Neues Angebot 29.06.2023, 07:00 Uhr

Wasserstoff: Bosch baut jetzt Anlagen zur Wasseraufbereitung

Für grünen Wasserstoff wird hochreines Wasser benötigt. Bosch geht daher den nächsten Schritt und steigt in ein komplett neues Geschäftsfeld ein. Bosch Manufacturing Solutions hat Anlagen zur Wasseraufbereitung entworfen, die robust und wartungsarm sein sollen. Außerdem funktionieren sie ganz ohne Chemikalien.

Anlage

Das innovative System kommt ohne Chemie aus.

Foto: Robert Bosch AG

Wasserstoff gilt als eine der Säulen der Energiewende. International gesehen könnte er sich zu einem der wichtigsten Energieträger entwickeln und den Weg Richtung Klimaneutralität erheblich unterstützen. Das setzt allerdings hohe Produktionskapazitäten voraus – und eine ausreichende Menge Wasser. Das klingt im ersten Moment nicht nach einem Problem, aber Bosch denkt global und hat auch entlegene Regionen im Visier. Dort soll die neue Anlage zur Wasseraufbereitung zum Einsatz kommen.

Bosch erweitert sein Portfolio für Wasserstoff-Produktion

Diese spezielle Technik hat Bosch Manufacturing Solutions neu konzipiert. Sie ergänzt das bisherige Bosch-Angebot mit Systemen, die nach dem Prinzip der Umkehrosmose funktionieren und für gut erschlossene Regionen gedacht ist. Bosch stellt sein Portfolio also deutlich breiter auf: „Wir entwickeln Technik für die Wasseraufbereitung sowie für die Erzeugung, Kompression, Speicherung und Anwendung von Wasserstoff – und das für unterschiedliche Sektoren“, sagt Stefan Hartung, Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung. Systeme zur Wasseraufbereitung bilden dabei die Grundlage.

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Studie verrät: So entwickelt sich der grüne Wasserstoffmarkt bis 2050

An den Bosch-Standorten Renningen, Stuttgart-Feuerbach und Budweis hat das Unternehmen die Wasseraufbereitungstechnologie für die Elektrolyse entwickelt, externe Pilotprojekte sollen im Laufe dieses Jahres hinzukommen. Voraussichtlich im Jahr 2024 will Bosch die Anlagen auf den Markt bringen.

Bosch-Anlagen sollen Wasseraufbereitung in jeder Region ermöglichen

Die Rolle dieser neuen Systeme zur Aufbereitung ist größer, als sie auf den ersten Blick vielleicht erscheint. Denn Wasserstoff hat ein großes Energiespeicherpotenzial. Heißt: Er könnte am besten dort produziert werden, wo erneuerbare Energien wie Wind und Sonne gut verfügbar sind. Das bringt jedoch einige Herausforderungen sind. Eine davon ist das Wasser. Es muss hochrein sein, damit der Elektrolyseur keinen Schaden nimmt. In Regionen wie Afrika, Südamerika oder Nordeuropa ist das Wasser jedoch meist sehr salzhaltig hart oder verschmutzt, weil es über weite Strecken bis zur Wasserstoff-Produktionsanlage transportiert werden muss.

Bosch sieht daher einen großen Bedarf für innovative Spezialtechnologien und geht davon aus, ab 2035 weltweit jedes Jahr mehr als 500 Spezialanlagen zur Wasseraufbereitung absetzen zu können.

Anlagentechnik
Hochreines Wasser entsteht in dieser Anlage.

Foto: Robert Bosch AG

Anlagentechnik
Für die Wartung der Anlage gibt es eine spezielle Software.

Foto: Robert Bosch AG

System arbeitet ohne Filter und Chemie

Bosch setzt thermische und elektrochemische Verfahren ein, um dem Wasser Mineralien zu entziehen und hochreines Wasser zu gewinnen. Das Unternehmen hat dafür ein Verfahren entwickelt, das komplett ohne Filter und Chemikalien funktioniert. „Grüner Wasserstoff ist nur dann nachhaltig, wenn bei seiner Erzeugung keine Kollateralschäden für die Umwelt entstehen, zum Beispiel durch Emission von Chemikalien in unsere bereits stark belasteten Gewässer“, erklärt Wolfgang Schleifenbaum, Leiter des Produktbereichs Wasserstoff bei Bosch Manufacturing Solutions.

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Zusätzlich bietet Bosch spezielle Softwarelösungen an. Sie sind dafür gedacht, die Wartung zu erleichtern.

Wasserstoff ist ein wichtiger Geschäftsbereich für Bosch

Für Bosch ist die Wasseraufbereitung in dieser Form ein neues Geschäftsfeld. Das Unternehmen rechnet ab 2050 mit einem jährlichen Prozesswasserbedarf von circa vier Kubikkilometer für die Elektrolyse, wenn die Klimaziele des Pariser Abkommens erreicht werden sollen. Das wäre mehr als das Volumen des Starnberger Sees.

Die deutschen Pläne sprechen dafür, dass Bosch recht haben könnte: Die Bundesregierung hat das Ziel, bis zum Jahr 2030 Wasserstoff-Elektrolyseure mit einer Leistung von zehn Gigawatt in Deutschland zu installieren. In der Europäischen Union soll die Elektrolyseleistung bis 2030 sogar auf 40 Gigawatt steigen.

„Für die Energieversorgung der Zukunft spielt Wasserstoff eine entscheidende Rolle. Nur mithilfe von Wasserstoff werden Industrien weltweit klimaneutral. Bosch liefert Technik zur Wasseraufbereitung, die unterschiedliche Anforderungen mit Blick auf Größe, Leistung und Einsatzort der Elektrolyseure erfüllt“, sagt Schleifenbaum.

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Ein Beitrag von:

  • Nicole Lücke

    Nicole Lücke macht Wissenschaftsjournalismus für Forschungszentren und Hochschulen, berichtet von medizinischen Fachkongressen und betreut Kundenmagazine für Energieversorger. Sie ist Gesellschafterin von Content Qualitäten. Ihre Themen: Energie, Technik, Nachhaltigkeit, Medizin/Medizintechnik.

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