Energiewende 17.09.2021, 07:00 Uhr

Hybride Energiespeicher: Forschende haben spektakuläre Vision

In wenigen Wochen nimmt das europaweite Forschungskonsortium StoRIES seine Arbeit auf. Es soll die Entwicklung hybrider Energiespeichersysteme erheblich vorantreiben. Eine weitere Aufgabe: Forschende, Ingenieurinnen und Ingenieure sowie Fachkräfte ausbilden und fit machen für die Herausforderungen der Energiewende.

Illustration Energiespeicher

Wie werden die Energiespeicher von morgen aussehen? Viele Experten suchen gemeinsam eine Antwort auf diese Frage.

Foto: panthermedia.net/petovarga

Mit dem „European Green Deal“, den die Europäische Kommission im Dezember 2019 vorgestellt hat, liegt die Messlatte in der Europäischen Union (EU) hoch: Bis zum Jahr 2050 wollen die Mitgliedsstaaten klimaneutral sein. Neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien steht vor allem die Entwicklung geeigneter Energiespeicher im Fokus. Dafür werden jetzt die Kräfte gebündelt: Am 1. November startet das neue europäische Forschungskonsortium StoRIES. Die Abkürzung steht für Storage Research Infrastructure Eco-System. Koordiniert wird die Arbeit vom Helmholtz-Institut Ulm (HIU), das vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Universität Ulm gegründet wurde.

17 Länder arbeiten für hybride Energiespeicher

 zusammen

Innovative Energiespeichersysteme können nur schnell genug entstehen, wenn es gelingt, die entsprechende Forschungs- und Entwicklungsarbeit in Europa zu koordinieren. Das ist der Anlass für StoRIES. Auf kurzem Weg sollen verschiedene Forschungsansätze vereint, abgeglichen und verbreitet werden. Denn die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die an dem Projekt beteiligt sind, arbeiten mit sehr unterschiedlichen Forschungsschwerpunkten. Hinzu kommt eine enge Kooperation mit der Industrie. „Wir wollen die Entwicklung von neuen, innovativen und marktfertigen Speicherlösungen beschleunigen und haben dafür ein gemeinsames Ökosystem geschaffen“, fasst Stefano Passerini den Anspruch zusammen. Als Direktor des HIU koordiniert er das Projekt. „Die Zusammenführung von Know-how eröffnet Synergien, die oft unterschätzt werden. Die Politik gibt uns mit dem ‚European Green Deal‘ eine immense Hausaufgabe, die wir nur gemeinsam bewältigen können.“

Technologieinstitute, Universitäten und Partner aus der Industrie sind in dem neuen Forschungskonsortium vereint. Insgesamt kommen 17 Partnerinstitutionen und 31 assoziierten Beteiligten aus 17 Ländern zusammen. Mit dabei sind unter anderem die Mitglieder der Europäischen Energieforschungsallianz (EERA) und der Europäischen Vereinigung für Energiespeicherung (EASE). Inhaltlich sind alle relevanten Energiespeichertechnologien vertreten: elektrochemische, chemische, thermische, mechanische und supraleitende Magnetspeicher.

Supercomputer und KI kommen für innovative Energiespeicher zum Einsatz

Grundsätzlich werden sich die Forschenden im Rahmen von StoRIES mit der Entwicklung unterschiedlicher Energiespeichersysteme beschäftigen. Der Fokus liegt aber auf hybriden Anlagen, und das aus gutem Grund: „Wir benötigen leistungsfähige, ausdauernde, nachhaltige und kostengünstige Lösungen“, sagt Myriam Gil Bardají, die als Wissenschaftsmanagerin am KIT die Aktivitäten der Europäischen Energieforschungsallianz (EERA) betreut und an der Gründung von StoRIES mitgewirkt hat. „Allerdings ist keine einzige Energiespeichertechnologie momentan flexibel genug, um alle diese Kriterien zu erfüllen. Deshalb ist eine Kombination verschiedener Technologien erforderlich. So können wir Vorteile nutzen und Nachteile ausgleichen.“ Zudem möchte das Forschungskonsortium Materialeigenschaften der Energiespeicher verbessern, beziehungsweise innovative Materialien entwickeln.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
RHEINMETALL AG-Firmenlogo
Verstärkung für unsere technischen Projekte im Bereich Engineering und IT (m/w/d) RHEINMETALL AG
deutschlandweit Zum Job 
Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein-Firmenlogo
Bauingenieurin / Bauingenieur (w/m/d) für den Bereich Straßenbau Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein
Kiel, Flensburg, Rendsburg, Itzehoe, Lübeck Zum Job 
Siegfried PharmaChemikalien Minden GmbH-Firmenlogo
Betriebsingenieur Mehrprodukte-Betrieb (w/m/d) Siegfried PharmaChemikalien Minden GmbH
ifp | Executive Search. Management Diagnostik.-Firmenlogo
Geschäftsführung (m/w/d) ifp | Executive Search. Management Diagnostik.
Ruhrgebiet Zum Job 
HYDRO Systems GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Teamlead Shopfloor Service Station Norderstedt (m/w/d) HYDRO Systems GmbH & Co. KG
Norderstedt Zum Job 
GVG Immobilien Service GmbH-Firmenlogo
Projektassistenz (m/w/d) Baumanagement GVG Immobilien Service GmbH
München Zum Job 
Birkenstock Productions Hessen GmbH-Firmenlogo
Ingenieur / Meister / Techniker Elektrotechnik / Automatisierungstechnik (m/w/d) Birkenstock Productions Hessen GmbH
Steinau an der Straße Zum Job 
Staatliches Baumanagement Region Nord-West-Firmenlogo
Architekten, Bau- und Elektroingenieure (m/w/d) Staatliches Baumanagement Region Nord-West
Wilhelmshaven Zum Job 
Staatliches Baumanagement Region Nord-West-Firmenlogo
Architekten / Bauingenieure (m/w/d) Hochbau Staatliches Baumanagement Region Nord-West
verschiedene Standorte Zum Job 
Staatliches Baumanagement Region Nord-West-Firmenlogo
Ingenieure (m/w/d) Versorgungstechnik bzw. Technische Gebäudeausrüstung Staatliches Baumanagement Region Nord-West
Wilhelmshaven, Bad Iburg, Oldenburg, Aurich, Meppen, Emden Zum Job 
Staatliches Baumanagement Region Nord-West-Firmenlogo
Ingenieure (m/w/d) der Fachrichtungen konstruktiver Ingenieurbau/Tiefbau/Geo-/Naturwissenschaften/Landschaftsbau Staatliches Baumanagement Region Nord-West
verschiedene Standorte Zum Job 
Staatliches Baumanagement Region Nord-West-Firmenlogo
Ingenieure (m/w/d) Elektrotechnik Staatliches Baumanagement Region Nord-West
verschiedene Standorte Zum Job 
WITTENSTEIN SE-Firmenlogo
Werkleitung (w/m/d) mit Leitwerksfunktion WITTENSTEIN SE
Igersheim-Harthausen Zum Job 
Sparda-Bank Südwest eG-Firmenlogo
Leitung Facility Management (m/w/d) Sparda-Bank Südwest eG
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
Prüfingenieur Konstruktiver Ingenieurbau / Bauwesen (w/m/d) Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Abteilungsleitung (w/m/d) Bauwerks- und Erhaltungsmanagement Die Autobahn GmbH des Bundes
Stadtwerke Leipzig GmbH-Firmenlogo
Ingenieur (m/w/d) Elektrotechnik Stadtwerke Leipzig GmbH
Leipzig Zum Job 
TenneT TSO GmbH-Firmenlogo
Lead Asset Management & Engineering (m/w/d) TenneT TSO GmbH
Lehrte, Bayreuth Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur für Straßenplanung / Verkehrsplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Hochschule Merseburg-Firmenlogo
Professur (W2): Automatisierungstechnik Hochschule Merseburg
Merseburg Zum Job 

Die Zusammenarbeit wird dabei nicht nur – über den Wissenstransfer – auf einer theoretischen Basis stattfinden. Eine weitere Maßnahme ist der gemeinsame Zugang zu wichtigen Forschungsinfrastrukturen und -diensten. Das soll unter anderem dazu führen, die Entwicklungszeiträume für neue Energiespeichersysteme erheblich zu verkürzen. Anders gesagt: Innovationen sollen möglichst schnell auf den Markt kommen. Die Infrastruktur ist dabei natürlich ein wichtiger Faktor: StoRIES wird auf Supercomputer und diverse Automatisierungstechnologien zurückgreifen sowie unter anderem künstliche Intelligenz (KI) nutzen. Besonders bei der Materialentwicklung für neue Energiespeicher wird KI eine wichtige Rolle spielen.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben zudem den Anspruch, nicht allein auf die Kapazität der Energiespeicher zu schauen, sondern von vornherein Umweltfaktoren für den späteren Einsatz mitzudenken. Dazu gehören der schonende Einsatz von Rohstoffen sowie das Thema Recycling.

Ausbildung und Weiterbildung für die Experten von morgen

Für Ingenieurinnen und Ingenieure besonders interessant: Das Forschungskonsortium kündigt an, die Verantwortung für die Ausbildung der nächsten Experten-Generation übernehmen zu wollen. „Für einen Erfolg der Energiewende brauchen wir nicht nur die richtigen Technologien, sondern auch ein Verständnis der nichttechnischen Aspekte – etwa zu Fragen der öffentlichen Zustimmung, der rechtlichen Rahmenbedingungen und der Wirtschaftlichkeit“, sagt Olga Suminńska-Ebersoldt, Wissenschaftsmanagerin am HIU. Geplant sind daher unter anderem Schulungen für Unternehmen und Hochschulen sowie diverse Kurse für den Nachwuchs in der Wissenschaft.

Mehr lesen über Energiespeicher-Technologien:

Ein Beitrag von:

  • Nicole Lücke

    Nicole Lücke macht Wissenschaftsjournalismus für Forschungszentren und Hochschulen, berichtet von medizinischen Fachkongressen und betreut Kundenmagazine für Energieversorger. Sie ist Gesellschafterin von Content Qualitäten. Ihre Themen: Energie, Technik, Nachhaltigkeit, Medizin/Medizintechnik.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.