Orange Signale im Fels 03.11.2025, 18:23 Uhr

Drohnen jagen Dinos: Wie Flechten Fossilien verraten

Drohnen spüren Dinosaurierfossilien auf – dank orangefarbener Flechten, die auf uralten Knochen wachsen und ihre Signatur aus der Luft verraten.

Orangefarbene Flechten im Dinosaur Provincial Park

Orangefarbene Flechten im Dinosaur Provincial Park – ihre Signatur hilft, versteckte Dinosaurierknochen zu erkennen.

Foto: Smarterpix / ronniechua

Leuchtend orangefarbene Tupfer ziehen sich über den graubraunen Boden der kanadischen Badlands. Was aus der Ferne wie Rost oder Wüstenmoos aussieht, entpuppt sich als entscheidender Hinweis auf die Überreste von Dinosauriern. Im Dinosaur Provincial Park in Alberta – einem UNESCO-Welterbe – haben Forschende jetzt gezeigt, dass bestimmte Flechtenarten auf fossilen Knochen wachsen und so helfen, uralte Überreste aus der Luft aufzuspüren.

Wenn Flechten zu Fossilienführern werden

Das Prinzip ist ebenso simpel wie genial: Zwei Flechtenarten – Rusavskia elegans und Xanthomendoza trachyphylla – scheinen Dinosaurierknochen zu bevorzugen. Sie siedeln sich dort an, wo der Boden besonders alkalisch und porös ist – Eigenschaften, die versteinerten Knochen eigen sind. Laut der neuen Studie in Current Biology besiedeln diese Flechten bis zu 50 % der freiliegenden Fossilien, während sie auf gewöhnlichen Gesteinsbrocken kaum vorkommen.

„Diese Forschung zeigt, wie moderne Organismen uns helfen können, alte Organismen zu finden“, erklärt Dr. Brian Pickles von der University of Reading, Hauptautor der Studie. „Es ist bemerkenswert, dass diese Flechten, die im Grunde genommen Miniatur-Ökosysteme sind, auf den Überresten von Dinosauriern wachsen, die vor über 75 Millionen Jahren ausgestorben sind.“

Ein Muster, das Paläontologen schon lange kennen

Flechten auf Knochen – das ist keine neue Beobachtung. Schon seit Jahrzehnten fiel Paläontologen auf, dass orangefarbene Flechten häufig auf fossilen Knochen wachsen. Doch bisher fehlte der wissenschaftliche Beweis und eine Methode, diesen Effekt gezielt zu nutzen. Dr. Caleb Brown vom Royal Tyrrell Museum of Palaeontology erinnert sich: „Wenn man zum ersten Mal auf hohe Konzentrationen freiliegender fossiler Knochen stößt, fällt oft zuerst die ‚Wiese‘ aus orangefarbenen Flechten auf, nicht die Knochen selbst.“

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
ECB Gesellschaft zur Optimierung der Nutzung regenerativer Energien mbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur:in (Tiefbau/Fernwärme) (m/w/d) ECB Gesellschaft zur Optimierung der Nutzung regenerativer Energien mbH & Co. KG
Bad Endorf Zum Job 
Tröger & Cie. Aktiengesellschaft-Firmenlogo
Inhouse Application Consultant (m/w/d) Tröger & Cie. Aktiengesellschaft
Dortmund Zum Job 
EGGER Holzwerkstoffe Brilon GmbH & Co. KG-Firmenlogo
OT Specialist / Operational Technology Engineer (w/m/d) EGGER Holzwerkstoffe Brilon GmbH & Co. KG
TenneT-Firmenlogo
Servicetechniker Instandhaltung Umspannwerke (m/w/d) TenneT
Bayreuth Zum Job 
Humanetics Europe GmbH-Firmenlogo
Senior R&D Electronic Engineer (m/w/d) Humanetics Europe GmbH
Rheinmünster Zum Job 
Humanetics Europe GmbH-Firmenlogo
R&D Software Engineer SQL & ERP Applications (m/w/d) Humanetics Europe GmbH
Rheinmünster Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Abteilungsleitung Konstruktiver Ingenieurbau (m/w/d) Hennigsdorf Die Autobahn GmbH des Bundes
Hennigsdorf Zum Job 
ELAC SONAR GmbH-Firmenlogo
Electronical Engineer / Elektroingenieur (m/w/d) ELAC SONAR GmbH
MED-EL Medical Electronics-Firmenlogo
Technician, Automation Engineering (m/f/d) MED-EL Medical Electronics
Innsbruck Zum Job 
eMoSys GmbH-Firmenlogo
Power Electronics Engineer (m/f/d) Ingenieur Leistungselektronik (w/m/d) eMoSys GmbH
Starnberg Zum Job 
DMT-Gesellschaft für Lehre und Bildung mbH-Firmenlogo
W2-Professur (m/w/d) für Angewandte Materialwissenschaften DMT-Gesellschaft für Lehre und Bildung mbH
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
Planungs- / Projektingenieur Nachrichtentechnik - Abnahme und Inbetriebnahme (w/m/d) Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 
DELTA Gruppe-Firmenlogo
Fachplaner / Projektleiter Versorgungstechnik (m/w/d) DELTA Gruppe
Regensburg, Geisenhausen, Landshut Zum Job 
Hochschule für angewandte Wissenschaften München-Firmenlogo
Professur für Thermo-Fluid-Mechanik und naturwissenschaftliche Grundlagen (W2) Hochschule für angewandte Wissenschaften München
München Zum Job 
BG ETEM-Firmenlogo
Ingenieur/-in (m/w/d) für den Außendienst als Aufsichtsperson BG ETEM
Region Minden Zum Job 
BG ETEM-Firmenlogo
Ingenieur/-in (m/w/d) für den Außendienst als Aufsichtsperson I BG ETEM
Region Norden/Westen Berlin Zum Job 
Hitachi Energy Germany AG-Firmenlogo
Project HSE Specialist (w/m/d) Hitachi Energy Germany AG
Mannheim Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur / Wirtschaftsingenieur (m/w/d) Straßenbau, Schwerpunkt Bauabrechnung Die Autobahn GmbH des Bundes
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur Elektronik (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Rieter Components Germany GmbH-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur (m/w/d) Rieter Components Germany GmbH
Hammelburg Zum Job 

Was früher Zufall war, wird nun zum Werkzeug. Das Forschungsteam nutzte Drohnen mit speziellen Sensoren, um die charakteristischen Lichtreflexionen der Flechten aus der Luft zu erfassen.

Drohnenblick auf die Badlands

Die Testflüge fanden in 30 m Höhe über mehreren Knochenfeldern statt. Dabei lieferten die Kameras Bilder mit einer Auflösung von 2,5 cm pro Pixel – fein genug, um einzelne Flechtenkolonien zu erkennen. Das orangefarbene Moos zeigt im sichtbaren Lichtspektrum eine geringere Reflexion im blauen Bereich, aber eine deutlich höhere im nahen Infrarot.

Diese spektrale Signatur ist unverwechselbar. Mit Hilfe eines Klassifikationsalgorithmus konnten die Forschenden so Gebiete markieren, in denen Flechten auf fossilen Knochen wachsen – und damit auch Orte, an denen sich weitere Überreste im Boden verbergen könnten.

„Der Einsatz von Drohnentechnologie zur Erkennung der spektralen Signaturen der Flechten könnte die Suche nach Fossilien durch Paläontolog*innen revolutionieren“, sagt Pickles.

Von der Flechte zum Fossil – mit mathematischen Indizes

Das Team entwickelte sogar neue mathematische Indizes, mit denen sich die Flechten aus den Drohnenaufnahmen noch präziser herausfiltern lassen. Diese sogenannten „lichen spectral ratios“ (LSR) und „normalized difference lichen indices“ (NDLI) können künftig auch für großflächige Kartierungen mit Flugzeugen oder Satelliten eingesetzt werden.

Dr. Derek Peddle von der University of Lethbridge sieht darin den nächsten Schritt: „Diese Drohnenstudie legt den Grundstein für die Kartierung viel größerer Gebiete mit Flugzeugen und Satelliten. Die neuen Flechtenindikatoren, die wir entwickelt haben, werden uns helfen, Fossilien in weiten Landschaften zu finden.“

Hier geht es zur Originalquelle

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.