Handelsschifffahrt 15.11.2019, 12:01 Uhr

Die „Elektra“ ist das erste rein elektrische Schubschiff

Sie wird von einem mächtigen Batterieblock und Brennstoffzellen mit Strom versorgt. Die Elektra soll ab Ende 2020 zwischen Hamburg, Berlin und Stettin pendeln und Kohle, Kies, Schrott, aber auch Gasturbinen transportieren.

Fluss vor Landschaft mit Sonnenschein

Auf den großen Flüssen dieser Welt soll die Elektra verkehren.

Foto: panthermedia.net/zatvor

Auf der Schiffswerft Barthel in Elbe-Parey im Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt hat der Bau des weltweit ersten Elektro-Schubschiffs begonnen, das seinen Strom ausschließlich aus Batterien und Brennstoffzellen bezieht. Es soll bereits 2020 in Betrieb genommen werden. Die Elektra wird ein sogenannter Leichter, also antriebslose Kähne, über Flüsse und Kanäle von Hamburg nach Berlin und zurück schieben. Sie soll auch zwischen Berlin und Stettin pendeln. Zu den Transportgütern gehören Kohle für Berliner Kraftwerke, Kies, Schrott, aber auch technische Güter wie Gasturbinen, die Siemens in Berlin herstellt. Die Größte wiegt stolze 520 Tonnen und wird auf einem Spezialleichter namens „Ursus“ zum Export nach Hamburg geschoben.

Mit Batterien schafft die Elektra 65 Kilometer

Das Schubschiff ist 19 Meter lang und 8,2 Meter breit. Mit dem geringen Tiefgang von 1,25 Metern kann es auch schwierige Routen befahren. Bei reinem Batteriebetrieb – installiert werden Lithium-Eisen-Phosphat-Akkus – kommt die Elektra innerhalb von 8  Stunden 65 Kilometer weit. Wenn auch die 3 Brennstoffzellen, die eine Leistung von 300 Kilowatt haben, genutzt werden, verdoppeln sich Reichweite und maximale Fahrzeit. Die beiden Motoren, die die Schrauben antreiben, haben eine Leistung von jeweils 200 Kilowatt. Sie lassen sich um 360 Grad drehen, sodass die „Elektra“ äußerst gut zu manövrieren ist. Die Akkus speichern 2,32 Megawattstunden, mehr als die Hälfte des jährlichen Stromverbrauchs eines Normalhaushalts.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
RHEINMETALL AG-Firmenlogo
Verstärkung für unsere technischen Projekte im Bereich Engineering und IT (m/w/d) RHEINMETALL AG
deutschlandweit Zum Job 
MB Global Engineering GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Projektleiter Elektrotechnik (m/w/d) MB Global Engineering GmbH & Co. KG
Darmstadt Zum Job 
Nitto Advanced Film Gronau GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur (m/w/d) im Bereich Maschinen- und Anlagentechnik Nitto Advanced Film Gronau GmbH
Städtische Wohnungsgesellschaft Eisenach mbH-Firmenlogo
Bauingenieur Hochbau / Architekt (m/w/d) Städtische Wohnungsgesellschaft Eisenach mbH
Eisenach Zum Job 
Dorsch Gruppe-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Tragwerksplanung mit Perspektive auf Fachbereichsleitung Dorsch Gruppe
Wiesbaden Zum Job 
IT-Consult Halle GmbH-Firmenlogo
Trainee SAP HCM / Personalwirtschaft (m/w/d) IT-Consult Halle GmbH
Halle (Saale) Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Südbayern-Firmenlogo
Projektingenieur für Brückenbau / Tunnelbau / Ingenieurbau (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Südbayern
München Zum Job 
Regierungspräsidium Freiburg-Firmenlogo
Bachelor / Dipl. Ing. (FH) (w/m/d) der Fachrichtung Wasserwirtschaft, Umwelt, Landespflege oder vergleichbar Regierungspräsidium Freiburg
Freiburg im Breisgau Zum Job 
Clariant SE-Firmenlogo
Techniker* für Automatisierungstechnik Clariant SE
Oberhausen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieurin oder Bauingenieur in der Schlichtungsstelle (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Hannover Zum Job 
Big Dutchman International GmbH-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker / Meister (m/w/d) Big Dutchman International GmbH
BOGE KOMPRESSOREN Otto Boge GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Entwickler / Konstrukteur für die Verdichterentwicklung (m/w/x) BOGE KOMPRESSOREN Otto Boge GmbH & Co. KG
Großenhain Zum Job 
Griesemann Gruppe-Firmenlogo
Ingenieur Verfahrenstechnik / Prozessingenieur (m/w/d) Griesemann Gruppe
Wesseling, Köln Zum Job 
Energieversorgung Halle Netz GmbH-Firmenlogo
Fachingenieur Netzbetrieb Strom (m/w/d) Energieversorgung Halle Netz GmbH
Halle (Saale) Zum Job 
Hamburger Wasser-Firmenlogo
Ingenieur/Referent (m/w/d) Vergabe Ingenieur-/ Bauleistungen Hamburger Wasser
Hamburg Zum Job 
Möller Medical GmbH-Firmenlogo
Industrial Engineer (m/w/d) Möller Medical GmbH
RWE Technology International GmbH-Firmenlogo
Projektmanager (m/w/d) Anlagenrückbau RWE Technology International GmbH
MÜNZING CHEMIE GmbH-Firmenlogo
Prozessoptimierer (m/w/d) für die chemische Industrie MÜNZING CHEMIE GmbH
Elsteraue Zum Job 
über ifp | Executive Search. Management Diagnostik.-Firmenlogo
COO (m/w/d) über ifp | Executive Search. Management Diagnostik.
Norddeutschland Zum Job 
JOSEPH VÖGELE AG-Firmenlogo
Ingenieur (m/w/d) Elektrotechnik Hardwareentwicklung/Elektrokonstruktion JOSEPH VÖGELE AG
Ludwigshafen am Rhein Zum Job 

Kleines Solarkraftwerk unterstützt die Akkus

Ein weiterer Akku mit einer Kapazität von 230 Kilowattstunden speist das Bordnetz. Er wird von einer Fotovoltaikanlage unterstützt, die eine Spitzenleistung von 2,5 Kilowatt hat. Die Ladezeit für den mächtigen Batterieblock liegt bei 7 Stunden. Er kann mit zwei Mal 240 Kilowatt oder elf Mal 44 Kilowatt geladen werden.

Als Stromlieferanten sind Niedrigtemperatur-Polymer-Elektrolyt-Membran-Brennstoffzellen vorgesehen, die bei einer Temperatur von 60 bis 80 Grad Celsius arbeiten. Sie werden aus 6 Druckbehältern versorgt, die insgesamt 750 Kilogramm Wasserstoff bei einem Druck von 500 bar speichern. Um das Schubschiff mit Strom und Wasserstoff zu versorgen werden mehrere Bunkerstationen aufgebaut. Zwei entstehen an den „Endhaltestellen“ Hamburg und Berlin, eine in Lüneburg.

Schiffe emittieren 940 Millionen Tonnen Kohlendioxid

Geplant und konzipiert worden ist die Elektra von Professor Gerd Holbach, Leiter des Fachgebiets Entwurf Maritimer Systeme am Institut für Schiffs- und Meerestechnik an der Technischen Universität Berlin, und einem Team von inner- und außeruniversitären Partnern. Auftraggeber ist die Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft. Die Kosten liegen im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich, von denen einen Teil das Bundesverkehrsministerium trägt. Auf der Schiffswerft Hermann Barthel in Derben wurde Anfang November das erste Bauteil der Elektra feierlich auf Kiel gelegt.

Die Batterien liefert EST-Floattech aus Hoofddorp in den Niederlanden. Für die Brennstoffzellen ist Ballard Power Systems aus dem kanadischen Burnaby zuständig, die Weseler Anleg GmbH für die Wasserstoff-Betankungstechnik.

„Mit diesem Kanalschubboot können wir erstmals dieses hybride Energiekonzept aus Elektro-Akkumulatoren und Wasserstoff-Brennstoffzellen demonstrieren und das dynamische Zusammenwirken der Energietechnologien im laufenden Betrieb erforschen und optimieren“, so Holbach. Wenn die Testfahrten mit der Elektra erfolgreich verlaufen soll geprüft werden, ob auch andere Schiffstypen elektrifiziert werden können. Ziel ist es, die Emissionen von Ruß, Stickoxiden, Schwefeldioxid, Kohlendioxid und Lärm auf Null zu reduzieren, jedenfalls entlang des Fahrwegs. Schiffe emittieren pro Jahr weltweit 940 Millionen Tonnen Kohlendioxid, deutlich mehr als alle Verursacher in Deutschland.

In Skandinavien sind auf Kurzstrecken bereits mehrere große Fähr- und Hybridschiffe in Betrieb, jedoch noch keins im Frachtverkehr. Kleinere fahren unter anderem in Hamburg und Stralsund. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel „Nachhaltigkeit: Die Schifffahrt wird elektrifiziert“.

Weitere Themen aus der Schifffahrt:

Ein Beitrag von:

  • Wolfgang Kempkens

    Wolfgang Kempkens studierte an der RWTH Aachen Elektrotechnik und schloss mit dem Diplom ab. Er arbeitete bei einer Tageszeitung und einem Magazin, ehe er sich als freier Journalist etablierte. Er beschäftigt sich vor allem mit Umwelt-, Energie- und Technikthemen.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.