Müll auf dem Mars 20.06.2022, 13:04 Uhr

Mars: Roboter macht ungewöhnliche Entdeckung

Der Nasa-Rover Perseverance hat Müll auf der Marsoberfläche entdeckt. Der genaue Fundort stellt die Forscher vor ein Rätsel.

Perseverance

Bei der Mission "Mars 2020" sucht der Rover Perseverance nach Spuren uralten Lebens auf dem Mars.

Foto: NASA/JPL-Caltech

Der Mars-Rover „Perseverance“ hat eine „unerwartete Entdeckung“ gemacht, wie das Nasa-Team um den Weltraum-Roboter via Twitter schreibt. Ein Foto zeigt eine schimmernde Folie, die an einem Felsen liegt. Sprich: „Perseverance“ hat Müll auf dem Mars gefunden. Laut der Nasa handelt es sich dabei um ein Stück Thermofolie. Diese stammt wohl von einer Art Jetpack, das den Marsroboter 2021 auf dem Mars abgesetzt hatte. Diese Thermodecken sind zur Temperaturregulierung gedacht.

Die Grafik zeigt, wie der Rover Perseverance von der Abstiegseinheit sanft auf die Marsoberfläche hinabgelassen wird: Hierbei könnte die Folie verlorengegangen sein. Foto: Nasa

Die Grafik zeigt, wie der Rover Perseverance von der Abstiegseinheit sanft auf die Marsoberfläche hinabgelassen wird: Hierbei könnte die Folie verlorengegangen sein.

Foto: Nasa

Der genaue Ort, an dem die Folie aufgetaucht ist, stellt die Nasa-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler derweil allerdings vor ein Rätsel. Unklar ist nämlich, wie die Folie dorthin gelangen konnte. Der Felsen, an dem der Müll hing, befindet sich zwei Kilometer vom Landungsort entfernt.

Mars: Ungewöhnliche Signale sorgen für Überraschung

Mars: Staubstürme sind noch nicht erforscht

Womöglich hat ein Staubsturm die Folie dorthin geweht. Das besondere Phänomen dieser böenartigen Winde auf dem Mars wird nach wie vor untersucht. Die Atmosphäre auf dem Mars ist extrem dünn, immer wieder gibt es Stürme mit Windgeschwindigkeiten von 100 Stundenkilometern und mehr. Diese haben allerdings weniger Druck als Stürme auf der Erde. Wie genau sich diese Staubwinde auswirken, ist noch unbekannt.

Das ist die Folie, die Nasa-Rover Perseverance auf dem Mars gefunden hat. Foto: Nasa

Das ist die Folie, die Nasa-Rover Perseverance auf dem Mars gefunden hat.

Foto: Nasa

Diese Stürme sind auch ein Grund, warum Landemanöver auf dem Mars extrem schwierig sind. Erprobte Wiedereintrittsverfahren funktionieren dort kaum, wegen der dünnen Atmosphäre auf dem Planeten und der Staubstürme. Zum anderen ist die Relativgeschwindigkeit des Raumschiffs beim Landeanflug extrem hoch. Die Fluggeschwindigkeit entspricht etwa der Geschwindigkeit, mit der der Mars sich auf seiner Umlaufbahn um die Sonne bewegt. Das wiederum sind 25 Kilometer pro Sekunde.

Mars-Landung: Diese Aufgaben hat Nasa-Rover Perseverance
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Mars-Landung: Diese Aufgaben hat Nasa-Rover Perseverance

Die Redakteure Peter Sieben und Sarah Janczura berichten über die wichtige Mission von Perseverance.

Bemannte Flüge zum Mars in den 2030er Jahren

Dass die Landung dennoch gelang, feierte die Nasa seinerzeit mit viel Pathos: „Diese Landung ist einer dieser entscheidenden Momente für die Nasa, die USA und die Weltraumforschung weltweit – wenn wir wissen, dass wir kurz davor stehen, unsere Bleistifte zu spitzen, um die Lehrbücher neu zu schreiben“, so Nasa-Administrator Steve Jurczyk. „Die Mars-2020-Perseverance-Mission verkörpert den Geist unserer Nation, selbst in den schwierigsten Situationen durchzuhalten.“ Die Mission werde außerdem dabei helfen, bemannte Flüge zum Roten Planeten in den 2030er Jahren vorzubereiten.

Die Landung auf dem Mars ist eine extreme Herausforderung. Foto: Nasa

Die Landung auf dem Mars ist eine extreme Herausforderung.

Foto: Nasa

Die Mission wartet in der Tat mit zahlreichen Raumfahrt-Premieren auf: Erstmals wurden Mikrofone auf den Mars geschickt, zudem gab es mit dem Einsatz von Hubschrauber „Curiosity“ den ersten Flug eines Fluggeräts auf einem fremden Planeten. Und: Erstmals sollen in einer gemeinsam mit der Europäischen Raumfahrt-Agentur Esa entwickelten Mission Proben vom Mars zurück zur Erde gebracht werden. Die Entwicklung und der Bau des rund 2,5 Milliarden Dollar teuren Mars-Roboters hatten acht Jahre gedauert.

Ein Beitrag von:

  • Peter Sieben

    Peter Sieben ist Content Manager und verantwortlicher Redakteur für ingenieur.de. Nach einem Volontariat bei der Funke Mediengruppe war er mehrere Jahre als Redakteur und Politik-Reporter in verschiedenen Ressorts von Tageszeitungen und Online-Medien unterwegs. Er schreibt über Forschung, Politik und Karrierethemen.

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