Studie zur Lärmbelästigung 25.06.2014, 15:47 Uhr

Windkraftanlagen lassen Mehrheit der Bürger ruhig schlafen

Windkraftanlagen stellen für die Mehrheit deutscher Bürger keine Lärmbelästigung dar. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die erstmals Anwohner zu ihrem Stresspegel befragt hat. Nur sieben Prozent klagen über erschwertes Einschlafen. 

Nur sieben Prozent der Befragten stören die Geräusche der Windkraftanlagen beim Einschlafen. 25 Prozent fühlen sich zwar belästigt, aber nicht gestresst. 

Nur sieben Prozent der Befragten stören die Geräusche der Windkraftanlagen beim Einschlafen. 25 Prozent fühlen sich zwar belästigt, aber nicht gestresst. 

Foto: dpa/Jochen Lübke

Fühlen sich Anwohner durch Geräusche der Windenergieanlagen beeinträchtigt oder gar belästigt? Antwort auf diese Frage soll die erste Studie der Umweltpsychologen Professor Gundula Hübner und Johannes Pohl der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg geben. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Windenergie-Institut (DEWI) führten sie eine Befragung der Menschen durch, die nahe des Wilstedter Windparks wohnen.

Die Forscher analysierten die Auswirkungen der Windparkanlagen über zwei Jahre lang unter Berücksichtigung von stresspsychologischen und akustischen Blickwinkeln. „Mehr als 200 Anwohner wurden danach befragt, ob sie sich durch die Geräusche der großen Windkraftanlagen belästigt fühlen, zu welchen Zeiten, ob und wie sich dies auf ihren Alltag, ihren Schlaf und andere körperliche und psychische Bereiche auswirkt“, erläutert Hübner.

Nur zehn Prozent der Befragten fühlen sich stark belästigt

Durch die Windparkgeräusche fühlte sich eine Minderheit von zehn Prozent ziemlich stark belästigt. Die Betroffenen klagten über erschwertes Einschlafen (7 %), mehrfaches Erwachen (5%), Gereiztheit (6 %) und negative Stimmung (7 %). 25 Prozent der Befragten fühlten sich zwar ebenfalls belästigt, hatten jedoch keine Stressbeschwerden. 

Auch wenn sich einige Anwohner von der Geräuschentwicklung belästigt fühlen, lehnen viele von ihnen die Windparks dennoch nicht ab. 

Auch wenn sich einige Anwohner von der Geräuschentwicklung belästigt fühlen, lehnen viele von ihnen die Windparks dennoch nicht ab. 

Foto: Bundesverband WindEnergie

„Mehrheitlich bewerten die Befragten den Windpark eher positiv. Von ihm geht grundsätzlich keine Belästigung aus“, stellt Hübner fest. Einige Anwohner, die sich belästigt fühlen, lehnen den Windpark trotzdem nicht pauschal ab. „Eine Minderheit von zehn Prozent der Befragten erlebt zwar eine ziemlich starke Geräuschbelästigung“, erklärt die Umweltpsychologin, „insgesamt aber werden die Windparkgeräusche als vergleichbar mit Verkehrslärm empfunden.“ Zu bestimmten Zeiten nehmen Anwohner die Windparkgeräusche gehäuft als unangenehm wahr, etwa in der Nacht oder bei einer bestimmten Windrichtung, „obwohl die zulässigen Grenzwerte der WEA-Anlagen eingehalten wurden.“

Wummern und Rauschen werden störend empfunden

Besonders unangenehm ist die Amplitudenmodulation. Dabei handelt es sich um eine Art Wummern und Rauschen, das unterschiedlich stark und ungleichmäßig vorkommt. Diese Unregelmäßigkeiten werden als besonders störend empfunden. In weiteren Untersuchungen sollen nun die Gründe für die Unregelmäßigkeit der Geräusche festgestellt werden, erklärt Hübner.

Vergleichsstichproben mit 13 anderen Windparks haben sich nicht von den Ergebnissen in Wilstedt unterschieden. „Die von dort stammenden Ergebnisse können daher auch auf andere Windparks übertragen werden“, meint DBU-Referent Dirk Schötz.

Verkehrslärm zählt übrigens zu den am stärksten empfundenen Lärmbelästigungen, denen Bürger ausgesetzt sind. Etwa 54 Prozent der deutschen Bevölkerung fühlt sich beeinträchtigt durch den täglichen Verkehrslärm auf den Straßen. 34 Prozent der Menschen fühlen sich durch Schienenverkehrslärm, 23 Prozent von Flugverkehrslärm gestört, so eine repräsentative Umfrage unter 2000 Menschen zum Umweltbewusstsein in Deutschland 2012. 

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