Tiefbaukongress 20.01.2012, 12:01 Uhr

Straßenbau erfordert neue Finanzierungsmodelle

Vor allem um die Finanzierung zukünftigen Straßenbaus sorgten sich die Teilnehmer des zweiten Tiefbaukongresses am Rande der gerade in Essen zu Ende gegangenen Deubau.

„Allein für die Bestandserhaltung des deutschen Straßennetzes werden jährlich zwischen 12 Mrd. € und 13 Mrd. € benötigt“, rechnete Frank M. Schmid, Geschäftsführer der Schmid Solutions GmbH und unter anderem Vorsitzender der Landesfachkommission Verkehr NRW, auf dem Tiefbaukongress in Essen am Rande der letzte Woche zu Ende gegangenen Deubau vor. Er forderte daher die Neuausrichtung zukünftiger Bedarfspläne sowie deren Finanzierung.

Sowohl der Nutzer als auch der Steuerzahler haben ein Recht auf völlige Transparenz. So sollte die zukünftige Finanzierung an einer konsequenten Trennung des Bestandsnetzes vom Bedarfsnetz ausgerichtet werden. „Das Bestandsnetz muss in der Finanzierung an der Nutzungsdauer orientiert werden, das Bedarfsnetz hingegen muss projektfinanzierungsanalog refinanziert werden“, so Schmid.

Straßenbau stößt bei der Bereitstellung von Bundesfernstraßen an Grenzen

Die bedarfsgerechte Bereitstellung von Bundesfernstraßen stößt immer mehr an Grenzen. „Dabei ist ein leistungsfähiges Straßensystem der wichtigste Wachstumsmotor für den Standort Deutschland“, betont Robert Scholl, Geschäftsführer der Verkehrsinfrastrukturfinanzierungsgesellschaft (VIFG). Diese ist vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) mit der Verteilung des Gebührenaufkommens aus der Lkw-Maut beauftragt. Damit stellt sie institutionell die Zweckbindung der Maut sicher.

Da eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur für das weitere Wirtschaftswachstum unverzichtbar ist, fordert Scholl den Ausbau der Nutzerfinanzierung: „Im Sinne der Nutzerfinanzierung müssten Mauteinnahmen vom Haushalt zur Finanzierung und Bereitstellung von Infrastruktur getrennt und ausschließlich für den Verkehrsträger verwendet werden, der sie aufbringt.“

Stellenangebote im Bereich Immobilien, Bau, Finanzierung

Immobilien, Bau, Finanzierung Jobs
Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein-Firmenlogo
Bauingenieurin / Bauingenieur (w/m/d) für den Bereich Straßenbau Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein
Kiel, Flensburg, Rendsburg, Itzehoe, Lübeck Zum Job 
HAMBURG WASSER-Firmenlogo
Abteilungsleitung Kläranlage Prozessführung Abwasser (m/w/d) HAMBURG WASSER
Hamburg Zum Job 
Klinikum Leverkusen Service GmbH-Firmenlogo
Mitarbeiter (m/w/d) für das Bauprojektmanagement Klinikum Leverkusen Service GmbH
Leverkusen Zum Job 
Messe Berlin GmbH-Firmenlogo
Teamleiter:in (m/w/d) Einkauf für Bau- und Planungsleistungen Messe Berlin GmbH
Ruhrbahn GmbH-Firmenlogo
Referent (w/m/d) Multiprojektmanagement Ruhrbahn GmbH
Hamburg Wasser-Firmenlogo
Ingenieur Projektleitung Großprojekte Wasserwerke (m/w/d) Hamburg Wasser
Hamburg Zum Job 
Sweco GmbH-Firmenlogo
Teamleitung Verkehr & Wasser (w/m/x) Sweco GmbH
Hannover Zum Job 
Bundesbau Baden-Württemberg-Firmenlogo
Bauingenieur / Architekt / Risikoingenieur (m/w/d) Bundesbau Baden-Württemberg
Freiburg Zum Job 
Staatliches Bauamt Nürnberg-Firmenlogo
Ingenieure (m/w/d) für den Fachbereich Straßenbau Staatliches Bauamt Nürnberg
Nürnberg Zum Job 
GSW Gemeinschaftsstadtwerke GmbH Kamen, Bönen, Bergkamen-Firmenlogo
Planungsingenieur für Rohrnetze (m/w/d) für das Team Planung und Bau im Geschäftsbereich 6 Netze GSW Gemeinschaftsstadtwerke GmbH Kamen, Bönen, Bergkamen
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Konstruktiver Ingenieurbau - Außenstelle Hagen Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Straßenplanung und Straßenentwurf - Außenstelle Netphen Die Autobahn GmbH des Bundes
Netphen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) konstruktiver Ingenieurbau - Außenstelle Netphen Die Autobahn GmbH des Bundes
Netphen Zum Job 
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH-Firmenlogo
Sachverständige/-r (m/w/d) Explosionsschutz TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH
Frankfurt am Main-Höchst Zum Job 
VDZ Service GmbH-Firmenlogo
Auditor (m/w/d) für die Validierung von Umweltmerkmalen und für die Produktzertifizierung VDZ Service GmbH
Düsseldorf Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Experte (w/m/d) Vertrags- und Nachtragsmanagement Die Autobahn GmbH des Bundes
Firmengruppe Max Bögl-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Planung Ingenieurbau Firmengruppe Max Bögl
Sengenthal Zum Job 
EGN Entsorgungsgesellschaft Niederrhein mbH-Firmenlogo
Projektmanager (m/w/d) Anlagenbau / Umwelttechnik EGN Entsorgungsgesellschaft Niederrhein mbH
Viersen Zum Job 
INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH-Firmenlogo
Senior Projektleiter TGA (m/w/d) Schwerpunkt Versorgungs-/Elektrotechnik INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH
Celle, Wolfsburg, Salzgitter Zum Job 
Staatliches Hochbauamt Heidelberg-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Tiefbau / Ver- und Entsorgung / Baubetrieb Staatliches Hochbauamt Heidelberg
Mosbach Zum Job 

Straßenbau-Finanzierung auf anderen Wegen: Öffentlich-Private-Partnerschaften (ÖPP) fördern

In diesem Zusammenhang will die VIFG auch Öffentlich-Private-Partnerschaften (ÖPP) fördern, wie Torsten R. Böger erläutert, der bei der VIFG für die Finanzierung von Infrastrukturprojekten verantwortlich ist. Beispielsweise „übernimmt ein privater Partner den Ausbau von Autobahnabschnitten, deren bauliche und betriebliche Erhaltung sowie die Finanzierung über einen Zeitraum von 30 Jahren. Nach Ablauf der Vertragszeit gehen die Aufgabenverantwortung und der Streckenabschnitt in einem vereinbarten Zustand wieder auf Bund und Land über.“

Als ÖPP-Vorteile nennt er: kurzfristigen Ausbau von über den Haushalt nicht zu finanzierenden Autobahnstrecken, Entlastung der öffentlichen Hand von Betrieb und Erhaltung, Verwendung der Lkw-Gebühr für die Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur und damit teilweise eine Nutzerfinanzierung sowie Sicherung und Verbesserung der Qualität über die Vertragslaufzeit.

Aber die Verkehrspolitik richtet sich nicht nur auf Bau und Unterhalt von Fernstraßen, sondern auch „im sozialen System Stadt muss die dauerhafte Bereitstellung von sicherer Infrastruktur die bedarfsgerechte Aufrechterhaltung der Mobilität gewährleisten“, betont Peter Gawin, Leiter des Tiefbau- und Grünflächenamts der Stadt Hamm.

Dabei hat Gawin zwei gegenläufige Trends ausgemacht: „Zum einen müssen viele Städte mit sinkenden Einwohnerzahlen und damit weniger Verkehrsteilnehmern umgehen, zum anderen wird in bestimmten Ballungsräumen der Verkehr noch weiter zunehmen.“ Und diese Entwicklung muss trotz der anhaltenden strukturellen Finanzmisere der Städte gestemmt werden.

„Angesichts der sehr positiven Entwicklung des vergangenen Jahres mit einem Umsatzplus von über 10 % und der optimistischen Aussichten für das neue Jahr zeigte sich die Branche in Deutschland auf der Deubau sehr zuversichtlich“, zog Frank Thorwirth, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Essen, ein erstes Fazit. Über 90 % der rund 55 000 Fachbesucher erklärten in einer Umfrage, dass sie zur 26. Deubau vom 12. bis 16. Januar 2014 wiederkommen wollen. 

Ein Beitrag von:

  • Eckart Pasche

    Freier Fachjournalist. Themenschwerpunkte: Energie, Kerntechnik, Rohstoffe, Bergbau, Tunnelbau, Technikgeschichte

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.