Magmatische Flüssigkeiten 17.12.2024, 10:30 Uhr

Entschlüsselt: Die Reise des Goldes durch die Erdkruste

Wie kommt Gold vom Erdinneren an die Oberfläche? Forschende aus Genf haben eine Antwort darauf gefunden. Schwefel spielt dabei eine wichtige Rolle.

Vulkan Schwefel

Schwefelverbindungen, die zum Beispiel bei Vulkanen nach oben streben, spielen eine entscheidende Rolle beim Transport von Gold durch die Erdkruste.

Foto: PantherMedia / vichie81

Gold fasziniert die Menschheit seit Jahrtausenden, auch wenn darüber gesprochen wird, dass es vielleicht bald von Bitcoin als Wertanlage abgelöst wird. Doch wie gelangt das Edelmetall eigentlich an die Erdoberfläche? Neueste Forschungen der Universität Genf (UNIGE) haben einen möglicherweise entscheidenden Mechanismus offengelegt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zeigen, wie Gold in magmatischen Flüssigkeiten transportiert wird und welche Rolle Schwefelverbindungen dabei spielen. Diese Erkenntnisse bringen nicht nur Klarheit über die Entstehung von Goldlagerstätten, sondern könnten auch die Rohstoffsuche erleichtern.

Wie Magmen entstehen und aufsteigen

Die Reise des Goldes beginnt tief im Erdinneren. Wenn zwei tektonische Platten aufeinandertreffen, taucht eine der Platten in den Erdmantel ab. Dort herrschen extreme Bedingungen: Druck und Temperaturen von über 1000 Grad Celsius. Durch die abtauchende Platte wird Wasser freigesetzt. Dieses Wasser reduziert die Schmelztemperatur des Mantelgesteins, wodurch flüssiges Magma entsteht.

Aufgrund seiner geringen Dichte steigt das Magma zur Erdoberfläche auf. Während dieser Reise verliert es durch den Druckabfall wasserreiche magmatische Flüssigkeiten. Diese Flüssigkeiten sind reich an flüchtigen Bestandteilen wie Schwefel und Chlor. Genau diese Elemente spielen eine Schlüsselrolle beim Transport von Metallen.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Stadt Freiburg-Firmenlogo
Ingenieur*in / Techniker*in / Meister*in Elektrotechnik als Projektleitung Stadt Freiburg
Freiburg Zum Job 
Staatliches Baumanagement Hannover-Firmenlogo
Ingenieure (m/w/d) Elektrotechnik Staatliches Baumanagement Hannover
Hannover Zum Job 
Koehler Paper-Firmenlogo
Produktionsingenieur (m/w/d) Papier Koehler Paper
Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur - Oberbauleiter Rohbau (m/w/d) Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG
Metzingen Zum Job 
Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur/Bautechniker - Bauleiter Rohbau (m/w/d) Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG
Stuttgart Zum Job 
Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur/Bautechniker - Bauleiter Rohbau (m/w/d) Gottlob Brodbeck GmbH & Co. KG
Metzingen Zum Job 
Brodbeck Service und Verwaltung GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Technischer Einkäufer (m/w/d) Brodbeck Service und Verwaltung GmbH & Co. KG
Metzingen Zum Job 
Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF-Firmenlogo
Ingenieur Mikroelektronik - Hochfrequenztechnik / Messtechnik (all genders) Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF
Freiburg im Breisgau Zum Job 
Hirschvogel Holding GmbH-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker als Planer Qualitätsmanagement für Kundenprojekte (m/w/d) Hirschvogel Holding GmbH
Denklingen Zum Job 
Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY-Firmenlogo
Scientist for FPGA-based RF signal processing and control (m/f/d) Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY
Hamburg Zum Job 
JOST-Werke Deutschland GmbH-Firmenlogo
Manager Testing & Prototyping Global | Mechanical Systems (m/w/d) JOST-Werke Deutschland GmbH
Neu-Isenburg (bei Frankfurt a. M.) Zum Job 
Landkreis Reutlingen-Firmenlogo
Leitung (w/m/d) des Kreisbauamtes Landkreis Reutlingen
Reutlingen Zum Job 
kbo-Donau-Altmühl-Kliniken gGmbH-Firmenlogo
Bautechniker (m/w/d) kbo-Donau-Altmühl-Kliniken gGmbH
Ingolstadt, Taufkirchen, Freising, Eichstätt Zum Job 
Markt Bad Abbach-Firmenlogo
Sachgebietsleitung Hochbau und Gebäudeunterhaltung (w/m/d) Markt Bad Abbach
Bad Abbach Zum Job 
RHEINMETALL AG-Firmenlogo
Verstärkung für unsere technischen Projekte im Bereich Engineering und IT (m/w/d) RHEINMETALL AG
deutschlandweit Zum Job 
Hamburg Wasser-Firmenlogo
Ingenieur Projektleitung Großprojekte Wasserwerke (m/w/d) Hamburg Wasser
Hamburg Zum Job 
Sweco GmbH-Firmenlogo
Teamleitung Verkehr & Wasser (w/m/x) Sweco GmbH
Hannover Zum Job 
Stadtwerke Strausberg GmbH-Firmenlogo
Techniker Stromnetz - Netzkoordination & Digitalisierung (m/w/d) Stadtwerke Strausberg GmbH
Strausberg Zum Job 
Logistik Stahlbau Fischer GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Technischer Vertriebsmitarbeiter (m/w/d) im Stahlbau Logistik Stahlbau Fischer GmbH & Co. KG
Karlsruhe Zum Job 
Ministerium für Schule und Bildung Nordrhein-Westfalen-Firmenlogo
Lehrkraft (m/w/d) Ministerium für Schule und Bildung Nordrhein-Westfalen
Nordrhein-Westfalen Zum Job 

Die Rolle von Schwefel in magmatischen Flüssigkeiten

Schwefel ist ein Schlüsselakteur, wenn es um die Mobilisierung von Metallen geht. Er kann in verschiedenen chemischen Formen vorliegen – eine Eigenschaft, die als Redoxzustand bezeichnet wird. Schwefel kann Elektronen aufnehmen oder abgeben, wodurch er unterschiedliche Bindungen mit Metallen eingehen kann.

Über die genaue Rolle der Schwefelformen gab es jedoch lange Streit in der Wissenschaft. Insbesondere wurde diskutiert, ob sogenannte Schwefelradikale (S3-) die Hauptakteure beim Metalltransport sind.

Ein Forschungsteam der UNIGE hat diese Debatte nun möglicherweise beigelegt. Ihre Experimente zeigen, dass Schwefel in Form von Bisulfid (HS-) für den Transport von Gold in magmatischen Flüssigkeiten verantwortlich ist. Diese Entdeckung revolutioniert das Verständnis der geologischen Prozesse, die zur Bildung von Goldlagerstätten führen.

Innovative Experimente bringen Klarheit

Um die Rolle von Schwefel in magmatischen Bedingungen zu untersuchen, entwickelten die Forschenden der UNIGE eine spezielle Versuchsanordnung. Ein Quarzzylinder und eine Flüssigkeit, die magmatischen Flüssigkeiten ähnelt, wurden in einer Goldkapsel versiegelt. Diese Kapsel wurde dann in einen Druckbehälter gelegt und auf Temperaturen und Drücke erhitzt, wie sie in der oberen Erdkruste vorkommen.

„Vor allem ermöglicht unser Aufbau eine flexible Kontrolle der Redoxbedingungen im System, was vorher nicht möglich war“, erklärt Stefan Farsang, Erstautor der Studie. Während der Experimente drangen die synthetischen Flüssigkeiten in den Quarz ein. Dabei wurden mikroskopisch kleine Tröpfchen eingeschlossen, die später analysiert wurden.

Auch interessant:
Können wir bald live bei der Geburt von Gold im Universum zuschauen?
Yale-Forschende lüften Geheimnis des Goldes
Warum schwere Metalle nicht alle in den Erdkern gesunken sind

Yale-Forschende lüften Geheimnis des Goldes

Dank der Raman-Spektroskopie konnten die Forschenden die verschiedenen Schwefelformen identifizieren. Während frühere Analysen meist nur Temperaturen bis 700 Grad Celsius berücksichtigten, gelang es dem Team, Messungen bei 875 Grad durchzuführen – ein Wert, der näher an den natürlichen Bedingungen liegt.

Bisulfid als entscheidender Goldtransporteur

Die Ergebnisse der Studie sprechen laut Forschungsteam eine klare Sprache: Bisulfid (HS-) spielt eine zentrale Rolle beim Transport von Gold in magmatischen Flüssigkeiten. Bisher ging man davon aus, dass Bisulfid bei hohen Temperaturen instabil ist. Doch die Experimente zeigen, dass es selbst unter magmatischen Bedingungen Gold effektiv transportiert.

Zusätzlich konnten die Forschenden nachweisen, dass frühere Studien die Menge an Schwefelradikalen stark überschätzt haben. Die bisherigen Ergebnisse beruhten auf Messfehlern, die durch falsche Laserwellenlängen entstanden waren. „Durch die sorgfältige Auswahl unserer Laserwellenlängen konnten wir diesen Fehler beheben und die Debatte um die Schwefelformen beenden“, so Farsang.

Bedeutung für die Rohstoffforschung

Die Erkenntnisse der UNIGE sind nicht nur aus wissenschaftlicher Sicht bedeutsam. Da ein großer Teil der weltweiten Gold- und Kupferproduktion aus magmatischen Lagerstätten stammt, bietet die Studie auch praktische Ansätze für die Rohstoffsuche. Ein besseres Verständnis der Prozesse, die zur Bildung dieser Lagerstätten führen, kann helfen, neue Vorkommen gezielt zu erschließen.

Hier geht es zur Originalpublikation

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.