World Solar Challenge 19.10.2015, 12:15 Uhr

Mit Sonnenenergie 3000 Kilometer durch Australiens Outback

Der Startschuss für das weltweit härteste Rennen für Solarfahrzeuge ist gefallen: Seit gestern stromern 42 Teams aus 25 Ländern durch Australien. Gut 3000 Kilometer lang ist die Strecke der Bridgestone World Solar Challenge, die noch bis zum kommenden Sonntag läuft. Ein Team aus Deutschland ist auch dabei. Und gibt sich siegesgewiss.

Zum 15. Mal läuft seit gestern in Australien die World Solar Challenge. Das Rennen gilt als das weltweit härteste für Solarfahrzeuge. Angetreten sind 42 Teams aus 25 Ländern. Sie müssen mehr als 3000 Kilometer durch Australiens Outback zurücklegen. 

Zum 15. Mal läuft seit gestern in Australien die World Solar Challenge. Das Rennen gilt als das weltweit härteste für Solarfahrzeuge. Angetreten sind 42 Teams aus 25 Ländern. Sie müssen mehr als 3000 Kilometer durch Australiens Outback zurücklegen. 

Foto: Brendon Thorne/dpa

Die World Solar Challenge gibt es seit 1987 und der Wettkampf gilt als das weltweit härteste Rennen für Solarfahrzeuge. Bereits zum 15. Mal messen sich seit gestern Teams aus aller Herren Länder. 3021 km lang ist die Strecke und führt auf öffentlichen Straßen quer durch das australische Outback. Gestartet wurde in Darwin im Norden Australiens, Ziel ist Adelaide an der Südküste. Unterwegs sind 42 solarbetriebene Fahrzeuge aus 25 Ländern.

Der SunRiser aus Bochum fährt in der Cruiser-Klasse mit

Mit dabei ist in der im letzten Wettkampf 2013 eingeführten und auf Alltagstauglichkeit ausgerichteten Cruiser-Klasse wieder ein Team aus Deutschland: 40 Studierende der Hochschule Bochum haben in Zusammenarbeit mit dem Forschungs-Kooperationspartner ThyssenKrupp ein Elektro-Sportcoupé entwickelt und gebaut.

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Schafft bis zu 120 km/h: Der „SunRiser“ der Hochschule Bochum ist in Zusammenarbeit mit ThyssenKrupp entstanden. Das Sportcoupé startet bei der World Solar Challenge 2015 in der Cruiser-Klasse. In dieser Klasse werden Alltagstauglichkeit, eine Straßenzulassung im Ursprungsland und mindestens zwei Sitzplätze vom Reglement verlangt.

Schafft bis zu 120 km/h: Der „SunRiser“ der Hochschule Bochum ist in Zusammenarbeit mit ThyssenKrupp entstanden. Das Sportcoupé startet bei der World Solar Challenge 2015 in der Cruiser-Klasse. In dieser Klasse werden Alltagstauglichkeit, eine Straßenzulassung im Ursprungsland und mindestens zwei Sitzplätze vom Reglement verlangt.

Quelle: Hochschule Bochum

Der „SunRiser“ ist ein Zweisitzer, der mit zwei Synchronmotoren in den Radnaben mit einer Nennleistung von je 935 Watt auf eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h kommt. Die Piloten wählten für die erste Etappe eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 65 km/h, die sie als strategisch richtige Geschwindigkeit einschätzen.

Software errechnet die optimale Geschwindigkeit

Eine eigens für diesen Wettkampf programmierte Software hilft dem Bochumer Team dabei, die optimale Geschwindigkeit auszurechnen. In das Ergebnis fließen so unterschiedliche Parameter wie Wind und Sonnenschein, die Streckenführung, notwendige Stopps und Überholvorgänge ein.

Letzte Vorbereitungen vor dem Start. Das ganze Team aus Bochum ist dabei.

Letzte Vorbereitungen vor dem Start. Das ganze Team aus Bochum ist dabei.

Quelle: bosolarcar.de

Diese Energiebilanzvorhersage wird ständig nachgeführt, um stets das Optimum aus dem drei Quadratmeter großen Photovoltaik-Modul aus Galliumarsenid-Hochleistungs-Solarzellen mit knapp 900 Watt Nennleistung herauszuholen. Ohne Fahrer wiegt der SunRiser etwa 360 kg, dabei bringt alleine die Batteriezelle 84 kg auf die Waage. Eine Antriebseinheit wiegt zusammen mit der Bereifung 15,2 kg. Maximal können von diesen Nabenmotoren 7,5 kW abgerufen werden.

Letzter Kontrollstopp in Katherine

Nach fünf Stunden und 17 Minuten erreichte das Bochumer SunRiser-Team als Dritter nach 322 km den letzten Kontrollstopp in Katherine, der mit gut 6.000 Einwohnern viertgrößten Stadt im Northern Territory von Australien. Am Ende des ersten Renntages lagen die Bochumer auf Platz vier.

Gestartet wurde in Darwin im Norden Australiens, Ziel ist Adelaide an der Südküste. Wir drücken den Bochumern die Daumen.

Gestartet wurde in Darwin im Norden Australiens, Ziel ist Adelaide an der Südküste. Wir drücken den Bochumern die Daumen.

Quelle: bosolarcar.de

Hektisch wurde dann das Solarpanel auf dem Dach möglichst rechtwinklig zur Sonne ausgerichtet, um die Batterien vor Sonnenuntergang möglichst noch einmal vollzuladen. Denn das Reglement des Wettbewerbs ist sehr streng: Unterwegs dürfen die Solarfahrzeuge einzig über das Solarpanel angetrieben werden. Nur einmal, auf der Hälfte der 3.000 km langen Strecke, in Alice Springs, dürfen die Solarautos aus dem Stromnetz aufgeladen werden.

15 Jahre Erfahrung

Im Prinzip ist dem Team aus Bochum bei der World Solar Challenge 2015 einiges zuzutrauen. Vor zwei Jahren mussten sie sich zwar mit dem zweiten Platz begnügen, sie wurden vom Solar-Team Eindhoven geschlagen.

Das Solar Team Eindhoven fuhr bei der Qualifikation mit Stella Lux die Bestzeit.

Das Solar Team Eindhoven fuhr bei der Qualifikation mit Stella Lux die Bestzeit.

Quelle: Brendon Thorne/dpa

Allerdings konstruiert und baut die Hochschule Bochum als einzige Hochschule in Deutschland seit 15 Jahren von Solarenergie angetriebene Elektrofahrzeuge. Einer der Sonnenwagen aus Bochum hat vor drei Jahren die Erde einzig mit Sonnenenergie umrundet. Gleichzeitig hält die Hochschule Bochum den Guinness-Rekord für die längste solarautark gefahrene Strecke mit 29.753 Kilometern. Die Jungs und Mädels aus Eindhoven sollten sich besser warm anziehen, es könnte heiß her gehen in den nächsten Tagen in Australien.

Gewonnen haben niederländische Studenten bereits in diesem Jahr in Silverstone das erste Rennen der Formula Student 2015. Aber auch hier war es eng für die TU Delft: Unter den ersten fünf auf der Siegerliste befanden sich gleich drei deutsche Teams.

 

Ein Beitrag von:

  • Detlef Stoller

    Detlef Stoller ist Diplom-Photoingenieur. Er ist Fachjournalist für Umweltfragen und schreibt für verschiedene Printmagazine, Online-Medien und TV-Formate.

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