Dramatischer Smog 26.10.2015, 17:13 Uhr

Torffeuer aus Indonesien belasten ganz Südostasien

Weite Teile Südostasiens leiden derzeit unter einer dichten Qualm-Schicht aus indonesischer Brandrodung. In Indonesien selbst sind sogar Kriegsschiffe vor die Küste Sumatras beordert worden, um Gefährdete schnell evakuieren zu können. Aus dem üblichen Verfahren der Brandrodung ist diesmal eine Katastrophe geworden, die viele Länder berührt.

Gelber Dunst in Indonesien: Seit mehr als drei Monaten ist die Luft wegen wilder Feuer verschmutzt. Inzwischen werden Kriegsschiffe eingesetzt, um Gefährdete zu evakuieren.

Gelber Dunst in Indonesien: Seit mehr als drei Monaten ist die Luft wegen wilder Feuer verschmutzt. Inzwischen werden Kriegsschiffe eingesetzt, um Gefährdete zu evakuieren.

Foto: Hugo Hudoyoko/dpa

Wie in jedem Spätherbst brennen auf der großen indonesischen Insel Sumatra wieder riesige Torffeuer. Ziel ist es die Sumpfpflanzen zu verbrennen, damit Land frei wird für Anbauzwecke. Bedingt durch den jüngsten Taifun “Koppu” werden die Rauchwolken aber über weite Teile Südostasiens getrieben, so dass von Thailand über Malaysia und Singapur bis zu den Philippinen diesmal unzählige Menschen darunter leiden – nicht nur die direkt betroffenen Indonesier. Die ungünstigsten Prognosen sagen vorher, dass diese Situation noch bis zum Jahresende anhält. 

Grenzwert für Luftverschmutzung erheblich überschritten

Wenn Bäume und andere Pflanzen in Sümpfen verbrannt werden, entsteht erheblicher Qualm, der von den Winden in die verschiedensten Richtungen getrieben wird. Und überall Schaden anrichtet. Der so genannte PSI Index (PSI steht für Pollutant Standards Index) gilt bei Werten, die über 200 hinausgehen, in vielen Ländern, beispielsweise in Singapur als stark gesundheitsgefährdend.

Mehr als 40.000 Menschen sollen bereits infolge des Smogs an Infektionen erkrankt sein. 

Mehr als 40.000 Menschen sollen bereits infolge des Smogs an Infektionen erkrankt sein. 

Foto: Rony Muharrman/dpa

In Indonesien wurde am Sonntag (25. Oktober) ein Wert von 1682 ausgewiesen. Das war noch bei weitem nicht so schlimm wie am Samstag, als der Index kurzfristig auf 2400 stieg.

Regierung in Djakarta alarmiert Kriegsschiffe für Evakuierung

In Indonesien wird die Situation inzwischen als so gefährlich bewertet, dass die Regierung in Djakarta mehrere Kriegsschiffe und speziell gecharterte zivile Schiffe vor die Küste von Sumatra beordert hat, um in den nächsten Tagen Babys und Kleinkinder zu evakuieren. Auf den Philippinen verbieten zahlreiche Flughäfen Starts und Landungen, weil die Sicht katastrophal ist.

Kaum zu erkennen: Ein Holzboot auf dem Fluss Kahayan in Indonesien. Die Aufnahme stammt vom  23. Oktober 2015. Schuld an dem Desaster sind Brandrodungen. 

Kaum zu erkennen: Ein Holzboot auf dem Fluss Kahayan in Indonesien. Die Aufnahme stammt vom  23. Oktober 2015. Schuld an dem Desaster sind Brandrodungen. 

Foto: Hugo Hudoyoko/dpa

In Singapur, das von Sumatra nur durch die so genannte Malakka-Straße, einen wichtigen Schifffahrtsweg getrennt ist, reicht die Sicht bei weitem nicht so weit wie die Landebahnen des Großflughafens Changi lang sind. Viele Menschen sind in Singapur im Freien nur mit Mund- und Nasenschutz unterwegs, um nicht allzu viele der Schadstoffe einzuatmen.

Massiver Druck auf Indonesien

Die indonesische Regierung, die bis in die Gegenwart immer wieder Lizenzen zum Abbrennen der Pflanzen in den Sümpfen vergeben hat, steht inzwischen unter massivem Druck, diese Praxis aufzugeben. Das reicht soweit, dass Singapur Unternehmen, die in Indonesien Sümpfe abbrennen, verboten hat, ihre Produkte in dem Stadtstaat zu vertreiben.

An vielen Flughäfen fallen stundenlang Starts und Landungen wegen schlechter Sicht aus.

An vielen Flughäfen fallen stundenlang Starts und Landungen wegen schlechter Sicht aus.

Foto: Paul Hilton/dpa

Denn eigentlich gibt es ein Abkommen, mit dem zehn südostasiatische Länder einhellig auf solche Praktiken wie die Brandrodung verzichten. Aber Indonesien hat dieses Abkommen als letztes Land und noch dazu mit großer Verzögerung unterschrieben. Und ganz offensichtlich richtet sich das Land bislang nicht nach dem Unterschriebenen. 

Sumatra leidet am stärksten

Da Indonesienaber ein Land mit vergleichsweise ausgeprägter Korruption ist, fällt die Abkehr von der Brandrodung schwerer als in Europa vorstellbar. Jetzt aber hat sich die Lage so verschlechtert, dass kürzlich die Regierung im von Sumatra weit entfernten Djakarta die wenig geliebten Regierenden in Singapur um schnelle Hilfe gebeten hat. Brandbekämpfungsspezialisten aus Singapur sowie anderes technisches Hilfspersonal sind daraufhin wochenlang in Sumatra im Einsatz gewesen. Unter normalen Verhältnissen wären Hubschrauber aus Singapur mit militärischen Kennzeichen in Indonesien unvorstellbar gewesen.

Taifun Koppu hat nicht nur selbst erheblichen Schaden angerichtet, sondern auch noch die Rauchwolken über weite Teile Südostasiens getrieben, so dass von Thailand über Malaysia und Singapur bis zu den Philippinen diesmal unzählige Menschen unter der Brandrodung Indonesiens leiden.

Taifun Koppu hat nicht nur selbst erheblichen Schaden angerichtet, sondern auch noch die Rauchwolken über weite Teile Südostasiens getrieben, so dass von Thailand über Malaysia und Singapur bis zu den Philippinen diesmal unzählige Menschen unter der Brandrodung Indonesiens leiden.

Foto: Francis R. Malasig/dpa

Aber selbst die Philippinen, wo mindestens 30 Millionen Menschen in der derzeitigen Rauchzone der Indonesier leben müssen, haben angekündigt, dies künftig nicht mehr hinzunehmen. Eine ähnliche Erklärung hat auch das Außenministerium in Singapur abgegeben. Auch dort leidet inzwischen der Reise- und vor allem der Tourismusverkehr stark unter der Luftverschmutzung. Da hilft es auch nicht viel, wenn die Hotels begonnen haben, ihren Gästen auf Wunsch Mund- und Nasenschutz kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Smog ist ein nicht zu unterschätzendes Gesundheitsrisiko: Weltweit sterben 3,3 Millionen Menschen jährlich an den Folgen. In Deutschland ist Dresden die Stadt mit der höchsten Feinstaub-Belastung. 

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