Tipps zum Energiesparen 24.09.2022, 11:50 Uhr

Heizlüfter als Alternative zur Gasheizung: Ist das sinnvoll?

Sind Heizlüfter wirklich die Lösung bei steigenden Gaspreisen? Die Versprechungen in der Werbung klingen häufig so, als könne man mit den Stromheizungen jede Menge Geld einsparen. Hier kommt die harte Wahrheit.

Heizlüfter

Heizlüfter haben sicherlich ihre Daseinsberechtigung, wenn schnelle, kurzzeitige Wärme gefragt ist.

Foto: Panthermedia.net/ronstik

Es klingt verlockend: Stecker rein in die Steckdose und schon wird die Wohnung warm. Heizlüfter erleben seit einigen Monaten einen echten Boom. Angefeuert von Werbebotschaften, die eine riesige Ersparnis versprechen, stürmen hunderttausende Menschen die Läden und kaufen alles, was einen Stecker hat und Wärme produziert. Doch lohnt sich eine Anschaffung wirklich? Können solche Werbeversprechen gegen harte Fakten bestehen? Wir sind dieser Frage nachgegangen.

Wie funktionieren Heizlüfter?

Ähnlich wie bei einem Haarföhn, besteht der Heizlüfter aus einem Ventilator mit vorgeschaltetem Heizelement. Auf der Rückseite des Gerätes wird die Raumluft angesaugt. Die elektrischen Heizelemente erwärmen die Luft, die anschließend über den Ventilator im Raum verteilt wird. Ein insgesamt recht einfaches System, das für schnelle Wärme im Raum sorgt.

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Heizlüfter sind im Handel unter den verschiedensten Bezeichnungen erhältlich – wie zum Beispiel Heizgebläse, Schnellheizer oder Elektroheizer. Bezüglich ihrer Bauweise oder Einsatzmöglichkeit lassen sich zudem noch Keramik-Heizlüfter, elektrische Heizlüfter oder mobile Heizlüfter unterscheiden.

Egal, unter welcher Bezeichnung sie verkauft werden, am Ende sind es alle nur Direktheizungen, welche nur die Luft erwärmen. Das ist anders als bei Heizkörpern oder Kaminofen, die zusätzlich noch mehr oder weniger angenehme Strahlungswärme erzeugen.

Wie sieht es mit dem Energieverbrauch aus?

In der Werbung hört und liest man häufig von „sparsamen Heizlüftern“. Das hört sich so an, als ob manche der Geräte aus wenig Energie viel Wärme machen können. Das ist jedoch nicht so. Man bekommt immer genau die Leistung, die draufsteht. Hat ein Heizlüfter eine Leistungaufnahme von 2.000 Watt,  geht er sofort mit dieser Leistung auch ans Netz, sobald Sie den Stecker in die Steckdose stecken und das Gerät einschalten. Pro Stunde gibt er dann eine Energie von 2.000 Wattstunden ab und wandelt sie in Wärme um.

Der Wirkungsgrad liegt dabei immerhin bei nahezu 100 Prozent, genau gesagt sind es rund 98 Prozent (je nach Alter und Effizienz des Heizlüfters mal etwas mehr, mal etwas weniger). Herkömmliche Gasheizungen liegen im Vergleich bei 85 bis 93 Prozent, Ölheizungen zwischen 70 und 90 Prozent.

Da jedoch bei der Stromerzeugung bereits jede Menge Energie verloren geht, sind Stromheizungen nicht unbedingt die „Wirkungsgrad-Könige“, auch wenn es im ersten Moment den Anschein hat. Die oben genannten Werte beziehen sich jedoch auf das, was in den eigenen vier Wänden passiert. Und nur da haben Heizlüfter den höchsten Wirkungsgrad.

Wie sieht es mit den Energiekosten bei Heizlüftern aus?

Da wir uns in einer Phase befinden, in der sich die Energiepreise fast täglich ändern, ist die Frage nach den Energiekosten von Heizlüftern nur schwer zu beantworten. Wie sie berechnet werden, dafür umso einfacher:

Ein Heizlüfter mit einer Leistung von 2.000 Watt (=2 Kilowatt) benötigt in jeder Stunde die er läuft zwei Kilowattstunden Strom, nach drei Stunden sind es sechs Kilowattstunden und nach fünf Stunden zehn Kilowattstunden. Da Strompreise meist in Cent pro Kilowattstunde angegeben werden, lassen sich die Kosten sehr leicht errechnen. Im September 2022 liegt er bei durchschnittlich 51,58 Cent/kWh (Quelle: Verivox).

Pro Stunde Heizlüfter-Betrieb müssen Sie somit mit Kosten von über einem Euro rechnen. Das summiert sich ganz schön über das Jahr: Läuft das Direktheizgerät nur fünf Stunden am Tag, sind das im Monat rund 150 Euro – mal Anzahl der Monate, in denen Sie heizen. Und das sind nur die Kosten für das eine Gerät. Womit wir zur nächsten Frage kommen.

Mini-Heizlüfter für die Steckdose: Kann man damit wirklich Energiekosten sparen?

Sie sehen aus wie Lufterfrischer für die Steckdose: Winzige Heizlüfter im Taschenformat, die ganze Räume beheizen sollen. Gerade jetzt in der Energiekrise häufen sich teils aggressive Werbeversprechen: Vor allem Keramik-Heizlüfter sollen angeblich besonders energiesparend und eine Alternative etwa zur Gasheizung sein. Stimmt das?

„Das ist Quatsch“, sagt Reinhard Loch von der Verbraucherzentrale NRW gegenüber ingenieur.de. „Die Geräte können ja nicht zaubern, sondern wandeln genau die Menge Energie in Wärme um, die sie aufnehmen.“

Eine Alternative für die Gasheizung seien Mini-Heizlüfter in keinem Fall. Doch es gebe durchaus Anwendungsbereiche, bei denen die kleinen Steckdosen-Heizer Sinn machen würden. „Wenn Sie punktuell einen bestimmten Bereich kurzzeitig warm haben wollen, zum Beispiel die Bastelecke im Keller oder in der Garage, dann kann es eine gute Idee sein, den Mini-Heizlüfter anzuschalten und nicht extra die Zentralheizung hochzufahren.“ Eine Alternative für diesen Zweck seien Infrarotheizer. „Damit lässt sich ebenfalls ein kleiner Bereich vorübergehen warmhalten“, so der Energieeffizienz-Experte.

Neben Standgeräten gibt es auch große flache Panels, die an der Wand befestigt werden. Anders als bei einer Konvektionsheizung, erwärmen Infrarotgeräte nicht die Umgebungsluft, sondern strahlen Hitze an den gesamten Raum ab – vergleichbar mit einem Kaminfeuer. Ob sich die mit Strom betriebenen Geräte lohnen, hängt unter anderem davon ab, wie viele Panels genutzt werden, ob sie an den richtigen Stellen im Raum angebracht werden und letztlich auch davon, was für eine Stromquelle genutzt wird. Wie zum Beispiel auch bei Wärmepumpensystemen, ist eine Kombination mit einer Photovoltaikanlage besonders effizient. In Bestandsbauten mit konventionellem Stromanschluss lohnen sich Infrarotpanels als vorübergehende Alternative zur Gasheizung also eher nicht.

Welche Leistung sollten Heizlüfter haben?

Ganz gleich, ob Gas- oder Ölheizung, Strom- oder Pelletheizung: Pro Quadratmeter Raumfläche benötigen Sie rund 100 Watt (abhängig vom Dämmstandard des Gebäudes), um den Raum so erwärmen zu können, dass Sie sich darin wohlfühlen. Ist der Raum zum Beispiel 10 Quadratmeter groß, sollte der Heizlüfter eine Leistung von 1.000 Watt besitzen, bei 30 Quadratmeter sind es entsprechend 3.000 Watt.

Wollen Sie ein ganzes Haus alleine mit Heizlüftern beheizen, sind das insgesamt schon einmal 14.000 bis 20.000 Watt, die Sie benötigen. Was das an Stromkosten bedeutet, haben wir Ihnen oben bereits gezeigt. Für ein Haus oder für eine Wohnung mit 140 Quadratmeter zahlen Sie zum Beispiel bei den derzeitigen Strompreisen rund sieben Euro pro Stunde. Diese Rechnung zeigt, für den Dauerbetrieb sind Heizlüfter eher nicht geeignet.

Eine Ausnahme: Wenn Sie Strom über eine Photovoltaikanlage selbst produzieren, können Heizlüfter eine gute Ergänzung sein, da Sie günstig und umweltfreundlich an Strom kommen. Hier stellt sich lediglich die Frage, ob Infrarotheizungen in diesem Fall nicht sinnvoller wären. Heizlüfter produzieren eine eher ungesunde Wärme, zumal es ständig zu Staubaufwirbelungen kommt. Für Hausstauballergiker nicht wirklich zu empfehlen.

Lesen Sie auch: Kühlende Fußbodenheizung: Perfekt gegen Hitze

Heizlüfter im Vergleich zur Gasheizung

In den vergangenen Monaten ist der Gaspreis geradezu explodiert – lag er vor einem Jahr noch weit unter 10 Cent/kWh, werden mittlerweile (September 2022) vielerorts bereits Preise von 20 Cent/kWh und mehr aufgerufen. Was jedoch immer noch weit unter dem liegt, was Sie für Strom bezahlen müssen.

Wollen Sie sich demnach von Ihrer Gasheizung verabschieden, sollten Sie sich das gut überlegen. In den allermeisten Fällen rentiert es sich nicht, nur mit Strom zu heizen. Lassen Sie sich auch nicht von Anbietern verführen, die ihre Stromheizung als besonders sparsam bewerben. Das sind alles Marketingsprüche, denn es ändert nichts an der Tatsache, dass Sie für Ihre Wohnung eine bestimmte Wattzahl aufwenden müssen, um sie auf angenehme Temperaturen zu bringen.

So lässt sich Strom bei Gebrauch eines Heizlüfters sparen

Solange der Heizlüfter läuft, verbraucht er die auf dem Gerät angegebene Energie. Das lässt sich nicht großartig beeinflussen, wenngleich man mitunter lesen kann, dass neue Geräte weniger Strom als alte benötigen. Vielleicht ist der Wirkungsgrad etwas besser, aber wirklich Strom sparen lässt sich auf andere Weise:

Heizen Sie nur kurz

Lassen Sie den Heizlüfter nur so lange laufen wie nötig. Schalten Sie das Gerät ab, wenn die gewünschte Raumtemperatur erreicht ist. Ein Heizlüfter mit integriertem Thermostat sorgt dafür, dass sich das Gerät selbständig ausschaltet. Es gibt auch Geräte, bei denen Sie die Wunschtemperatur einstellen können.

Nutzen Sie eine Zeitschaltuhr

Badezimmer oder Büros brauchen nur zu bestimmten Zeiten erwärmt werden. Kombinieren Sie Ihren Heizlüfter mit einer Zeitschaltuhr, damit es den Raum zu einer bestimmten Uhrzeit erwärmt. Zum Beispiel morgens um sechs Uhr, wenn Sie um halb sieben ins Bad wollen.

Schließen Sie Fenster und Türen

Um nicht unnötig Strom zu verbrauchen, sollten Sie Fenster und Türen während der Nutzung des Heizlüfters geschlossen halten. So wird die Wunschtemperatur schneller erreicht und das Gerät kann wieder abgeschaltet werden.

Beachten Sie:
Hinsichtlich des Stromverbrauchs ist es egal, ob Sie einen Heizlüfter mit 500 Watt, 1.000 Watt oder 2.000 Watt Leistung nutzen. Hat das Geräte die halbe Leistung, dauert es doppelt so lange, ehe die gewünschte Temperatur erreicht ist. Der Stromverbrauch ist unterm Strich identisch.

Kann es zu einer Überlastung des Stromnetzes kommen?

Hunderttausende Deutsche haben sich in den vergangenen Monaten einen Heizlüfter gekauft. Was passiert eigentlich, wenn ihn alle gleichzeitig anmachen? Nun – dann haben wir ein Problem, denn ein gleichzeitiger Betrieb solcher Geräte (neben Heizlüftern noch andere Stromheizungen) kann die Stromversorgung beeinträchtigen, dessen ist sich die Fachwelt sicher.

„Bei so einer zusätzlichen, gleichzeitig auftretenden Belastung kann es zu einem Ansprechen des Überlastschutzes und damit zu einem Stromausfall in den betroffenen Netzbereichen kommen. Auch die Wiederherstellung der Stromversorgung gestaltet sich als schwierig. Wenn nicht möglichst viele betroffene Kunden ihre Heizgeräte manuell ausschalten, würde ein Zuschaltversuch durch den Netzbetreiber sofort zu einem erneuten Abschalten führen“
Prof. Dr.-Ing. Hendrik Lens, stellvertretender Leiter des VDE ETG Fachbereichs

Es ist aber nicht nur die Netzüberlastung, die Sorge bereitet. Die derzeitige Kraftwerkskapazität reicht einfach nicht für diese zusätzliche Lasten aus. Die Rechnung ist einfach: Etwa 40 Millionen Haushalte heizen mit Gas, nimmt etwa die Hälfte von ihnen an einem kalten Wintertag einen Heizlüfter mit 2.000 Watt in Betrieb, kommt überschlägig ein zusätzlicher Verbrauch von etwa 20 Gigawatt dazu. Das können die Stromnetze nicht leisten, zumal die Gaskraftwerke bei einer Gasmangellage ebenfalls nicht verfügbar wären.

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Content-Manager beim VDI-Verlag. Nach einem Bauingenieurstudium und einer Weiterbildung zum Online-Redakteur, Volontariat und 20 Jahren als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop, landete er bei ingenieur.de. Er schreibt hauptsächlich über Technik und Forschung.

  • Peter Sieben

    Peter Sieben schreibt über Forschung, Politik und Karrierethemen. Nach einem Volontariat bei der Funke Mediengruppe war er mehrere Jahre als Redakteur und Politik-Reporter in verschiedenen Ressorts von Tageszeitungen und Online-Medien unterwegs.

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