Schmeckt wie selbstgemacht 12.07.2016, 14:59 Uhr

Dieses Bier wird von Künstlicher Intelligenz gebraut

„AI“ wie „Artificial Intelligence“ nennt sich ein Bier aus England, an dessen Rezeptur die Biertrinker mitwirken. Im Chat fragt eine Künstliche Intelligenz den Geschmack der Kunden ab und verändert anhand der gesammelten Daten und logischen Schlussfolgerungen das Rezept für den Brauer.

AI: Das ist das Bier, bei dessen Rezeptur eine Künstliche Intelligenz mitwirkt. 

AI: Das ist das Bier, bei dessen Rezeptur eine Künstliche Intelligenz mitwirkt. 

Foto: IntelligentX

Die Gründer des Londoner Unternehmens IntelligentX erklären ihr Produkt zum „ersten Bier der Welt, das von Künstlicher Intelligenz gebraut wurde“. Das stimmt so nicht ganz, denn gebraut wird das Bier namens „AI“ immer noch vom Brauer. Die Rezeptur stammt allerdings tatsächlich von einer Künstlichen Intelligenz (KI) – oder noch genauer: von den Biertrinkern. Ein klassisches British Ale, ein hopfiges Helles (American Pale Ale), ein dunkles Bier und eines mit Grapefruit-Geschmack sind im Angebot und warten auf ihre Perfektionierung per KI.

Automatische Brau-Intelligenz

Als „Automatische Brau-Intelligenz“ (ABI) bezeichnen die Entwickler ihr KI-Programm. Und das funktioniert so: Wer ein AI-Bier probiert hat, kann über eine Messenger-App, also ein Chatprogramm, sein Feedback abgeben. In dem textbasierten Dialogsystem fragt die ABI zunächst ab, welche der vier Geschmacksrichtungen probiert wurde. Anhand eines Algorithmus für maschinelles Lernen, den die Macher von IntelligentX entwickelt haben, werden Bewertung, Geschmack und Vorlieben des Kunden abgefragt.

Mischt mit: Im Chat fragt eine Künstliche Intelligenz den Geschmack der Biertrinker ab und verändert anhand der gesammelten Daten und logischen Schlussfolgerungen das Rezept für den Brauer.

Mischt mit: Im Chat fragt eine Künstliche Intelligenz den Geschmack der Biertrinker ab und verändert anhand der gesammelten Daten und logischen Schlussfolgerungen das Rezept für den Brauer.

Foto: IntelligentX

Dem Algorithmus der KI liegt eine Kombination aus „Bestärkendem Lernen“ und Wahrscheinlichkeitsberechnung zugrunde. Die Befragung des Kunden wird anhand seiner vorangegangenen Antworten weitergestrickt. Auf Basis der gesammelten Daten und der logischen Schlussfolgerungen, die bei dem Prozess des maschinellen Lernens entstehen, verändert die KI die Rezeptur fürs Bier.

„Wir stecken Brauer und all unsere Kunden sozusagen in einen Raum“, erklärt Dr. Rob McInerney, einer der beiden Unternehmensgründer, die Methode im Promotion-Video.

Kundenzufriedenheit als Programm

McInerney ist Spezialist für maschinelles Lernen, das Unternehmen IntelligentX ein Partnerunternehmen aus seiner Firma „Intelligent Layer“ und der Innovationsagentur „10x“ von Mitgründer Hew Leith. 

Und Prost: Für Bierliebhaber brechen neue smarte Zeiten an.

Und Prost: Für Bierliebhaber brechen neue smarte Zeiten an.

Foto: IntelligentX

Ihre Idee, die Kundschaft mit Hilfe eines KI-Programms direkt an der Entwicklung und Verbesserung des Produkts mitwirken zu lassen, ließe sich mühelos in allen möglichen Wirtschaftszweigen umsetzen. Für andere Brauereien ist ihre ABI allemal interessant. Oder sogar für Biertrinker, die ihr Lieblingsgetränk in der eigenen Küche brauen

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