Die wichtigsten Ressourcen dieser Welt 24.01.2020, 11:26 Uhr

Rohstoffe und ihr Vorkommen im Überblick

Der Klimawandel dringt in das Bewusstsein der Menschen. Doch nicht nur der Ausstoß an Treibhausgasen sollte uns zu Denken geben, auch die Bestände an Rohstoffen geben Anlass zur Sorge. Rohstoffe haben uns reich gemacht, keine Frage, doch sie gehen zur Neige. Hier finden Sie einen Überblick der wichtigsten Rohstoffe auf dieser Welt.

Rohstoff Abbau

Foto: panthermedia.net/BlackTokyo

Egal, welchen Rohstoff man sich anschaut jede Verbrauchskurve zeigt nach oben. Mineralien werden dem Boden genommen, Kraftstoffe und Metalle benötigt. Abgerodete Wälder, trockene Böden und natürliche Treibhausgase sind die Folge. 2019 war die Menge an Ressourcen, die uns Menschen in einem Jahr zur Verfügung stehen, bereits am 29. Juli aufgebraucht. Nur 7 Monate haben die Ressourcen gereicht. 1971 fiel dieser Tag noch auf den 21. Dezember. Viele werden den Begriff bereits kennen: Der Erdüberlastungstag zeigt das Datum, an dem die Menschheit ihre Ressourcen für das Jahr eigentlich schon aufgebraucht hat.

Was sind die wichtigsten Rohstoffe?

Seltene Erden und Edelmetalle gehören zu den wichtigsten Rohstoffen, denn sie bilden die Basis der Elektroindustrie. Auf jeden Fall sind sie auf dem besten Weg Kohle und Erze als zentrale Rohstoffe der Welt abzulösen. 

Heute wohnen 7,7 Milliarden Menschen auf der Erde. Welche Rohstoffe in Zukunft die größte Herausforderung darstellen, lesen Sie im Folgenden.

Aluminium

Aluminium kommt am häufigsten in der Erdkruste vor. Der Masseanteil beträgt 8,2 %. Aus dem Mineral Bauxit gewinnt man Aluminium, das nicht rostet und sehr leicht ist. Aluminium ist somit das am meisten genutzte Metall der Welt. Herausfordernd ist jedoch die Lösung des Aluminiums aus dem Bauxit, denn dafür ist pro Kilogramm eine Energiemenge von bis zu 18 Kilowattstunden nötig. 

Erdöl

Erdöl gilt als einer der klimaschädlichsten Rohstoffe der Welt. Aktuell sind noch bis zu 200 Milliarden Tonnen verfügbar. Laut der US-Energiebehörde EIA ist die Verbrennung von Öl in Autos, Fabriken und Kraftwerken für 36 % aller CO2-Emissionen verantwortlich. 1861 wurden 300.000 Tonnen Erdöl gefördert. Ab 1945 stieg diese Zahl schon auf 370 Millionen Tonnen. Insgesamt sind seit dem 19. Jahrhundert 135 Milliarden Tonnen Öl gefördert worden. Wie lange die Bestände an Erdöl noch reichen, steht regelmäßig zur Debatte. Ölkonzerne wie BP, die ein Eigeninteresse an der Förderung haben, gehen optimistisch von 50 Jahren aus. Schätzungen der Association for the Study of Peak Oil and Gas sieht das kritischer und geht von 25 Jahren Gewinnung von konventionellem Öl aus. Öl aus Schiefersand, das heißt aus unkonventionellen Lagerstätten, können noch bis ins 22. Jahrhundert hinein gefördert werden. Doch das hätte verheerende Ausmaße für die Umwelt. Vor dem Hintergrund des Klimawandels ist ein Ausstieg aus der Ölförderung bis 2050 nötig. 

Kohle

Der Kohleausstieg ist in Deutschland bis 2038 besiegelt. Kohle ist extrem klimaschädlich, auch wenn es noch Vorräte in Höhe von 1,1 Billionen Tonnen gibt. Die nächsten 150 Jahre könnten wir locker Energie durch Kohle erzeugen doch unsere Umwelt spielt da nicht mehr mit. Erdöl, Erdgas und Kohle zählen zu den klimaschädlichsten Rohstoffen auf der Erde. Laut EIA entstehen 44 % der energiebedingten CO2-Emissionen aus der Kohleverbrennung. In der Powering Past Coal Alliance haben sich 32 Industriestaaten zusammengefunden, um den Kohleausstieg bis 2030, spätestens bis 2050, voranzutreiben. USA, China und Indien sind allerdings nicht mit eingeschlossen das ist besonders kritisch, da diese Staaten zu den großen Kohleverbrauchern gehören. 

Lithium

Das leichteste Metall der Welt ist Lithium. Die bekannten Vorräte betragen 14 Millionen Tonnen. Bis in die 90er Jahre fand Lithium als Spezialmetall Anwendung in Metalllegierungen. Mit der Entwicklung der Lithium-Ionen-Akkus erfuhr das Metall einen wahren Hype. Ob Smartphones, Laptops oder Akkuschrauber: In jedem Device findet sich mittlerweile Lithium. Die Elektromobiliät macht den Rohstoff zum Massenprodukt. Seit 1999 hat sich die Förderung versechsfacht. Vor allem in Chile, Bolivien und Argentinien befinden sich 70 % der Reserven. Lithium lagert dort in Salzpfannen. Doch die Situation ist wie bei vielen anderen Rohstoffen ähnlich: Ersetzen Lithium-Ionen-Akkus zunehmend Erdöl, wird auch diese Quelle eines Tages knapp.

Palmöl

Wer den Regenwald schützen möchte, sollte auf Palmöl verzichten. Veganer meiden ebenfalls Produkte, die diesen pflanzlichen Rohstoff enthalten. Prinzipiell ist die Nutzung von Palmöl positiv zu sehen, denn es handelt sich zum einen um einen nachwachsenden Rohstoff, zum anderen enthält das Öl einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren. Die weltweite Anbaufläche wird auf 19 Millionen Hektar geschätzt. Pro Hektar lassen sich über 3 Tonnen aus den Ölfrüchten erwirtschaften. Zum Vergleich: ein Hektar Raps erbringt 0,8 Tonnen Rapsöl. Nun zur Schattenseite: Für neue Anbauflächen wurden sowohl in Indonesien als auch in Malaysia große Flächen Regenwald abgeholzt. Malaysia hat angekündigt bis 2023 die Erweiterung der Anbauflächen zu stoppen. Indonesien plant hingegen neue Plantagen, die 8 Millionen Hektar betragen sollen. Durch Brandrodungen wird weiteres CO2 freigesetzt. 

Phosphor

Pflanzen können ohne Phosphor nicht wachsen. Neben Stickstoff und Kalium gehört der Rohstoff zu den wichtigsten Nährstoffen für Nahrungspflanzen. Doch Phosphor wird knapp und kann nicht so einfach ersetzt werden. Schwindet Phosphor, wirkt sich das auch auf den Anbau von Mais, Hirse und Reis aus. Ackerböden enthalten zwar reichlich Phosphor, doch nur ein geringer Teil davon kann von Pflanzen aufgenommen werden. Phosphorhaltiger Dünger ist die Folge. Für den Kunstdünger wird der Nährstoff aus Phosphatgestein gewonnen. 70 % dieser Vorräte lagern in Marokko. 

Sand

Sand gibt es auf der Erde in Hülle und Fülle, dennoch ist der Vorrat kritisch. 12 Billionen Tonnen soll es noch weltweit geben. In Dünen, Wüstengebieten und auf dem Meeresgrund befinden sich Gesteinskörner, die hauptsächlich aus Siliziumdioxid bestehen. Doch auch Sand ist endlich. Die feinen Körner entstehen aus der Erosion von Gesteinen. Vor allem an den Küsten wird Sand zum knappen Gut, denn bis die Körnchen die Flussmündungen der Weltmeere erreichen, vergehen zum Teil eine Million Jahre. Erst dann lagert sich Sand an Küsten und auf den Kontinentalschelfen ab. Doch nur der leicht kantige Sand aus Wasser eignet sich, um Beton herzustellen. Dieser besteht zu 30 % aus Sand. 

Aufgrund des Baubooms, vor allem in China, nimmt der Betonbedarf zu. In den Metropolen dieser Welt entstehen immer mehr Neubauwohnungen. In China sind seit 1980 eine halbe Milliarde Menschen in Neubauten gezogen. Besonders brisant: Es gibt keine weltweite Datenerhebung zum Sandverbrauch. Die UN-Umweltorganisation Unep schätzt jedoch, dass pro Jahr 50 Milliarden Tonnen Sand verbraucht werden. In Asien sind zahlreiche Flussbetten und Uferstreifen schon leer gebaggert. 

Die Unmengen an Wüstensand eignen sich nicht für die Herstellung von Beton, da er zu fein ist. Das führt wiederum zu abenteuerlich anmutenden Bauprojekten. Das höchste Gebäude der Welt, der Burdsch Chalifa in Dubai, wurde vollständig mit Sand aus Australien gebaut. Forscher haben allerdings schon ein Verfahren entwickelt, wie aus Wüstensand Bausteine werden. Polycare aus Thüringen gibt dem Wüstensand Polyesterharz hinzu. Dieses Gebinde härtet innerhalb von 20 Minuten aus. 

Seltene Erden

120 Millionen Tonnen “Seltene Erden” gibt es auf unserem Planeten. Darunter versteht man eine Reihe von Spezialmetallen, wie Cer, Lanthan oder Yttrium. Die Metalle kommen in Elektronik, Laser und Magneten vor. Windräder laufen beispielsweise über Permanentmagnete. Durch den Auftrieb der Windkraft ist Seltene Erden als Rohstoff attraktiver geworden. Im Kontrast zum Namen kommen die Metalle häufiger in der Erdkruste vor als man meint – nämlich 10.000-mal häufiger als Gold, Silber und Platin. Seltene Erde kommt allerdings nicht in großen Mengen im Gestein vor, sondern ist in Mineralien eingeschlossen. Seit den 90er Jahren werden Seltene Erden fast ausschließlich in China abgebaut. 

Das ist das rohstoffreichste Land der Welt

In Russland schlummern die meisten Rohstoffe der Welt. In Russland lagern mehr als 5 % der weltweiten Ölreserven. Insgesamt sitzt Russland umgerechnet auf mehr als 65 Billionen Euro Rohstoffen. Neben den größten Erdgasreserven weist das Land auch das zweitgrößte Eisenerzaufkommen auf. 

Deutschland ist im Vergleich eher rohstoffarm, verfügt aber über ausreichend Vorkommen. Kies und Bausand zählen mit 270 Millionen Tonnen zu den zentralen heimischen Rohstoffen. Braunkohle liegt bei 180 Millionen Tonnen doch hier ist der Ausstieg der Förderung bereits besiegelt. 

Lesen Sie auch:

Rohstoffe sind als langfristiges Investment ungeeignet

Brennstoff aus Wasserhyazinthen

Recycelter Bauschutt statt Sandmangel

Stellenangebote im Bereich Kunststofftechnik

B. Braun Melsungen AG-Firmenlogo
B. Braun Melsungen AG Ingenieur / Techniker (m/w/d) Bad Arolsen
Bavaria Medizin Technologie GmbH-Firmenlogo
Bavaria Medizin Technologie GmbH Projektingenieur Produktentwicklung (m/w/d) Weßling
Murrelektronik GmbH-Firmenlogo
Murrelektronik GmbH Senior Konstrukteur (m/w/d) Oppenweiler
MED-EL Medical Electronics-Firmenlogo
MED-EL Medical Electronics Mechanical Design Engineer (m/f) Innsbruck (Österreich)
CABKA GmbH & Co. KG-Firmenlogo
CABKA GmbH & Co. KG Leiter Instandhaltung (m/w/d) Weira bei Pößneck
XENIOS AG-Firmenlogo
XENIOS AG Development Engineer (m/w/d) Disposables Heilbronn

Alle Kunststofftechnik Jobs

Top 5 Rohstoffe

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.