Energieautarker Bau 01.08.2018, 15:00 Uhr

Mit Solarenergie der Hitze trotzen

Das Bauunternehmen Consolidated Contractors Company (CCC) verspricht Abkühlung für Arbeiter in der Sonne: eine vollklimatisierte Kabine, die unabhängig vom Stromnetz arbeitet. Möglich mache das mittlerweile erschwingliche Photovoltaik. Eine Schlüsselrolle spielen dabei deutsche Batterien von Tesvolt.

Mit Solarenergie der Hitze trotzen

Die energieautarke Kabine von CCC soll Arbeitern in heißen Regionen einen kühlen Rückzugsort bieten.

Foto: Consolidated Contractors Company

Mit Solarenergie der Hitze trotzen

Die smarten Baucontainer dienen als Büroraum, aber auch als Unterkunft.

Foto: Consolidated Contractors Company

Mit Solarenergie der Hitze trotzen

Der Batterien-Rack von Tesvolt befindet sich im Innern der Kabine und nimmt überschüssige Energie aus der Photovoltaik-Anlage auf.

Foto: Consolidated Contractors Company

Die Kabine erinnert optisch an einen klassischen Baustellencontainer, jedoch mit Solarkollektoren auf dem Dach. Angaben CCCs zufolge könne der Raum selbst bei Außentemperaturen von 50°C und Sonneneinstrahlung konstant auf 25°C heruntergekühlt werden. Eine externe Stromversorgung sei dabei nicht notwendig: Die Photovoltaik-Anlage brauche für diese Leistung lediglich sechs Stunden direkte Sonneneinwirkung und speichere die Energie in Lithium-Ionen-Batterien.

Die beiden Systeme bieten den Betreibern Einblicke: Der mehrzellige Batterienschrank von Tesvolt aus Lutherstadt Wittenberg erlaubt es dem Nutzer, den Ladezustand (State of Charge) und die Spannung (State of Health) zu überwachen. Darüber hinaus stattete Tesvolt seine Akkus dahingehend aus, dass die einzelnen Zellen ihre Energie aktiv untereinander verteilen. Diese Methode erreicht mit 92% einen höheren Wirkungsgrad als die konventionelle unidirektionale Verteilung. Die Kollektoren sind ebenfalls vernetzt und liefern Daten zu ihrer Leistung und dem Verbrauch. Alle Angaben funken sie in die Zentrale, sodass eine Überwachung weltweit stattfinden kann.

Energieautarke Versorgung in der Wüste

Die meisten CCC-Mitarbeiter, so Manager Aref Boualwan, seien an Standorten des Mittleren Ostens und Nordafrikas tätig, wo die Durchschnittstemperaturen immer hoch sind. „Als Unternehmen haben wir das hohe Solarenergiepotenzial in der Region konsequent genutzt.“ Da CCC regelmäßig in abgelegenen Regionen baue, sei die energieautarke Kabine auch nur der erste Schritt, mit erneuerbaren Energien und Speichern zu arbeiten.

Wüstenluft bietet reichlich unsichtbares Trinkwasser – wie sich dieses gewinnen ließe, haben US-Forscher herausgefunden. Technologien wie das metallorganische Gerüst könnten Arbeiter noch unabhängiger von Logistik machen. CCC äußerte bislang aber keine Absicht, dieses System zu integrieren.

Die heißen Regionen des Mittleren Ostens denken Versorgung momentan neu: So plant zum Beispiel Saudi-Arabien den weltgrößten Solarpark. Dass die dortige Hitze kein Grund ist, auf wasserintensive Landwirtschaft zu verzichten, beweist die Airline Emirates aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. In sogenannten Vertical Farms soll zukünftig mit wenig Wasserverbrauch Salat für Fluggäste angebaut werden.

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