Fliegende Wartungsroboter ab 2015 21.05.2014, 10:39 Uhr

Easyjet will Drohnen für die Flugzeugwartung einsetzen

Die britische Fluggesellschaft Easyjet entwickelt derzeit Drohnen für die Inspektion ihrer Airbus Flugzeuge. Die fliegenden Wartungsroboter sollen schon im nächsten Jahr zum Einsatz kommen. Easyjet verspricht sich von ihnen ganz erhebliche Einsparungen.

Easyjet will ab dem kommenden Jahr Drohnen zur Flugzeug-Wartung einsetzen. Sie sind mit hochauflösenden Kameras und Laser ausgestattet. 

Easyjet will ab dem kommenden Jahr Drohnen zur Flugzeug-Wartung einsetzen. Sie sind mit hochauflösenden Kameras und Laser ausgestattet. 

Foto: Easyjet

Die kleinen, von jeweils sechs Rotoren angetriebenen Drohnen von der Größe eines Fußballes sind mit hochauflösenden Videokameras ausgerüstet, können aber auch Laser für die Untersuchung der Flugzeuge von außen nutzen. „Wir können den Laser-Scanner zur Kartierung der Oberfläche auch auf der Flugzeugoberfläche auf und ab laufen lassen,“ erläutert der Chef-Ingenieur von Easyjet, Ian Davies. Nach Angaben der Airline erhält man dadurch einen kompletten „Lebenslauf“des Flugzeugs. Easyjet argumentiert zudem, dass es sicherer sei, Drohnen in größeren Höhen arbeiten zu lassen als Menschen auf einem Gerüst oder Leitern.  

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Fliegende Wartungsroboter sparen viel Geld

Die Mini-Drohnen sollen die Easyjet-Flugzeuge auf Defekte hin scannen und dann den Ingenieuren mögliche Schäden melden. Die Bilder sollen dabei jeweils umgehend in der Firmenzentrale ausgewertet werden.

Easyjet setzt auf Drohnen und Apps, um Kosten zu sparen.

Easyjet setzt auf Drohnen und Apps, um Kosten zu sparen.

Quelle: Easyjet

Eine Inspektion, für die bislang ein Tag gebraucht wurde, wie etwa nach einem Schaden, der durch einen Blitzeinschlag entstanden ist, kann auf diese Weise binnen weniger Stunden ablaufen. Und das Flugzeug sehr viel schneller wieder in der Luft sein. So spart die Fluggesellschaft viel Geld. Entwickelt werden die Drohnen vom Bristol Robotics Laboratory, einer Kooperation zwischen der Universität Bristol und der Universität von West England. 

Daten von schwer zu erreichenden Stellen

„Die Flugzeugwartung bietet sich ausgesprochen gut für den Einsatz von Drohnen an,“ betont Arthur Richards, Leiter des Bereichs Aerial Robotics am Bristol Robotics Laboratory. In Verbindung mit einer intelligenten Navigationstechnik und Computer-Vision seien sie in der Lage auch von ausgesprochen schwer zugänglichen Stellen des Flugzeugs akkurate Aufnahmen und Daten zu liefern.

Weitere Kosteneinsparungen geplant

Neben den Drohnen will Easyjet künftig auch Apps in der Wartung einsetzen und plant die Einführung einer sogenannten „papierlosen Flugzeug-Technik“. Dabei soll die von Sony entwickelte e-paper Technologie zum Einsatz kommen. Robuste outdoortaugliche Toughpad Tablet-Computer von Panasonic sollen traditionell gedruckte Navigationskarten ersetzen. Allein der Austausch von Bordbüchern gegen diese Tablets soll zu jährlichen Kosteneinsparungen von 500.000 Dollar führen.

Easyjet-Chefin Carolyn McCall.

Easyjet-Chefin Carolyn McCall.

Quelle: Easyjet

„Wir haben Spitzentechnologien in zahlreichen Industrien untersucht und ausgewertet und beginnen nun damit eine ganze Reihe neuer Technologien erstmals auch in der Luftfahrt einzusetzen, um unsere Flugzeugflotte effektiver, effizienter und sicherer zu warten und zu betreiben,“ erklärt Easyjet-Chefin Carolyn McCall. Die Drohnen sollen in den nächsten Monaten noch einmal intensiv getestet werden.

Hohe Kosten durch Flugausfall

Bei Easyjet fallen nach Unternehmensangaben derzeit sieben von tausend Flügen aus technischen Gründen aus. Ziel sei es, die Quote bis 2020 auf Null zu senken. Ein technisches Problem, dass zur Verschiebung des Flugs auf den nächsten Tag führt und der Gesellschaft zusätzliche Kosten für die Hotelunterbringung der Passagiere einbringt, kann Kosten von bis zu 25.000 Dollar verursachen. Bei Easyjet kommt es zu etwa 100 solchen Fällen in Jahr.

Ein Beitrag von:

  • Peter Odrich

    Peter Odrich studierte Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Verkehrsbetriebe. Nach 28 Jahren als Wirtschaftsredakteur einer deutschen überregionalen Tageszeitung mit langer Tätigkeit in Ostasien kehrte er ins heimatliche Grossbritannien zurück. Seitdem berichtet er freiberuflich für Zeitungen und Technische Informationsdienste in verschiedenen Ländern. Dabei stehen Verkehrsthemen, Metalle und ostasiatische Themen im Vordergrund.

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