Maschinenbau 16.09.2011, 12:07 Uhr

Mechatroniker sind gefragt

Dem Maschinenbau geht es prächtig. Daran ändert auch eine kurze Verschnaufpause im Wachstum nichts. Ingenieure werden weiterhin stark gefragt sein im Maschinenbau. Allen voran Maschinenbauer. Dass Mechatroniker Mangelware sind, zeugt vom Technologiewandel

„Pumpen, das ist Pneumatik und Hydraulik. Sie dienen der Antriebstechnik und die funktioniert zunehmend mit Mechatronik. Genau das wollte ich machen, deshalb bin ich zu ixetic gegangen“, sagt Bertrand Piadoui Bado.

Er stammt aus Burkina Faso und hat im Oktober 2010 sein Studium der Mechatronik an der TU Darmstadt abgeschlossen. Kurz darauf hat er bei ixetic angefangen. Das Unternehmen entwickelt und produziert Pumpen für den Fahrzeugbau, etwa Vakuumpumpen, die dem Bremskraftverstärker dienen oder Öl-Pumpen für das Getriebe und die Servolenkung. Stammsitz der Firma ist in Bad-Homburg. Ixetic bringt Druck in die Systeme. Der 28-jährige Bado arbeitet in der Niederlassung Hückeswagen bei Köln. Er gehört einer neuen Ära von Ingenieuren an. Nicht nur, weil er aus einem anderen Land kommt, sondern auch, weil er eine neue Technik im klassischen Maschinenbau vertritt, die zunehmend an Bedeutung gewinnt. Doch rein mengenmäßig werden Mechatroniker den Maschinenbauern selbst langfristig nicht den Rang ablaufen können. Denn die einen – Mechatroniker – sind absolute Spezialisten. Maschinenbau-Ingenieure dagegen sind Alleskönner. Und solche braucht die Branche.

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Die Mitgliedsunternehmen des VDMA, Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau, beschäftigen etwa 170 000 Ingenieure. „Die Hälfte davon sind Maschinenbauer, dann folgen die Fachrichtungen Elektro- und Verfahrenstechnik und zunehmend Sonstige. „Dazu zählen wir auch neue Studiengänge wie Mechatronik“, sagt Susanne Krebs, Verbandsreferentin für Arbeitsmarkt, Bildung, Forschung und Innovation.

Berufsbild Mechatroniker: Maschinenbau verschiebt sich in Richtung Elektrotechnik

Eine Verschiebung des reinen Maschinenbaus hin in Richtung Elektrotechnik finde seit Mitte der 1990er-Jahre statt. Die Mechatronik bezeichnet Krebs als „eine Reaktion auf die zunehmende Bedeutung der Elektrotechnik im Maschinenbau“. An Mechatronikern herrsche derzeit auch der größte Fachkräftemangel.

Willi Parsch ist Leiter Produktentwicklung bei ixetic und Vorgesetzter von Bado. Insgesamt hat er rund 150 Mitarbeiter. Von den etwa 100 Ingenieuren sind 90 Maschinenbauer, die restlichen Ingenieure der Elektro- und Verfahrenstechnik oder Mechatroniker. „Wo früher nur Schrauben und Schläuche waren, ist in den vergangenen Jahren viel an Elektrotechnik hinzugekommen. Dafür brauchen wir Leute wie Bado.“

Doch über allem schwebe ein immenser Kostendruck, der designmäßig umgesetzt werden müsse. „Das sind klassische Aufgaben für Maschinenbauer“, zu denen auch Parsch gehört.

Entwicklung ist nicht nur bei ixetic eine typische Aufgabe für Maschinenbauingenieure in der Branche. „Hinzu kommen Konstruktion und technischer Vertrieb“, weiß Verbandsfrau Krebs. Ixetic gehört mit seinen rund 1400 Mitarbeitern weltweit zu den großen Firmen im Maschinenbau. Zwar haben nur 5 % aller Unternehmen mehr als 500 Mitarbeiter, doch die beschäftigen fast die Hälfte aller Mitarbeiter der Branche. Die Unternehmen des VDMA-Fachverbands Fluidtechnik, unter dem Hydraulik und Pneumatik zusammengefasst sind, haben etwa 30 000 Beschäftigte.

Insgesamt hatte der Maschinenbau zum Jahresende 2010 rund 913 000 Mitarbeiter. Das waren im Vorjahresvergleich etwa 8000 mehr. Für dieses Jahr prognostiziert der VDMA einen Zuwachs um gut 20 000 Beschäftigte.

913 000 Mitarbeiter waren 2010 im Maschinenbau beschäftigt

Und auch die neuen dürfen sich über steigende Löhne freuen, meint Krebs. „Zum einen durch die Tariferhöhung um 2,7 % im Frühjahr, zum anderen durch höhere Einstiegsgehälter.“ Die würden derzeit durchschnittlich bei 45 000 € liegen und damit rund 2000 € höher als vor einem Jahr. Das wiederum liegt an der starken Nachfrage nach Ingenieuren. Knapp ist das Gut Ingenieur im Maschinenbau deshalb, weil es der Branche gut geht. Daran wird sich so schnell auch nichts Grundlegendes ändern. „2010 hatten wir im Vergleich zum Vorjahr eine Produktionssteigerung um 9,4 %, für 2011 gehen wir von 14 % aus“, sagt Ralph Wiechers, Chefvolkswirt des VDMA. Insofern ergibt sich das Bild einer boomenden Industrie.

Doch es werden Stimmen laut, die zur Vorsicht mahnen, weil das Wachstum schrumpft. „Andere sehen das positiv, weil nicht alles zu schaffen ist und eine Abkühlung gut tut.“ Die kommt vor allem aus dem Ausland, den Euro-Partner-Ländern, den USA, und mit einer Exportquote von 76 % ist der Maschinenbau logischerweise insbesondere anfällig für Veränderungen im Ausland. Doch das müsse sich nicht negativ auf die Beschäftigung auswirken – obwohl Wiechers eine neue Globalisierungswelle erwartet.

Maschinenbau wird verstärkt in Asien wachsen

„Die Firmen müssen vor Ort sein, oder sie lassen wichtige Chancen aus. Das gilt für Produktion, Beschaffung und Entwicklung.“ Einen Personalabbau bedeute das nicht zwangsläufig in Deutschland, es könne sogar einen positiven Effekt bringen, weil Zuwächse in Auslandsstandorten meist auch zu mehr Beschäftigung im deutschen Stammwerk führten. „Allerdings findet eine Verschiebung der Wachstumsanteile der einzelnen Länder oder Absatzregionen – vor allem zugunsten Asiens – statt.“ Für 2012 rechnet der Verband mit von Monat zu Monat sinkenden Wachstumsraten, insgesamt soll am Ende dennoch ein Produktionsplus von 4 % herauskommen.

„Überall dort, wo es um Effizienz geht, ist der Maschinenbau gefragt.“ Damit
meint Wiechers nicht nur Energie, sondern Ressourcen insgesamt: vom Material bis hin zum Einsatz der Menschen. Das seien die Zukunftsfelder.

 

Ein Beitrag von:

  • Peter Ilg

    Peter Ilg ist freier Journalist und verfasst Texte über Arbeitsmarkt und Berufe, Mobilität und Fahrberichte, Wirtschaft und Märkte.

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