CeBIT 2015 11.03.2015, 15:26 Uhr

Taktikboard analysiert Spielszenen im Fußball und anderen Sportarten

Eine Software, die die Analyse von Fußballspielen enorm erleichtert, stellt das Hasso-Plattner-Institut aus Potsdam auf der CeBIT vor. Das sogenannte interaktive Taktikboard kann aus einem riesigen Datenberg der Videoaufzeichnungen schnell gesuchte Szenen erkennen. Es kann allerdings noch einiges mehr. 

Klaas-Jan Huntelar jubelt über Schalkes Führung gegen Real Madrid: Rund 1,5 Millionen Spielszenen und Einstellungen werden in einem Fußballspiel durch Videosequenzen gespeichert. Eine neue Software des Hasso-Platter-Instituts hilft dabei, diesen riesigen Datenmengen zu nutzen. 

Klaas-Jan Huntelar jubelt über Schalkes Führung gegen Real Madrid: Rund 1,5 Millionen Spielszenen und Einstellungen werden in einem Fußballspiel durch Videosequenzen gespeichert. Eine neue Software des Hasso-Platter-Instituts hilft dabei, diesen riesigen Datenmengen zu nutzen. 

Foto: Ina Fassbender/dpa

Die Zahl klingt unglaublich: Es sind etwa 1,5 Millionen Spielerpositionen, die videogestützte Systeme in der Fußball-Bundesliga erfassen. Pro Spiel! Wollen Trainer die Aufnahmen nutzen, um Stärken und Schwächen im Angriffs- und Abwehrverhalten einzelner Spieler zu studieren, müssten sie sich durch einen riesigen Datenberg wühlen. Da das zeitlich nahezu unmöglich ist, hat das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut (HPI) ein System entwickelt, das die nachträgliche Spielanalyse stark vereinfachen und beschleunigen soll.

Software erlaubt Zugriff auf Millionen von Spielszenen

Das sogenannte interaktive Taktikboard liefert nicht nur Statistiken zu Treffern, Laufstrecken oder Zweikampferfolgen. Darüber hinaus findet die Software aus unzähligen Videosequenzen die benötigten Spielsituationen sowie taktischen Muster. Die langwierige Suche nach einer bestimmten Spielszene soll also Geschichte sein.

Screenshot des interaktiven Taktikboards

Screenshot des interaktiven Taktikboards

Foto: Hasso-Plattner-Institut

Dass das neue Taktikboard derart komplexe Rechenanforderungen überhaupt meistern kann, ist speziell optimierten Algorithmen aus dem Bereich der Hauptspeicher-Datenbanktechnologie zu verdanken. Ein großer Vorteil dabei: Die eingesetzten Algorithmen erlauben es, blitzschnell die Aufnahmen unterschiedlicher Datenlieferanten zu durchsuchen – egal ob herkömmliche Fernsehkamera oder die Torliniensensoren, die in Deutschland erstmals beim DFB-Pokalfinale am 30. Mai im Berliner Olympiastadion eingesetzt.

Taktikboard sucht ähnliche Spielsituationen heraus

Das interaktive Taktikboard soll laut den Potsdamer Forschern sogar so schlau sein, dass es ähnliche Spielsituationen aus allen Bundesliga-Spielen heraussuchen und nebeneinander darstellen kann. Trotz aller Cleverness des Systems betont Keven Richly vom vierköpfigen HPI-Entwicklerteam: „Unsere Software wird keinen Scout ersetzen. Sie stellt aber eine große Arbeitserleichterung dar.“

Selbst angenommene Spielszenen, die so noch gar nicht stattgefunden haben, soll das System modellieren können – beispielsweise, wie ein Gegenspieler auf bestimmte Spielzüge reagiert. Aus einer Datenbank sucht das Taktikboard dann alle ähnlichen Videosequenzen heraus. Zusätzlich generiert die Software aus den Positionsdaten der Spieler eine Art zweidimensionale Radarkarte, die einen Überblick über das gesamte Spielfeld liefert.

Eine neue Software des Hasso-Plattner-Instituts erkennt sofort Spielmuster im Fußball. Vorgestellt wird sie von HPI-Nachwuchsforscher Keven Richly (links) und seinem Team auf der CeBIT. Die Software funktioniert auch für andere Mannschaftssportarten und arbeitet mit Hochgeschwindigkeits-Datenbanktechnologie

Eine neue Software des Hasso-Plattner-Instituts erkennt sofort Spielmuster im Fußball. Vorgestellt wird sie von HPI-Nachwuchsforscher Keven Richly (links) und seinem Team auf der CeBIT. Die Software funktioniert auch für andere Mannschaftssportarten und arbeitet mit Hochgeschwindigkeits-Datenbanktechnologie

Foto: Kay Herschelmann/HPI

Den Prototypen des interaktiven Taktikboards präsentieren die IT-Wissenschaftler des Hasso-Plattner-Instituts auf der CeBIT vom 16. bis 20. März in Hannover (Halle 9, D44). 

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