Ungewöhnlich komplexer Lampenschirm 30.01.2014, 12:34 Uhr

Italienische Designerlampen aus dem 3D-Drucker

Lampenschirme aus dem 3D-Drucker: Diese Idee hatte der italienische Designer Allessandro Zambelli. Das Verfahren ermöglicht eine ungewöhnlich komplexe Struktur, die sich künstlerisch für das Spiel mit dem Licht nutzen lässt. Die Lampenindustrie ist im 3D-Zeitalter angekommen. 

Die Schirme der Designerlampen sind löchrig wir ein Sieb. Solche komplexe Strukturen ermöglicht der 3D-Drucker. Er verschmilzt Materialschichten, die sich langsam zum Objekt auftürmen.

Die Schirme der Designerlampen sind löchrig wir ein Sieb. Solche komplexe Strukturen ermöglicht der 3D-Drucker. Er verschmilzt Materialschichten, die sich langsam zum Objekt auftürmen.

Foto: Alessandro Zambelli

Auf der Pariser Maison & Objet Ausstellung zeigte der italienische Lampenhersteller exnovo filigrane Designerlampen der neuen Kollektion Afillia. Der Clou: Die Lampenschirme aus Plastik kommen aus dem 3D-Drucker – und sind löchrig wie ein Sieb. Die ungewöhnlich Struktur wirkt sich effektvoll aus. Sie zaubert interessante Lichtspiele an die Wand. Hinter der Idee steckt der italienische Designer Alessandro Zamelli.

Handarbeit ergänzt modernes Druckverfahren

Nach dem modernen Druckverfahren folgt klassische Handarbeit. Der Schirm wird von Hand veredelt, anschließend wird ein handgefertigter Ring aus Schweizer Kiefer aus den Bergen Südtirols als Buchsenring angebracht. Dabei handelt es sich um besonders gutes Holz. Afillia bedeutet übersetzt „ohne Blätter“ und passt zum Erscheinungsbild der Lampe: eine klare Form ohne jeden Firlefanz.

Alessandro Zambelli studierte Industriedesign und Werkstofftechnik an der Cova School of Design in Mailand. Er erhielt den europäischen Verbraucher Choice Award im Jahr 2011 und ein Jahr später die Designauszeichnung NYIGF. Als Mitbegründer der Designergruppe Padiglione Italia präsentiert er der Designszene regelmäßig neue Besonderheiten.

3D-Drucker starten eine neue Ära des Druckens

3D-Drucker können Objekte in einem mehrstündigen Verfahren dreidimensional herstellen. Dabei verschmelzen sie Schichten eines Materials, die sich langsam zum Objekt auftürmen. Alle Abmessungen sind in einem Computermodell hinterlegt. Als Werkstoffe lassen sich Kunststoffe, Kunstharze, Keramiken oder Metalle in flüssiger oder fester Form verwenden.

Der 3D-Druck wird besonders dann eingesetzt, wenn ein Bauteil in geringer Auflage oder als Einzelstück benötigt wird. Architekten und Designer verwenden die Geräte gerne, um Prototypen herzustellen. Teure Produktionskosten fallen weg und Modelle lassen sich im richtigen Maßstab schnell präsentieren. Bestimmte Produkteigenschaften können dann schon im Vorfeld getestet werden.

Aber auch für die Rüstungsindustrie und die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA ist 3D-Druck ein großes Thema. So hat der britische Konzern BAE Systems kürzlich erstmals Ersatzteile für Tornado-Kampfjets der britischen Royal Air Force (RAF) mit dem 3D-Drucker hergestellt und die NASA lässt an 3D-Druckern forschen, mit denen Astronauten Ersatzteile und Werkzeuge selbst herstellen können.

 

Von Petra Funk

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