Mars 18.01.2023, 13:30 Uhr

Opale auf dem Mars: Könnte dieser Fund Leben auf dem Planeten ermöglichen?

Ein Opale-Fund auf dem Mars könnte für die Raumfahrt große Bedeutung haben. Damit wurde eine verborgene Ressource entdeckt, die für das Leben auf dem roten Planeten essenziell ist.

Planet Mars

Forschende haben Opale auf dem Mars entdeckt.

Foto: PantherMedia / Galaxy-images

Ein Forschungsteam von der Arizona State University hat Daten des NASA-Rovers „Curiosity“ ausgewertet und ist zu der Erkenntnis gekommen, dass es auf dem Mars Opale gibt. Es wurde schon früher vermutet, dass diese Halbedelsteine auf dem roten Planeten vorkommen könnten, aber jetzt sind die Forschenden sicher: Ja es gibt sie. Was bedeutet das? Und warum ist dieser Fund so wichtig?

Wir kennen Opale als funkelnde durch ihr Farbenspiel faszinierende Halbedelsteine, die bei Juwelieren sehr beliebt sind. Opale haben keine Kristallstruktur. Man unterscheidet drei Arten, Edelopal (mit Farbenspiel), gemeiner Opal (ohne Farbenspiel) und Feueropal. Die wichtigsten und bekanntesten Vorkommen für Edelopal liegen in Australien. Besonders faszinierend sind bunte Farbblitze der Opale, die sich je nach Betrachtungswinkel verändern.

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Es ist bekannt, dass diese Steine in wasserreichem Umfeld entstehen. Sie bestehen aus Siliziumdioxid-Schichten, zwischen denen Wassermoleküle eingeschlossen sind. Durch die Brechung des Lichts in den Zwischenräumen entsteht dieses für Opale typische Farbspiel.

Opale auf dem Mars können Wasser freisetzen

Aber was hat es mit Raumfahrt zu tun und warum ist diese Entdeckung so besonders? Grund dafür ist die Zusammensetzung des Minerals. Opale enthalten Wasser. Und das ist der springende Punkt: Wenn man sie zermahlt und erhitzt, wird Wasser freigesetzt.

Und das heißt: Man hat möglicherweise eine wichtige Ressource, nämlich Wasser, auf dem Mars gefunden. Hiermit bekommen Opale auf dem Mars eine ganze andere wichtigere Bedeutung als auf der Erde. Das helle Gestein, das von „Curiosity“ gesammelt und untersucht wurde, besteht aus Siliziumdioxid und Wasser. Das sind Bestandteile, die für Opale typisch sind.

Geologisches Phänomen im Gale-Krater

Das Forscherteam interessierte sich für ein geologisches Phänomen im Gale-Krater. In den Aufnahmen von „Curiosity“ konnten sie immer häufiger sogenannte „Halos“ beobachten, das waren lange Brüche im Untergrund. In diesen Brüchen im marsianischen Gale-Krater haben Forschende helle Gesteinsformationen erkannt.

„Unsere Messungen deuten darauf hin, dass das amorphe Material in den Halos reichliche Vorräte an leicht verfügbarem Wasser enthält, was sie zu einer wesentlichen Wasserressource am ansonsten trockenen Mars-Äquator macht“, zitieren die Medien Travis Gabriel von der Arizona State University.

Wie die Medien berichten, enthalten die analysierten Proben drei bis sechs Gewichtsprozent Wasser. Die NASA-Forschenden gehen davon aus, dass in den oberen 30 Zentimetern des „Halo-Gesteins“ bis zu fünf Liter Wasser pro Kubikmeter vorhanden sein können.

Wasser auf dem Mars war länger vorhanden

„Angesichts der weitverzweigten, im Gale-Krater entdeckten Bruch-Netzwerke ist es plausibel, anzunehmen, dass es diese Formationen in vielen anderen Teilen des Kraters gibt – und vielleicht auch in anderen Regionen des Mars“, kommentierte der Wissenschaftler. Und das heißt: Es gibt noch mehr Opale auf dem Mars. Und theoretisch – noch mehr Wasser. Interessant ist auch, dass die Brüche, mit Opalen, sich lange nach dem Austrocknen der alten Seen im Gale-Krater gebildet haben. So die Vermutung. Es heißt zudem, dass auf dem Mars viel länger offenes Wasser vorhanden war, als bisher angenommen wurde. Denn: Wasserreiches Mineral ist lange nach der nassen Frühphase des Mars entstanden.

„Diese hellen Gesteine leuchteten in unserem Neutronendetektor auf und erzeugten anomal hohe thermische Neutronenzählraten“, erklärte Gabriel, warum sein Team sich ausgerechnet für diese Steine interessierte.

Was wurde noch auf dem Mars entdeckt?

Salz – das hat NASA mit der Sonde Mars Odyssey entdeckt.
Carbonat-Verbindungen in Gesteinsschichten – das hat die NASA-Sonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) festgestellt, und zwar mit dem Compact Reconnaissance Imaging Spectrometer for Mars (CRISM)
Kleine Kügelchen des Eisenminerals Hämatit – das fand die Marssonde Opportunity. Auch Hämatit konnte vor Milliarden Jahren unter Einwirkung von Wasser entstehen.
Der Rover „Curiosity“ („Neugierde“) ist seit 2011 unterwegs und hat schon vorher bestätigt, dass es früher flüssiges Wasser auf der Oberfläche des Planeten gab.
Heute ist der rote Planer trocken, man bezeichnet ihn sogar als Wüstenplanet. Das aus Opalen freigesetzte Wasser könnte künftige Missionen in vielen Jahrzehnten signifikant erleichtern.

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Redakteurin beim VDI-Verlag. Nach einem Journalistik-Studium an der TU-Dortmund und Volontariat ist sie seit mehreren Jahren als Social Media Managerin, Redakteurin und Buchautorin unterwegs.  Sie schreibt über Karriere und Technik.

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