Sonde geht Helium aus 07.03.2013, 15:56 Uhr

Instrumente an Bord brauchen extreme Kälte

Weil die Heliumvorräte bald aufgebraucht sind, stellt das größte Weltraum-Infrarot-Teleskop Herschel bald seinen Betrieb ein. Das war vorauszusehen und nicht zu vermeiden.

Das Infrarot-Teleskop Herschel geht bald in Rente.

Das Infrarot-Teleskop Herschel geht bald in Rente.

Foto: DLR

Herschel steht vor dem Aus. Irgendwann im März wird die Temperatur der Instrumente an Bord der Raumsonde, die jahrelang mit flüssigem Helium gekühlt worden sind, drastisch ansteigen. Dann werden die Geräte, die bis heute atemberaubende Bilder aus dem Weltall liefern, nur noch Zufallsdaten an die Bodenstation in Spanien schicken.

Die Wissenschaftler, denen Herschel gewissermaßen einen Einblick in die Kinderstube des Weltraums gewährt hat, sind traurig wegen des nahen Endes, aber nicht überrascht. Schon beim Start der Sonde im Mai 2009 stand fest, dass die Beobachtungszeit begrenzt ist. Die Instrumente mussten ständig auf die extrem niedrige Temperatur von weniger als einem Grad Kelvin (minus 270 Grad Celsius) gekühlt werden. „Sie mussten kälter sein als der Weltraum“, sagt  Christian Gritzner, Raumfahrtmanager des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (DLR). Das lässt sich nur erreichen, wenn der Kühlkreislauf nicht geschlossen ist. Ständig entweicht ein bisschen Helium ins Weltall, und jetzt gehen die Vorräte im Tank, der anfangs 2300 Liter flüssiges Helium enthielt, zur Neige. „Irgendwann im März wird es passieren“, sagt Gritzner. Genauer kann man es nicht sagen, weil die Heliumvorräte aus der Ferne – Herschel befindet sich 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt – nur indirekt bestimmt werden können. Die nicht mehr funktionierende Sonde wird schließlich auf einer Umlaufbahn um die Sonne „geparkt“.

Namensgeber für Herschel ist der deutsch-britische Astronom William Herschel, der im Jahr 1800 die Infrarotstrahlung entdeckte, als er die Sonne beobachtete.

Sterne fühlen statt sehen

Die Sonde hat drei Instrumente an Bord, die die Himmelskörper nicht sehen, sondern gewissermaßen fühlen. Ein Spiegel mit einem Durchmesser von 3,5 Meter fängt die Wärmestrahlen ein und leitet sie an die Geräte weiter.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Clees Wohnimmobilien GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Clees Wohnimmobilien GmbH & Co. KG
Düsseldorf Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Head of Sales and Project Management (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
ERGO Group AG-Firmenlogo
Technischer Objektmanager (m/w/d) ERGO Group AG
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Support-Techniker/-Ingenieur (m/w/d) LED-Lithographieanlagen Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
Stadt Hemer-Firmenlogo
Architekt/in bzw. Ingenieur/in (w/m/d) für unseren Hochbau in Vollzeit oder Teilzeit Stadt Hemer
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur / Maschinenbauingenieur (m/w/d) im Bereich Digitale LED-Anlagen Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
ASG Abwasserentsorgung Salzgitter GmbH-Firmenlogo
Geschäftsführung (m/w/d) der Abwasserentsorgung ASG Abwasserentsorgung Salzgitter GmbH
Salzgitter Zum Job 
Freie und Hansestadt Hamburg Behörde für Verkehr und Mobilitätswende-Firmenlogo
Projektingenieur:in Brückenbau Hamburg Freie und Hansestadt Hamburg Behörde für Verkehr und Mobilitätswende
Hamburg Zum Job 
Titan Umreifungstechnik GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Technischer Einkäufer (m/w/d/) Titan Umreifungstechnik GmbH & Co. KG
Schwelm Zum Job 
SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts-Firmenlogo
Fachgruppenleiter / Fachgruppenleiterin (w/m/d) Klimatechnik im Gebäudemanagement Baden-Baden SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts
Baden-Baden Zum Job 
Excelitas Deutschland GmbH-Firmenlogo
Qualitätsingenieur (w/m/d) Produktentwicklung Excelitas Deutschland GmbH
Feldkirchen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Abteilungsleitung Umweltplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur mit Projektverantwortung (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts-Firmenlogo
Experte / Expertin Bauwesen (w/m/d) in der Abteilung Gebäudemanagement / Verwaltung Mainz SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts
Heraeus Site Operations GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) für Bauprojekte Heraeus Site Operations GmbH & Co. KG
Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB)-Firmenlogo
Projektleitung (m/w/d) für Hochbaumaßnahmen (Architekt/in o. Ingenieur/in) Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB)
Frankfurt (Oder) Zum Job 
Universitätsklinikum Leipzig-Firmenlogo
Projektleitung / Fachingenieur (m/w/d) - Schwachstromtechnik im Bereich 5 - Bau und Gebäudetechnik Universitätsklinikum Leipzig
Leipzig Zum Job 
ai6 SOLUTIONS GmbH-Firmenlogo
Entwickler Mechanik / Konstruktion (m/w/d) ai6 SOLUTIONS GmbH
Dessau-Roßlau Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Key Account Manager Sicherheit und Verteidigung (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
J.P. Sauer & Sohn Maschinenbau GmbH-Firmenlogo
Elektroingenieur (m/w/d) Produktindustrialisierung J.P. Sauer & Sohn Maschinenbau GmbH

Ein Herschel-Blick durch Staub und Sterne.

Ein Herschel-Blick durch Staub und Sterne.

Quelle: DLR

Anders als optische Teleskope kann Herschel durch Staub- und Gaswolken hindurchschauen. Die Geräte spüren Sterne, Galaxien, Planeten, Asteroiden, Kometen und Nebel auf. Sie erkennen selbst extrem schwache Wärmestrahlung. Damit filmen sie gewissermaßen auch die Geburt neuer Sterne. Daraus können Wissenschaftler Rückschlüsse auf die Entstehung des Weltalls ziehen.

Mit einer Länge von 7,5 Meter und einem Gewicht von 3,4 Tonnen ist Herschel das schwerste Infrarotteleskop, das bisher im All aktiv war. Es hat die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) rund eine Milliarde Euro gekostet. Darin enthalten sind die Kosten für Entwicklung, Bau, Start und Betrieb. Der deutsche Anteil lag bei 20 Prozent.

Die Auswertung der Daten, die letztlich in Betriebszentren in Garching bei München, im niederländischen Groningen und im walisischen Cardiff, gesammelt werden – dort wurden die drei Instrumente an Bord der Sonde entwickelt – wird europäische und amerikanische Wissenschaftler noch jahrelang beschäftigen.

Ein Beitrag von:

  • Wolfgang Kempkens

    Wolfgang Kempkens studierte an der RWTH Aachen Elektrotechnik und schloss mit dem Diplom ab. Er arbeitete bei einer Tageszeitung und einem Magazin, ehe er sich als freier Journalist etablierte. Er beschäftigt sich vor allem mit Umwelt-, Energie- und Technikthemen.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.