Weg mit der VR-Brille 17.01.2017, 07:29 Uhr

Hololamp: Dieses Gerät könnte nicht nur die Spielewelt revolutionieren

Wow! Was hier aussieht wie ein banales Schreibtischlicht, ist in Wahrheit eine moderne Version von Aladdins Wunderlampe. Sie kann Bilder in die Umgebung projizieren, die dem Betrachter 3D vorgaukeln. Und zwar ohne, dass er dafür eine Virtual-Reality-Brille benötigt. Wie die Hololamp genannte Erfindung das schafft?

Die Hololamp kann Bilder in die Umgebung projizieren, die dem Betrachter Dreidimensionalität vorgaukeln.

Die Hololamp kann Bilder in die Umgebung projizieren, die dem Betrachter Dreidimensionalität vorgaukeln.

Foto: Hololamp

Einen Kindheitstraum habe er sich mit der Hololamp erfüllt, sagt Guillaume Chican. Der 26-jährige Ingenieur ist Erfinder und Mitgründer des gleichnamigen französischen Start-ups. So sehr hat es ihn fasziniert, sich Star Wars anzuschauen und das Hologrammschachspiel zwischen Chewbacca und C3PO im Raumschiff Millenium Falke zu sehen, dass er sich fragte: „Wäre es nicht cool, es im wirklichen Leben zu spielen?“ Um das zu können, hat er die Hololamp gebaut.

VR-Brille ist für 3D-Illusion überflüssig

Chicans Wunderlampe ist ein tragbares Gerät, das Erweiterte Realität (Augmented Reality) ohne störende VR-Brille auf der Nase oder Headset auf dem Kopf erleben lässt. Und auch die Hände bleiben frei von technischem Gerät.

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Gezeigt wird im Demo-Video ein animiertes Schachspiel mit den geliebten Star-Wars-Figuren. Sie lassen sich einfach per Sprachsteuerung bewegen.

Mit Kameras und Picoprojektor ausgestattet

In der Hololamp befinden sich diverse Kameras und ein Pico Projektor. Der Trick: Eine Kamera erfasst die Augen des Betrachters. Eine spezielle Software verzerrt die projizierten Bilder dann so, dass sie dem Menschen die Illusion vermitteln, ein 3D-Objekt zu sehen. Wird der Kopf bewegt, verändert sich auch das Bild. Die Hololamp ist mit einem Software Development Kit (SDK) ausgestattet, die Objekte werden mit der Programmierplattform Unity erstellt.

Auf der CES präsentierte das französische Start-up ein Schachspiel mit der Hololamp.

Auf der CES präsentierte das französische Start-up ein Schachspiel mit der Hololamp.

Quelle: Hololamp

Laut Hersteller wurde auch eine Lösung entwickelt, um Hologramme auf jede Oberfläche projizieren zu können, damit der Nutzer sie beispielsweise auf seinem Schreibtisch sehen kann, ohne ihn erst freiräumen zu müssen. Dazu wird eine Technik verwendet, die die Geometrie der Umgebung erfasst.

Technik hat noch Kinderkrankheiten

Die Hololamp lässt sich zusammenklappen und kann so ganz bequem transportiert werden. Wird sie gebraucht, entfaltet sie sich automatisch. Um sie anzuschließen, werden ein HDMI-Ausgang und ein USB-Anschluss benötigt. Das Gerät läuft mit den Betriebssystemen Windows 10 und OS X.

Auf der Unterhaltungselektronikmesse CES präsentierte das französische Start-up einen Prototypen der Hololamp. Perfekt ist das Gerät noch nicht. So lässt die Qualität der Projektion je nach Lichtverhältnissen  bisweilen zu wünschen übrig. Auch variiert sie in Abhängigkeit von den Augen des Betrachters.

Jetzt suchen die Firmengründer Investoren, um die Hololamp verbessern zu können. Und bitten Entwickler, Anwendungen für die Hololamp zu erstellen. Vorstellbar seien diese nicht nur im Spielesegment. Auch für den Einsatz in Kommunikation, Bildung und Wissenschaft tauge die Hololamp.

Weitere Neuheiten von der Elektronikmesse CES 2017 in Las Vegas stellen wir Ihnen hier vor.

Ein Beitrag von:

  • Martina Kefer

    Diplom-Medienpädagogin und Ausbildung zur Journalistin beim Bonner General-Anzeiger

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