehmer angenehm sein: Er ist 5 dB leiser als ein gewöhnlicher Benzin- oder Dieselmotor. 

Der Warnton soll für Verkehrsteilnehmer angenehm sein: Er ist 5 dB leiser als ein gewöhnlicher Benzin- oder Dieselmotor.

Quelle: Nissan

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Stadt Hemer-Firmenlogo
Architekt/in bzw. Ingenieur/in (w/m/d) für unseren Hochbau in Vollzeit oder Teilzeit Stadt Hemer
Freie und Hansestadt Hamburg Behörde für Verkehr und Mobilitätswende-Firmenlogo
Projektingenieur:in Brückenbau Hamburg Freie und Hansestadt Hamburg Behörde für Verkehr und Mobilitätswende
Hamburg Zum Job 
SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts-Firmenlogo
Fachgruppenleiter / Fachgruppenleiterin (w/m/d) Klimatechnik im Gebäudemanagement Baden-Baden SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts
Baden-Baden Zum Job 
TITAN Umreifungstechnik GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Mitarbeiter Montage Sondermaschinenbau - Mechanik (m/w/d) TITAN Umreifungstechnik GmbH & Co. KG
Schwelm Zum Job 
Office Group Planen & Bauen GmbH-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) Office Group Planen & Bauen GmbH
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) für die Bauleitung und Bauüberwachung von Autobahnprojekten Die Autobahn GmbH des Bundes
Würzburg Zum Job 
Kölner Verkehrs-Betriebe AG-Firmenlogo
Bauleiter*in Tiefbau / Fahrleitung Kölner Verkehrs-Betriebe AG
Maschinenbau Silberhorn GmbH-Firmenlogo
Konstrukteur (m/w/d) (Sonder-)Maschinenbau Maschinenbau Silberhorn GmbH
Parsberg (Lupburg) Zum Job 
Heraeus Site Operations GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Bauprojekte Heraeus Site Operations GmbH & Co. KG
SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts-Firmenlogo
Experte / Expertin Bauwesen (w/m/d) in der Abteilung Gebäudemanagement / Verwaltung Mainz SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts
ai6 SOLUTIONS GmbH-Firmenlogo
Entwickler Mechanik / Konstruktion (m/w/d) ai6 SOLUTIONS GmbH
Dessau-Roßlau Zum Job 
J.P. Sauer & Sohn Maschinenbau GmbH-Firmenlogo
Elektroingenieur (m/w/d) Produktindustrialisierung J.P. Sauer & Sohn Maschinenbau GmbH
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Key Account Manager Sicherheit und Verteidigung (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Schöpflin Stiftung-Firmenlogo
Head of Operations (m/w/d) Schöpflin Stiftung
Lörrach Zum Job 
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Technischer Angestellter (m/w/d) Nachhaltigkeitsmanagement im Bereich Hochbau KLEBL GmbH
Neumarkt Zum Job 
Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr-Firmenlogo
Bauingenieur - Sachgebietsleitung Kreisstraßenmanagement (w/m/d) Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Humboldt-Universität zu Berlin Abteilung Haushalt und Personal Referat Personalwirtschaft III C 6-Firmenlogo
Ingenieur*in Nachrichtentechnik (m/w/d) Humboldt-Universität zu Berlin Abteilung Haushalt und Personal Referat Personalwirtschaft III C 6
ista SE-Firmenlogo
Projektingenieur - Technische Gebäudeausrüstung und Energiedienstleistungen (m/w/d) ista SE
Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Köln, München Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Straßenplanung und Entwurf Die Autobahn GmbH des Bundes
Dillenburg Zum Job 
über Tröger & Cie. Aktiengesellschaft-Firmenlogo
Zweigniederlassungsleiter Großprojekte West (m/w/d) über Tröger & Cie. Aktiengesellschaft
Nordrhein-Westfalen Zum Job 

Es basiert darauf, dass eine Kamera an der Frontseite des Fahrzeugs Fußgänger oder Radfahrer erkennt. Wenn die Entfernung ein bestimmtes Maß unterschreitet, ertönt aus sechs Lautsprechern ein Warnton. Der ist aber so ausgelegt, dass er weder die Passanten noch Anwohner aufregen soll. Er sei um bis zu 5 dB leiser als ein gewöhnlicher Benzin- oder Dieselmotor.

Sirenentöne früh verworfen

Drei Jahre lang haben die Entwickler an dem jetzt präsentierten System gearbeitet. „Sirenenartige Töne wurden schon früh verworfen, weil sie laut und irritierend waren und manchmal andere Verkehrsteilnehmer wütend machten“, berichtet Nissan. Wenig überraschend. Das Signal klingt nun erheblich sanfter, soll aber doch deutlich genug sein, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, und zwar nicht nur bei Passanten, sondern auch beim Fahrer selbst, der den Ton ebenfalls im Innenraum hört.

Für den Praxistest hat Nissan das System in eines seiner Autos vom Typ Leaf eingebaut. Die Resonanz eines ausgewählten Publikums sei wohlwollend gewesen, erklärt der Hersteller. Allerdings ist völlig unklar, wohin das nun führt. Präzisere Ergebnisse und Testdaten gibt es nicht. Und dass E-Autos bald alle mit diesem akustischen Warnsystem herumfahren, ist nicht absehbar.

Der Hersteller sagt dazu: „Die Ergebnisse bieten ein unschätzbar wertvolles Referenzmaterial für weitere Forschungen auf diesem Gebiet.“ Immerhin werde die Entwicklung wahrscheinlich in eine künftige europäische Gesetzgebung zu Elektro-Auto-Fußgänger-Alarmtönen einfließen.

 

Ein Beitrag von:

  • Werner Grosch

    Werner Grosch ist Journalist und schreibt vor allem über Technik. Seine Fachgebiete sind unter anderem Elektromobilität, Energie, Robotik und Raumfahrt.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.