Industrie 01.04.2011, 19:52 Uhr

Effiziente Drucklufttechnik ist ein Schwerpunktthema in Hannover

Vom Kompressor mit energiesparender Drehzahlregelung über modernste Steuerungstechnik bis hin zu optimierten Verdichterelementen: Das Thema Energieeffizienz zieht sich wie ein roter Faden auch durch die alle zwei Jahre stattfindende Leitmesse Comvac in Halle 26 und wird auf den Messeständen der rund 120 Aussteller für reichlich Diskussionsstoff sorgen.

Durch zunehmenden Kostendruck in der Industrie rücken Druckluftanlagen und ihre Effizienz immer stärker in den Fokus. „Hier können über einfache Maßnahmen große Einsparungen erzielt werden“, erklärte Uwe Minkus, Geschäftsführer von Aerzen Systems, dem Kompetenzzentrum der Aerzener-Gruppe, Aerzen. Dies gelte für Neuanlagen wie auch für Erweiterungen oder Ersatzinvestitionen. Sehr großen Wert auf Energieeffizienz würden die Kunden nicht nur bei den Kompressoren selbst legen, sondern noch viel mehr bei der Druckluftanlage und der Nutzung der Wärmeenergien. Auch die Anforderungen an die Druckluftqualität wachsen: Mehr und mehr seien ölfreie Kompressoranlagen nachgefragt. Durch den technischen Fortschritt und den steigenden Wettbewerbsdruck seitens neuer Anbieter rechneten sich zunehmend ölfreie Verdichter. „Für eine geringe Mehrinvestition kann man sich der Gefahr des Öldurchbruches entledigen und vermeidet Druckwiderstände in Form von zahllosen Filtern“, so Minkus.

Die Energieeffizienz war und ist auch für Volker Thomassen, Product Manager bei Almig Kompressoren, Düsseldorf, eines der Trendthemen im Bereich der Drucklufttechnik. Für die Druckluftanwender hat das Thema enorm an Bedeutung gewonnen, wie Thomassen feststellte: „Es ist nahezu allgegenwärtig, wenn es darum geht, eine neue Druckluftstation zu planen oder eine bestehende zu optimieren.“ Besonders hervorzuheben seien hier als Technologien: Kompressoren mit energiesparender Drehzahlregelung, der Einsatz moderner Steuerungssysteme zur Überwachung und energetischen Optimierung komplexer Druckluftstationen und Systeme zur Wärmerückgewinnung.

Einen weiteren starken Trend sieht Thomassen in der Verwendung absolut ölfreier Druckluft. Sie sei schon heute eine unverzichtbare Voraussetzung für die Produktionsbereiche, in denen sensible Produkte höchster Qualität erzeugt werden. Dies gelte etwa für die pharmazeutische und die Lebensmittelindustrie sowie die Elektro- und Medizintechnik.

„Marktanalysen prognostizieren einen stark steigenden Bedarf an absolut ölfreier Druckluft“, so Thomassen. Noch ein anderer relevanter Trend zeichnet sich nach seinen Beobachtungen mehr und mehr vonseiten der Anwender im Druckluftsektor ab: die Berücksichtigung der Lebenszykluskosten. Immer häufiger stünden neben den von den Druckluftherstellern angebotenen technischen Lösungen und Systemen Aspekte wie die Betriebskosten für Energie und Wartung, die Bereitstellung von Ersatzteilen und die erwartete Lebensdauer der Systeme im Vordergrund und seien wichtige Entscheidungskriterien der Unternehmen.

Reimund Scherff, Geschäftsbereichsleiter Ölfreie Druckluft bei Atlas Copco Kompressoren und Drucklufttechnik, Essen, ist der Auffassung, dass man fast alle aktuell interessanten Entwicklungen und Trends unter dem Begriff der Energieeffizienz zusammenfassen kann. „Es gibt seitens der Hersteller zahllose Ansätze, den Energiebedarf in der Druckluftversorgung zu verringern“, berichtete er. Sein Unternehmen setze schon lange in der Entwicklung neuer Produkte auf effizientere Antriebe. Man verbessere von jeder Maschinengeneration zur nächsten alle Komponenten und konzentriere sich vor allem auf das Zusammenspiel der Anlagenbauteile, um den Energiebedarf zu senken. Nun komme das Thema auch in den Betrieben an. Allein durch den Einsatz eines drehzahlgesteuerten Antriebs lasse sich der Energiebedarf eines Kompressors oder eines Drucklufttrockners um etwa ein Drittel senken. „Das Ergebnis ist eine niedrigere Stromrechnung“, betonte Scherff.

Das Gleiche gelte für den Einsatz von übergeordneten Steuerungen. Scherff lieferte die Erklärung: „Damit können Betreiber ihre Anlage immer am optimalen Betriebspunkt fahren und alle Maschinen sinnvoll auslasten.“ Auch dadurch würden die Stromkosten sinken. Und Scherff begeistert sich auch für die Wärmerückgewinnung. Hier müsse man davon profitieren, dass Kompressoren – physikalisch gesehen – vor allem Wärme erzeugen. „Die muss man ja nicht ungenutzt ins All blasen, sondern kann sie für andere Zwecke im Betrieb nutzbar machen“, forderte Scherff. Damit werde dann die einmal eingesetzte elektrische Energie ein zweites Mal als Wärmeenergie verwendet – sei es, um die Hallenheizung zu unterstützen, Warmwasser zu erzeugen oder Prozesse aufzuheizen. Die Wärmerückgewinnung könne vor allem in der Prozessindustrie und Verfahrenstechnik sehr sinnvoll sein, denn hier wäre es nahezu fahrlässig, dieses Potenzial nicht auszuschöpfen, insbesondere bei der Planung einer neuen Anlage.

Doch auch in allen anderen Branchen rechnet sich die Wärmerückgewinnung sehr schnell. Der Atlas-Copco-Manager betonte: „Wir bieten sowohl Kompressoren an, in die solche Systeme bereits integriert sind, als auch Nachrüstmöglichkeiten für vorhandene Anlagen.“ Man könne einen Kompressor nachträglich umbauen oder eine separate, anschlussfertige Einheit kaufen, die neben einen Kompressor gestellt und mit ihm verbunden wird. U. W. SCHAMARI/KIP

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  • U. W. Schamari

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