Propeller geschützt 26.01.2016, 12:28 Uhr

Unabstürzbar: Drohne mit Drahtkorb filmt in Gletscherspalte

Diese Drohne ist zwar eingesperrt in einen Drahtkorb, doch genau das macht sie unverwüstlich. Ihre Propeller können an keine Wand stoßen, dank Drahtkorb prallt die Drohne bei Kollisionen einfach unbeschadet vom Hindernis ab. Beim ersten Einsatz in einer Gletscherspalte lieferte die Kamera an Bord atemberaubende Bilder. Die Bergrettung Zermatt ist interessiert.

Gimball: Die Drohne, die bei einer Kollision dank eines Drahtkäfigs einfach unbeschadet abprallt, hat erstmals eine Gletscherspalte erkundet – und atemberaubende Bilder geliefert.

Gimball: Die Drohne, die bei einer Kollision dank eines Drahtkäfigs einfach unbeschadet abprallt, hat erstmals eine Gletscherspalte erkundet – und atemberaubende Bilder geliefert.

Foto: Flyability

Die Idee ist einfach, aber überaus effektiv: Ein Drahtkäfig kann eine Drohne so schützen, dass sie bei Kollisionen mit einer Eiswand nicht abstürzt, sondern wie ein Tennisball abprallt, ohne dass Motor, Propeller und Kamera beschädigt werden. Fünf Jahre lang hat Adrien Briod, der die Grundlage für die Entwicklung des Gimball an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne schuf, an der Drohne gearbeitet.

Drohne mit Drahtkorb: Gimball ist mit einer Kamera ausgestattet und soll damit unzugängliche Unglücksstätten erkunden und verunglückte Personen finden.

Drohne mit Drahtkorb: Gimball ist mit einer Kamera ausgestattet und soll damit unzugängliche Unglücksstätten erkunden und verunglückte Personen finden.

Quelle: Flyability, Drohne, Gimball,

Gemeinsam mit Patrick Thévoz gründete er das Unternehmen Flyability, um seine Idee einer „unkaputtbaren“ Drohne zu vermarkten. Briod orientierte sich an Insekten, die nach einer Kollision etwa mit einer Wand unbeirrt weiterfliegen.

Käfig-Drohne ist auch einsatzfähig im Dunkeln

Unter den Augen eines Teams der Bergrettung Zermatt hat Flyability den Gimball in enge Gletscherspalten geschickt und natürlich wieder herausgeholt. Eine Kamera an Bord zeichnete dabei atemberaubende Bilder auf, wie sie noch kein Mensch gesehen hat. Dass stets der Drahtkorb zu sehen ist – die Kamera steckt ja mitten drin – stört ein wenig.

Doch um schöne Bilder aufzunehmen ist die Drohne nicht gebaut worden. Sie soll vielmehr unzugängliche Unglücksstätten erkunden und verunglückte Personen finden, damit die Retter sich bei der Suche keinen überflüssigen Gefahren ausgesetzt werden.

Dabei entgeht der Kamera nicht das geringste Detail. Sie erfasst alles, was größer ist als 0,2 mm. Dunkelheit ist kein Problem, denn an Bord sind lichtstarke Leuchtdioden.

Auch Schornsteine und Brunnen sind mögliche Einsatzorte

Der Korb ist so befestigt, dass die Kamera stets ihre Richtung beibehält. Er rotiert praktisch um die Drohne. „Man muss kein Weltklassepilot sein, um diese Drohne zu steuern“, heißt es augenzwinkernd auf der Website des Unternehmens, weil es Kollisionen eben nicht übelnimmt.

Als Einsatzorte können sich die Flyability-Gründer auch Schornsteine und Brunnen vorstellen, in die Menschen gestürzt sind, oder Hohlräume in eingestürzten Gebäuden. Der Gimball ist einschließlich Korb so klein, dass man ihn leicht unter den Arm klemmen kann. Auf jeden Fall ist das Konzept so ungewöhnlich, dass es jetzt beim  internationalen Drones for Good Award der Vereinigten Arabischen Emirate den Sieg davon trug.

Die Drohne Fleye ist programmierbar, stoßfest und schützt die Finger.

Die Drohne Fleye ist programmierbar, stoßfest und schützt die Finger.

Quelle: Fleye

Ebenfalls stoßfest soll auch die Drohne Fleye des gleichnamigen belgischen Unternehmens sein. Hardware und Rotoren sind bei der fußballgroßen Drohne durch eine stoßfeste Hülle und Gitter abgeschirmt. Die Kickstarter-Kampagne wurde erfolgreich abgeschlossen. Wenn weiterhin alles glatt läuft, wird dieses Fluggerät ab September ausgeliefert. Fleye kann nicht nur filmen, sondern für alle möglichen Aufgaben programmiert werden.

Ein Beitrag von:

  • Wolfgang Kempkens

    Wolfgang Kempkens studierte an der RWTH Aachen Elektrotechnik und schloss mit dem Diplom ab. Er arbeitete bei einer Tageszeitung und einem Magazin, ehe er sich als freier Journalist etablierte. Er beschäftigt sich vor allem mit Umwelt-, Energie- und Technikthemen.

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