Erneuerbare Energien 17.10.2022, 10:15 Uhr

Mit Agri-Photovoltaik gegen Energiekrise?

Die Energiekrise spitzt sich weiter zu: Immer lauter werden Forderungen für den Einsatz der erneuerbaren Energien, immer häufiger kommen Forderungen, Energie zu sparen, wo immer es geht. Klar ist: Wir brauchen innovative Lösungen. Agri-Photovoltaik könnte eine davon sein. Dafür ist aber eine zielgerichtete Förderung dringend notwendig.

Für Agri-PV ist eine zielgerichtete Förderung dringend notwendig.

In Zeiten der Energiekrise ist Agri-PV ein guter Einsatz, um unsere Umwelt zu erhalten und gleichzeitig die fruchtbaren Böden für die Nahrungsmittelproduktion zu sichern.

Foto: Fraunhofer ISE

Der Deutsche Bauernverband (DBV), das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und die Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl haben vor dem Hintergrund der 2023 in Kraft tretenden EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) -Novelle ein gemeinsames Positionspapier vorgelegt und darin die stärkere Förderung der Agri-Photovoltaik (Agri-PV) begrüßt.

Zudem haben die Partner aus dem Bauernverband und der Wissenschaft in diesem Positionspapier empfohlen, auch für hoch aufgeständerte Agri-PV-Anlagen, die nach dem EEG nicht ausschreibungspflichtig sind, eine Technologieprämie zu ermöglichen.

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Was versteht man unter Agri-Photovoltaik (Agri-PV)?

Wenn man die landwirtschaftlichen Flächen für die Nahrungsmittelproduktion nutzt und darüber gleichzeitig PV-Strom erzeugt, spricht man von Agri-Photovoltaik (Agri-PV). Mit anderen Worten: Nahrungsmittel- und Energieproduktion findet auf einer Fläche statt. In Zeiten der Energiekrise ein guter Einsatz, um unsere Umwelt zu erhalten und gleichzeitig die fruchtbaren Böden für die Nahrungsmittelproduktion zu sichern.

Schließlich haben landwirtschaftliche Betriebe große Freiflächen, die für Photovoltaikanlagen sehr gut geeignet sind und deren Einsatz die Flächeneffizienz steigern kann. Dann könnte man sogar eine „Doppelernte“ haben: Lebensmittel und Energie.

Die Dürre der vergangenen Sommermonate hat in der deutschen Landwirtschaft zu großen Ernteausfällen geführt. Starkregen und Hitzewellen werden immer häufiger auftreten. Und genau hier kommen die Agri-PVs zum Einsatz.

Agri -PV haben großes Potenzial

Das Potenzial dieser Anlagen ist enorm: „Würden die in Deutschland bis 2030 geplanten Freiflächenanlagen von 80.000 Hektar zur Hälfte als hoch aufgeständerte Agri-PV errichtet, könnten damit im Durchschnitt circa 30.000 Terawattstunden Strom jährlich erzeugt werden“, heißt es in der DBV- Pressemitteilung.

„Agri-PV kann zukünftig sicherlich ein wichtiger Baustein für die Energiewende werden. Viele Landwirtinnen und Landwirte sehen in Agri-PV eine gute Möglichkeit, erneuerbare Energien mit Landwirtschaft zu vereinen“, kommentierte Udo Hemmerling, stellvertretender Generalsekretär des DBV.

Zielgerichtetere Förderung und Vereinfachungen der Genehmigungsverfahren sind notwendig

„Da Agri-PV-Anlagen im Außenraum gebaut werden, ist in aller Regel die Aufstellung eines Bebauungsplans durch die örtliche Kommune notwendig. Oft muss hierfür zunächst der Flächennutzungsplan geändert werden. Diese Verfahren nehmen enorm viel Zeit in Anspruch und verzögen damit den Markthochlauf der Agri-PV“, erklärte Prof. Dr. Michael Frey, Professor für Rechts- und Kommunalwissenschaften an der Hochschule Kehl.

Notwendig sei demzufolge eine zielgerichtetere Förderung hoch aufgeständerter Agri-PV und Vereinfachungen der Genehmigungsverfahren für den Bau von Agri-PV-Anlagen. Erforderlich seien vor allem Rahmenbedingungen, die auch kleinere Agri-PV-Anlagen wirtschaftlich attraktiv machen, so dass Landwirtschaftsbetriebe sie selbst betreiben können. Bei kleinen Anlagen können die Betriebe als Eigentümer und Betreiber fungieren. Auch finanziell könnten sie es sich leichter leisten, so dass sie einen einfachen Einstieg in die erneuerbaren Energien vollziehen.

Angefangen mit kleineren Anlagen kann man den Ausbau von erneuerbaren Energien voranbringen. Laut EEG besteht für große, hoch aufgeständerte Agri-PV-Anlagen zukünftig zusätzlich ein Anspruch auf eine Prämie in Höhe von 1,2 Cent pro Kilowattstunde, um die Mehrkosten für die aufwändigere Unterkonstruktion zu berücksichtigen.

Allerdings sei zweifelshaft, „ob die Höhe der Technologieprämie auskömmlich für einen nennenswerten Ausbau hoch aufgeständerter Anlagen ist. Durch einen zu hohen Kostendruck können Innovationen und Vielfalt beim Markthochlauf verhindert und die landwirtschaftliche Produktion aus dem Auge verloren gehen. Vor allem stark gestiegene Stahlpreise erhöhten in den letzten Jahren die Kosten für die Aufständerung“, heißt es im gemeinsamen Statement. Von daher sei eine starre Prämie effizienter, damit mehr Anlagen aufgestellt werden.

Welche Vorteile gibt es durch den Einsatz einer Agri-PV-Anlage?

  • Die PV-Modulreihen der Agri-PV Anlagen bzw. die Teilüberdachung können Anbaukulturen gut vor extremen Wetterereignissen schützen – sei es der Hagel, zu hohe Sonneneinstrahlung oder zu hohe Verdunstung von Wasser aus den Pflanzen und den Bodenoberflächen.
  • Jede Agri-Photovoltaikanlage kann individuell und flexibel angepasst werden, vor allem an die Größe der Fläche und die angebauten Pflanzen.
  • Landwirtschaftliche Technik kann unter Photovoltaikmodulen eingesetzt werden
    Solarstromerzeugung und Tierhaltung: Die schrägstehenden Solaranlagen bieten Wetterschutz für Nutztiere.
  • Die Solarmodule können den Strom für eine vollautomatische Lüftung und Klimatisierung liefern

Ob der Strom vom Acker die Energiekrise noch stoppen kann, wird sich zeigen. Es ist aber nicht wegzudiskutieren, dass der Einsatz von Agri-Photovoltaik einen wesentlichen Beitrag leisten kann, um die Energiekrise wenigstens auszubremsen und die Flächeneffizienz in Agrarbereich deutlich zu steigern.

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Content-Managerin beim VDI-Verlag. Nach einem Journalistik-Studium an der TU-Dortmund und Volontariat ist sie seit mehreren Jahren als Social Media Managerin, Redakteurin und Buchautorin unterwegs.  Sie schreibt über Karriere und Technik.

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