Herzschlag messen 23.04.2015, 09:16 Uhr

Mit Hightech-Armband gegen gefährlichen Sekundenschlaf

Ein Sekundenschlaf hinterm Steuer kann tödlich sein. Italienische Ingenieure wollen mit einem Alarmsystem gegensteuern. „Advicy Drive“ soll übermüdete Fahrer frühzeitig warnen. Dafür arbeiten Smartphone, App und ein Sensor zusammen. 

Schätzungen zufolge ist ein Sekundenschlaf in Deutschland etwa an jedem vierten Unfall mit Todesfolge auf Autobahnen schuld. 

Schätzungen zufolge ist ein Sekundenschlaf in Deutschland etwa an jedem vierten Unfall mit Todesfolge auf Autobahnen schuld. 

Foto: AdvicyDrive

Advicy Drive“ kann den Fahrer überwachen, wenn er einen Sensor, ein nur elf Gramm schweres Gerät, direkt an der Haut hat. Etwa an einem Armband oder an einer Uhr am Handgelenk. Der Hautkontakt muss sein, um den Herzschlag aufzeichnen zu können und über eine Low-Energy-Bluetooth-Verbindung mit einem Smartphone zu koppeln.

Der Sensor kann einfach wie ein Armband getragen werden. Oder am Fuß. Oder an der Unterwäsche befestigt. Wichtig ist nur, dass er direkten Hautkontakt hat.

Der Sensor kann einfach wie ein Armband getragen werden. Oder am Fuß. Oder an der Unterwäsche befestigt. Wichtig ist nur, dass er direkten Hautkontakt hat.

Quelle: AdvicyDrive

Die Messmethode nennt sich zungenbrecherisch Photoplethysmographie. Dabei wird Licht in die Haut eingestrahlt und darüber der Herzschlag berechnet. So wie man es vom Pulsmessen her durch Fingersensoren in Krankenhäusern kennt.

Schriller Alarm fordert zur Ruhepause auf

Vor dem ersten Einsatz wird „Advicy Drive“ auf die persönlichen Daten eingestellt, auf dem Smartphone konfiguriert und mit dem Sensor verbunden. Ab dann erkennt das System, wie wach oder müde jemand ist. Das kann jeder auch leicht auf dem Smartphone sehen: Wenn sich der Cursor in der grünen Zone bewegt, fährt man sicher.

Der Sensor ist mit LEDs ausgestattet. 

Der Sensor ist mit LEDs ausgestattet. 

Quelle: AdvicyDrive

Rutscht er in den roten Bereich, bedeutet das Alarm. Dann wird ein schriller, grafisch untermalter Klingelton hörbar. Im Klartext heißt das: Eine Ruhepause ist nötig. „Die Messdaten werden vom Algorithmus in Risikostufen eingeteilt“, erklärt der junge Elektronikingenieur Vincenzo Ferreri. Der Mailänder ist einer der vier Entwickler des Warnsystems, die mit ihrer Firma inzwischen ein Büro in London bezogen haben.

Bei Bedarf werden Freunde angesimst

Außerdem soll eine weitere Funktion für zusätzliche Sicherheit sorgen: Schrillt der „Wecker“ länger als 20 Sekunden, wird ein Handy-Alarm an Freunde versendet. Insgesamt an vier gespeicherte Telefonnummern kann eine Notruf-SMS gesendet werden.

Warnt nicht nur vor Sekundenschlaf: AdvicyDrive ist auch als Fitness-Sensor einsetzbar. 

Warnt nicht nur vor Sekundenschlaf: AdvicyDrive ist auch als Fitness-Sensor einsetzbar. 

Quelle: AdvicyDrive

„Auf diese Weise können Verwandte und Freunde benachrichtigt werden“, sagt Ferreri. Die können dann auch noch Alarm schlagen, indem sie den übermüdeten Fahrer direkt anrufen.

Bevor das System jedoch im Alltag an den Start gehen kann, brauchen die Erfinder noch eine Finanzspritze. Deshalb stellen sie ihre Idee auf dem Crowdfunding-Portal Kickstarter vor. Mindestens 70.000 Pfund (rund 97.000 Euro) sollen zusammenkommen. Eines der Hightech-Armbänder kostet 70 Pfund (rund 97 Euro)

Sekundenschlaf geht vielen Unfällen voraus

Für den Hinterkopf: Ein Sekundenschlaf dauert bei Autofahrern im Durchschnitt etwa 0,2 bis fünf Sekunden. Vor allem bei langen und monotonen Strecken kann es dazu kommen.

Schätzungen zufolge ist ein Sekundenschlaf in Deutschland etwa an jedem vierten Unfall mit Todesfolge auf Autobahnen schuld. Etliche Unfälle, bei denen etwa Lkw oder Busse ungebremst in eine stehende Autokolonne hineinrasen, haben mit einen Sekundenschlaf zu tun.

Von Lisa von Prondzinski

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