Maschinenbau 01.06.2012, 11:00 Uhr

VDMA veröffentlicht Einheitsblatt für Lebenszykluskosten von Maschinen

Es gibt viele unterschiedliche Ansätze, im Maschinen- und Anlagenbau die Kosten von Investitionen über den gesamten Lebenszyklus zu ermitteln. Seit einigen Jahren wird intensiv an einheitlichen und umfassenden Berechnungsmodellen für die Branche geforscht – nun hat der VDMA dazu ein Einheitsblatt veröffentlicht.

„Die Kosten für das Betreiben einer Maschine können über die Jahre aufaddiert das Drei- bis Zehnfache der eigentlichen Anschaffungskosten ergeben.“ Diese Zahl nennt Prof. Gisela Lanza vom wbk Institut für Produktionstechnik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Kein Wunder ist es deshalb, dass in den vergangenen zehn Jahren die Berechnung indirekter Kosten von Investitionsgütern mithilfe des sogenannten „Life Cycle Costing“ oder „Total Cost of Ownership“ in vielen Firmen immer wichtiger wird. Außer den Investitionskosten in eine Maschine werden hier alle Kosten während des Betriebes bis hin zur Verwertung oder Entsorgung in die Betrachtung einbezogen.

Allerdings: Viele Berechnungsmodelle gelten oft nur für spezielle Einsatzgebiete und sind für Anbieter und Abnehmer von Industriegütern nur schwer zu vergleichen – eine einheitliche Bewertung fehlte bislang. Das könnte sich nun ändern: Mittels einer neuen Lebenszykluskostenberechnung sollen nun nicht nur Angebotsvergleiche ermöglicht werden. Nutzer sollen künftig zudem unterschiedliche Servicekonzepte oder Energie- oder Ressourceneffizienz anhand verschiedener Technologien beurteilen können. Abhängig davon, ob Güter einem jahrelangen Dauerbetrieb dienen, sie nur selten oder weniger lange eingesetzt werden, unterscheiden sich schließlich auch die kritischen Faktoren. Bei Ersteren machen die Betriebskosten den Großteil der Lebenszykluskosten aus, bei Letzteren haben die Beschaffungs- und Entsorgungskosten einen wesentlich höheren Anteil.

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VDMA Einheitsblatt ebnet Weg für strukturierte Prognose von Lebenszykluskosten im Maschinen- und Analgenbau

Um den Weg zur Standardisierung einer Lebenskostenbetrachtung im Maschinen- und Anlagenbau zu ebnen, hat der deutsche Branchenverband VDMA mit seinem Einheitsblatt 34160 die Grundlage für eine künftig einheitliche, industrieübergreifende Berechnung gelegt. Damit stellt der Verband einen Standard auf, der den Unternehmen eine strukturierte Definition und Prognose von Lebenszykluskosten für Maschinen und Anlagen gestattet.

Innerhalb des Anlagen- und Maschinenbaus weisen die bislang verwendeten Modelle teils gravierende Unterschiede in Zielsetzung, Anwendungsbereich und Struktur auf. So werden in manchen Modellen Kostenkategorien wie Logistikosten und Zölle verwendet, die in anderen wiederum ausgeschlossen werden. Das Einheitsblatt ist somit als Basis für Angebote mit ganzheitlicher Kostenbetrachtung geeignet. Immer mehr Unternehmen haben daher inzwischen dieses Prognosemodell aufgegriffen und an ihre individuellen Bedürfnisse angepasst.

“Rechenbuch Lebenszykluskosten” gibt praktische Tipps auf Basis des VDMA Einheitsblattes

Zudem hat der Verband mit dem Ende 2011 im VDMA-Verlag erschienenen „Rechenbuch Lebenszykluskosten“ ein Standardvorgehen für den Maschinen- und Anlagenbau auf Basis dieses Einheitsblattes 34160 entwickelt, das um detaillierte Beschreibungen und praktische Empfehlungen erweitert wurde. „Durch praxisnahe Aufbereitung soll das Buch übergreifend in Einkauf, Vertrieb und Entwicklung einsetzbar sein“, erklärt der Mitautor des Rechenbuches, Frank Bünting vom VDMA, Abteilung Betriebswirtschaft und Qualitätsmanagement. Konzeptionelle wissenschaftliche Analysen wurden dafür mit praxisbezogenen Gestaltungsempfehlungen verbunden – und mit Beispielen aus der Praxis abgerundet. Es gibt zudem Gespräche auf internationaler Ebene zur gemeinsamen Begriffsdefinition und Zeitabgrenzungen, um Prognosen der Lebenszykluskosten in der Branche auch weltweit zu vereinheitlichen.

Forschungsschwerpunkt “Life Cycle Performance” unterstützt bei Investitionsentscheidungen

Bereits 2002 war am Karlsruher wbk der Forschungsschwerpunkt „Life Cycle Performance“ eingerichtet worden. Dieser unterstützt Betreiber dabei, Vorteile für ihre Investitionsentscheidung aus dessen genauer Betrachtung zu ziehen und Herstellern wiederum diese Vorteile zu verdeutlichen. Darüber hinaus führt das Institut vielfältige Forschungsprojekte zu den Themen „Technische Zuverlässigkeit“ und „Servicemodelle“ sowie „Monetäre Bewertung der Risiken von Garantieleistungen“ durch. Die „Life Cycle Performance“ maschineller Anlagen beschreibt damit die Leistungsfähigkeit eines Systems, bezogen auf die entstehenden Kosten von der Herstellung bis zur Entsorgung.

Neben Verbänden und Forschungseinrichtungen, widmen sich auch kleinere Dienstleister der Lebenszykluskostenberechnung, beispielsweise die EAS Engineering mit Sitz in Adelsheim, Baiersbronn und Naumburg. Sie steht für Ingenieursleistungen rund um Entwicklung, Angebotslegung, Projekt- und Produktmanagement.

Im Rahmen ihrer Gutachtertätigkeit hat EAS z. B. vor einigen Jahren ein Programm entwickelt, das es erlaubt, die Gebührenentwicklung von Investitionen bei Abwasseranlagen darzustellen. Das Berechnungsergebnis könne als Entscheidungskriterium für einzelne Ausbaustufen, geplante Anschlusserweiterungen oder angedachte Stabilisierungsarten dienen. Durch eine „dynamische Kostenberechnung“ über einen Zeitraum von 50 Jahren würden die Gebühren, die aus den Investitions- und Investitionsfolgekosten wie Reststoffentsorgung, Energie oder Personalkosten resultieren, ersichtlich – böse Überraschungen sollen damit der Vergangenheit angehören.

 

Ein Beitrag von:

  • Oliver Klempert

    Oliver Klempert schreibt für verschiedene überregionale Zeitungen und Fachmagazine über Automation, Energiethemen und die IT-Branche.

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