Kooperation mit Verfassungsschutz 08.04.2014, 15:15 Uhr

Drei von vier deutschen Maschinenbauern leiden unter Produktpiraterie

Der deutsche Maschinenbau leidet massiv unter Produktpiraterie. 75 Prozent der Unternehmen – so viele wie nie zuvor – haben aktuell mit Fälschungen zu kämpfen. Das meldet der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) auf Basis seiner aktuellen Studie „Produktpiraterie 2014“. Danach stammen viele der Täter sogar aus Deutschland. Hilfe soll eine Kooperation mit dem Verfassungsschutz bringen.

Deutsche Maschinenbauer leiden massiv unter Produktpiraterie.

Deutsche Maschinenbauer leiden massiv unter Produktpiraterie.

Foto: Siemens

Mit einem Umsatz von 206 Milliarden Euro und fast einer Million Beschäftigten im Inland  war der Maschinen- und Anlagenbau im letzten Jahr der größte industrielle Arbeitgeber und einer der führenden deutschen Industriezweige insgesamt.

Acht Milliarden Euro Auftragsvolumen verloren

Nach Umfragen des VDMA bestehen für die Unternehmen große Bedrohungen insbesondere durch Spionage, Knowhow-Diebstahl und Reverse Engineering (Nachkonstruktion). Den Schaden für die deutsche Maschinenbauindustrie schätzt der Branchenverband laut Studie auf rund acht Milliarden Euro pro Jahr. Das wirkt sich bis hin zu den Arbeitsplätzen aus:  denn der im Jahre 2013 durch Produktpiraterie entgangene Umsatz von 7,9 Milliarden Euro würde zusätzliche 38.000 Jobs sichern.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Verdos GmbH-Firmenlogo
Projektleiter / Projektabwickler (m/w/d) für Dosiertechnik (Chemikaliendosierung) Verdos GmbH
MiniTec GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Konstrukteur / Technischen Produktdesigner / Bauingenieur im Maschinenbau (m/w/d) in Vollzeit MiniTec GmbH & Co. KG
Schönenberg-Kübelberg Zum Job 
Technische Universität Berlin-Firmenlogo
Ingenieur*in (d/m/w) Nachrichtentechnik Technische Universität Berlin
Takeda GmbH-Firmenlogo
Head of Automation, Digital and Data Science (w/m/d) Takeda GmbH
Oranienburg Zum Job 
Stuttgart Netze GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur Geoinformation und Dokumentation (w/m/d) Stuttgart Netze GmbH
Stuttgart Zum Job 
ELMATIC GmbH-Firmenlogo
Projektleiter MSR/Elektrotechnik (m/w/d) ELMATIC GmbH
Dresden Zum Job 
Stadt Renningen-Firmenlogo
Architekt / Bauingenieur (m/w/d) Stadt Renningen
Renningen Zum Job 
über BriSS Personnel Recruitment-Firmenlogo
Sales Manager (m/w/d) Technische Keramik über BriSS Personnel Recruitment
südliches Baden-Württemberg Zum Job 
Iqony Solutions GmbH-Firmenlogo
Bereichsleiter*in Industriekunden Sales & Development (m/w/d) Iqony Solutions GmbH
Residenzstadt Celle-Firmenlogo
Bachelor (d/m/w) / Dipl.-Ingenieur (d/m/w) im Bereich Geodäsie / Vermessungswesen oder Geoinformatik Residenzstadt Celle
MEHLER VARIO SYSTEM GmbH-Firmenlogo
Ingenieur (m/w/d) ballistische Schutzkonstruktionen MEHLER VARIO SYSTEM GmbH
MEHLER VARIO SYSTEM GmbH-Firmenlogo
Konstrukteur (m/w/d) CAD-Konstruktion im Bereich Entwicklung Ballistik MEHLER VARIO SYSTEM GmbH
MULTIVAC Sepp Haggenmüller SE & Co. KG-Firmenlogo
Team Leader (m/w/d) Konstruktion MULTIVAC Sepp Haggenmüller SE & Co. KG
Wolfertschwenden Zum Job 
Mehler Vario System GmbH-Firmenlogo
CAD Key User (m/w/d) Creo Parametric im Bereich Entwicklung Ballistik Mehler Vario System GmbH
Veltum-Firmenlogo
Planungsingenieur:in für Gebäudetechnik SHK Veltum
Waldeck-Sachsenhausen Zum Job 
Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH)-Firmenlogo
Ingenieur (m/w/d) für den Bereich Zentrale Vergabe Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH)
Bad Nauheim Zum Job 
MULTIVAC Sepp Haggenmüller SE & Co. KG-Firmenlogo
Ingenieur (m/w/d) Verfahrenstechnik und Applikation Thermoforming Packaging MULTIVAC Sepp Haggenmüller SE & Co. KG
Wolfertschwenden Zum Job 
ErgoPack Deutschland GmbH-Firmenlogo
Konstrukteur / Entwickler (m/w/d) ErgoPack Deutschland GmbH
Lauingen Zum Job 
Gustav Knippschild GmbH-Firmenlogo
Schweißfachingenieur / QM-Beauftragter (m/w/d) Gustav Knippschild GmbH
Rinteln Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Abteilungsleitung Streckenplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
So viele Unternehmen wie nie zuvor waren 2013 im Maschinen- und Anlagenbau von Produktpiraterie betroffen.

So viele Unternehmen wie nie zuvor waren 2013 im Maschinen- und Anlagenbau von Produktpiraterie betroffen.

Quelle: VDMA

Den deutschen Maschinenbauern entsteht dabei nicht nur durch den ausgefallenen Umsatz Schaden. „Darüber hinaus leiden viele auch durch einen Imageverlust oder ungerechtfertigte Regressforderungen“, erläutert der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Produkt- und Know-how-Schutz im VDMA, Steffen Zimmermann.

Nach China kommt Deutschland auf der Rangliste der Plagiatoren

VDMA-Präsident Reinhold Festge nennt es eine regelrechte Schattenwirtschaft, die sich im Maschinenbau entwickelt hat. Aber Deutschland ist nicht nur Opfer, sondern gleichzeitig auch Täter. Unangefochtener Plagiats-Weltmeister ist zwar weiterhin das Reich der Mitte. Über 70 Prozent der geschädigten Unternehmen geben China als Ursprung der Plagiate ihrer Produkte an. Auf Platz zwei folgt allerdings schon Deutschland selbst als Herkunftsland – jedes vierte Plagiat stammt nach Angaben der Geschädigten von hier.

Platz drei im Ranking der Plagiatoren deutscher Produkte geht an die Türkei, die jeder fünfte Betroffene als Ursprung von Plagiaten nennt. Damit verdrängen die Türken die Inder auf den vierten Platz.

Deutsche Fälschungen sind Hightech-Plagiate

Früher ging es meist um sogenannte „weiche“ Plagiate wie Kopien von Bedienungsanleitungen, Katalogen und Produktabbildungen. Inzwischen werden aber nach Angaben der betroffenen Unternehmen ganze Maschinen, Komponenten und auch Ersatzteile nachgebaut.

Nur ein Prozent der Befragten glaubt, dass die Bedrohung durch Produktpiraterie in den vergangenen zwei Jahren abgenommen hat. 

Nur ein Prozent der Befragten glaubt, dass die Bedrohung durch Produktpiraterie in den vergangenen zwei Jahren abgenommen hat.

Quelle: VDMA

Zimmermann sagt zur Qualität der Nachbauten: „Während bei Plagiaten aus China häufig von minderer Qualität und Funktion gesprochen wird, können die Fälschungen deutschen Ursprungs als Hightech-Plagiate bezeichnet werden.“

Holzbearbeitungsmaschinen werden am häufigsten kopiert

Die Hitliste der Produktfälschungen wird von den Holzbearbeitungsmaschinen angeführt, direkt gefolgt von Textilmaschinen, Landtechnik, Pumpen und last not least Verpackungsmaschinen, wobei nicht nur Designs oder einzelne Teile, sondern inzwischen ganze Maschinen kopiert werden. Nach der Studie geben über die Hälfte der Unternehmen an, dass ihre Maschinen komplett kopiert wurden.

Unternehmen fehlt Sensibilisierung für Produktpiraterie

Trotz Umsatz- und Imageverlust durch Plagiate schützen sich viele deutsche Unternehmen nicht ausreichend. Besonders für kleinere Unternehmen sind selbst aufgetauchte Plagiate der eigenen Produkte häufig kein Grund für Gegenmaßnahmen – man spart sich lieber die damit verbundenen Kosten, um günstiger anbieten zu können.

Produktpiraterie: Vor allem kleinere Betriebe müssen für das Thema sensibilisiert werden. 

Produktpiraterie: Vor allem kleinere Betriebe müssen für das Thema sensibilisiert werden.

Quelle: Heinz Nixdorf Institut

Deshalb will der VDMA jetzt den eher mittelständisch geprägten Maschinenbau weiter sensibilisieren und unterzeichnete zu diesem Zweck eine Kooperationsvereinbarung mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz. Der ist nicht nur für Terrorismus, sondern auch für den Schutz der deutschen Wirtschaft zuständig und will die Maschinenbauer im Kampf gegen Plagiatoren im In- und Ausland beraten und auch tatkräftig unterstützen.

 

Ein Beitrag von:

  • Klaus Ahrens

    Klaus Ahrens fühlt sich im Bereich Techniknews Zuhause. Vor allem die Bereiche Programmierung, Wissenschaft und Technik begeistern ihn.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.