GREAT BARRIER REEF 19.06.2014, 11:50 Uhr

Korallen verkraften große Temperaturveränderungen besser als erwartet

Vor tausenden Jahren war das Wasser vor Australiens Küste weitaus kälter als heute. Trotzdem wuchsen die Korallen, und sie ließen sich auch von der folgenden Erwärmung nicht stoppen. Das beweisen Bohrkernanalysen aus Bremen.

Luftaufnahme des Great Barrier Riffs vor der Küste Australiens. 

Luftaufnahme des Great Barrier Riffs vor der Küste Australiens. 

Foto: dpa/Great Barrier Reef Marine Park Authority

Die Korallen im Great Barrier Reef vor der Nordostküste Australiens sind anpassungsfähiger als vermutet. Wasser, das deutlich kälter war als heute, haben sie problemlos überstanden, auch Temperaturschwankungen von mehreren Grad. Das ist das überraschende Ergebnis einer internationalen Expedition unter Beteiligung des Zentrums für Marine Umweltwissenschaften (Marum) an der Universität Bremen.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Niedersächsische Landesamt für Bau und Liegenschaften-Firmenlogo
Ingenieure (m/w/d) Architektur / Bauingenieurwesen Niedersächsische Landesamt für Bau und Liegenschaften
Hannover Zum Job 
Landeshauptstadt Stuttgart-Firmenlogo
Projektleiter*in Architektur für öffentliche Bauten (m/w/d) Landeshauptstadt Stuttgart
Stuttgart Zum Job 
Landeshauptstadt Stuttgart-Firmenlogo
Projektleiter*in Elektrotechnik und Versorgungstechnik (m/w/d) Landeshauptstadt Stuttgart
Stuttgart Zum Job 
PYUR - Tele Columbus Betriebs GmbH-Firmenlogo
Projektleiter Netzqualität (all genders) PYUR - Tele Columbus Betriebs GmbH
Leipzig, Dresden Zum Job 
WACKER-Firmenlogo
Ingenieur Verfahrenstechnik / Maschinenbau (w/m/d) WACKER
Burghausen Zum Job 
Umicore AG & Co. KG-Firmenlogo
Electrical and Instrumentation Engineer (m/w/d) Umicore AG & Co. KG
Hanau-Wolfgang Zum Job 
SWM Services GmbH-Firmenlogo
Inbetriebsetzungsleiter*in Verfahrenstechnik (m/w/d) SWM Services GmbH
München Zum Job 
Panasonic Industrial Devices Europe-Firmenlogo
Automotive Software Engineer (m/f/d) Hybrid Panasonic Industrial Devices Europe
Lüneburg Zum Job 
TÜV Rheinland-Firmenlogo
Ingenieur*in als Sachverständige*r Aufzugsprüfung (w/m/d) TÜV Rheinland
München Zum Job 
TÜV Rheinland-Firmenlogo
Produktmanager*in Werkzeuge und Gartengeräte (w/m/d) TÜV Rheinland
Nürnberg Zum Job 
TÜV Rheinland-Firmenlogo
Ingenieur*in als Sachverständige*r Elektrotechnik - Baurecht TÜV Rheinland
Nürnberg Zum Job 
Kölner Verkehrs-Betriebe AG-Firmenlogo
Projektingenieur (w/m/d) Planung/Bauleitung Bahnstromversorgung Kölner Verkehrs-Betriebe AG
Kölner Verkehrs-Betriebe AG-Firmenlogo
Ingenieur (w/m/d) Elektrotechnik Kölner Verkehrs-Betriebe AG
DUNGS-Firmenlogo
Entwickler Embedded Software (m/w/d) DUNGS
Urbach, Hagen Zum Job 
Frankfurt University of Applied Sciences-Firmenlogo
Professur (Bes. Gr. W2 HBesG) für das folgende Fachgebiet: Künstliche Intelligenz in Kommunikationsnetzen Frankfurt University of Applied Sciences
Frankfurt am Main Zum Job 
DUNGS-Firmenlogo
Servicetechniker (m/w/d) DUNGS
Südwestfalen Zum Job 
DUNGS-Firmenlogo
Software Engineer Automation C# (m/w/d) DUNGS
Berliner Wasserbetriebe-Firmenlogo
Leitung (w/m/d) Schwerpunktwasserwerk Beelitzhof Berliner Wasserbetriebe
HAMAMATSU Photonics Deutschland GmbH-Firmenlogo
Support & Applikations Ingenieur für Digitale Pathologie Systeme (m/w/d) HAMAMATSU Photonics Deutschland GmbH
Herrsching am Ammersee Zum Job 
Berliner Wasserbetriebe-Firmenlogo
Ingenieur:in Projektsteuerung (w/m/d) Berliner Wasserbetriebe

An Bord des Forschungsschiffs Maya untersuchten die Wissenschaftler den Untergrund des 2000 Kilometer langen Riffs. Sie bargen an zwei Stellen Bohrkerne, die sie in Bremen analysierten.

Korallen haben Kaltwasserperiode gut überstanden

„Bislang war relativ wenig darüber bekannt, wie die Meerestemperaturen vor Ost-Australien in diesem Abschnitt der Klimageschichte angestiegen sind“, sagt Expeditionsleiter Dr. Jody Webster von der Universität Sydney. „Heute liegen die jährlichen Durchschnittstemperaturen an unserer nördlichen Lokation bei 26,6 Grad Celsius und bei 26,0 drei Breitengrade weiter südlich.“

Bohrkern mit Korallenschlamm aus dem Great Barrier Reef: Die Auswertung hat jetzt gezeigt, dass sich Korallen offenbar bessere an klimatische Veränderungen anpassen können als bislang bekannt.

Bohrkern mit Korallenschlamm aus dem Great Barrier Reef: Die Auswertung hat jetzt gezeigt, dass sich Korallen offenbar bessere an klimatische Veränderungen anpassen können als bislang bekannt.

Quelle: ECORD/ESO

Während des Höhepunkts der letzten Kaltzeit lagen die Wassertemperaturen indes einige Grad Celsius niedriger als heute. Besonders überrascht war das Autorenteam aber vom Nord-Süd-Gefälle der Temperaturen im Riff: „An unserer südlichen, äquatorferneren Lokation war das Wasser während der Zeit vor 20.000 bis 13.000 Jahren um durchschnittlich zwei bis drei Grad kühler als weiter nördlich“, berichtet Dr. Helen McGregor, die früher am Marum arbeitete und jetzt an der Australian National University in Canberra forscht. „Heute dagegen beträgt der Temperaturunterschied nur weniger als 0,6 Grad Celsius.“

Überraschend dann die Auswertung der Bohrkerne, die zeigt, wie die Korallen auf die Temperaturunterschiede reagiert haben. Obwohl in der letzten Kaltwasserperiode vor 20.000 bis 13.000 Jahren die Temperatur um einige Grad unter der heutigen Marke von 26 Grad Celsius lag, stellten die Korallen ihr Wachstum nicht ein. Das galt auch, als die Temperatur wieder anstieg.

Korallen im Great Barrier Reef vor Australien: Derzeit erholen sich die Bestände wieder.

Korallen im Great Barrier Reef vor Australien: Derzeit erholen sich die Bestände wieder.

Quelle: dpa/Australien Institut of Marine Science

Das gibt zur Hoffnung Anlass, dass die Kleinlebewesen auch einen künftigen Anstieg der Wassertemperaturen überstehen. Das sei allerdings keineswegs sicher, sagt der Marum-Wissenschaftler Thomas Felis.

Das Alter der Korallen, die in den Bohrkernen sichergestellt wurden, ermittelten die Forscher mit der Uran-Thorium-Methode. Uran ist in gelöster Form fein verteilt in Wasser. Das radioaktive Schwermetall wird von Lebewesen aufgenommen und in deren Kalkgerüst eingelagert. Mit der Zeit zerfällt es unter anderem in Thorium, ein Element, das sich nicht in Wasser löst, also nur als Zerfallsprodukt des Urans im Kalkgerüst entstehen kann. Aus der gefundenen Menge lässt sich der Zeitraum ablesen, der seit der Uraneinlagerung vergangen ist.

Farbenprächtiger Korallenbewuchs am Great Barrier Reef vor der Küste Australiens.

Farbenprächtiger Korallenbewuchs am Great Barrier Reef vor der Küste Australiens.

Quelle: dpa/Great Barrier Reef Marine Park Authority

Die jeweils zugehörige Temperatur bestimmten die Forscher mit Hilfe des Calzium-Strontium-Verhältnisses, das für jeden Wert typisch ist. Mit dieser Methode lässt sich eine Genauigkeit von 0,5 Grad erreichen.

Das Riff erholt sich nur langsam

Zwischen 1985 und 2012 ist die Hälfte aller Korallen im Riff abgestorben. Bisher machte man dafür die Wassererwärmung als Folge der globalen Klimaveränderungen verantwortlich. Große Teile des Riffs erholten sich allerdings, was ein Zeichen dafür sein könnte, dass Korallen gegenüber Temperaturschwankungen unempfindlicher sind als gedacht. Möglicherweise kommen die Korallen allerdings mit dem Tempo der Erwärmung auf Anhieb nicht klar. Das weltgrößte Korallenriff gehört seit 1981 zum Weltnaturerbe.

Ein Beitrag von:

  • Wolfgang Kempkens

    Wolfgang Kempkens studierte an der RWTH Aachen Elektrotechnik und schloss mit dem Diplom ab. Er arbeitete bei einer Tageszeitung und einem Magazin, ehe er sich als freier Journalist etablierte. Er beschäftigt sich vor allem mit Umwelt-, Energie- und Technikthemen.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.