Blick in die Geschichte 23.01.2024, 13:38 Uhr

Römische Thermen – Technikwunder der Antike

Römische Thermen waren Treffpunkt des gesellschaftlichen Lebens. Sie sind aber auch Beispiele für die hochentwickelte Ingenieurskunst des antiken Roms. Das gilt für die Bauten selbst, die oft von prächtigen Kuppeln gekrönt waren, aber auch für die Ausstattung mit Wand- und Fußbodenheizungen. Überhaupt war die Sanitärtechnik damals schon weit entwickelt.

römische Therme Bath

Die Therme im englischen Bath mit einem Becken aus römischer Zeit.

Foto: PantherMedia/RnDmS (YAYMicro)

Die Thermen des antiken Roms waren nicht nur Zentren des gesellschaftlichen Lebens, sondern auch technische Meisterwerke. Es gab mehrere Badebecken mit unterschiedlich warmem und kaltem Wasser, Räume für Schwitz- und Dampfbäder sowie weitere Räumlichkeiten. Geheizt wurde mit einem ausgeklügelten System von Wand- und Fußbodenheizungen. Es gab mit wasserdichtem Mörtel verputzte Wasserleitungen und sogar Bleirohre. Das Wasser für die Thermen wurde oft über Aquädukte in die Stadt geleitet, sofern es nicht eigene Thermalquellen gab. Wir haben uns die römischen Thermen und die Technik dahinter etwas genauer angesehen.

Kurze Geschichte der römischen Thermen

Der Ursprung der Badestuben und kleineren Badeanlagen liegt im antiken Griechenland und wird auf den Zeitraum von etwa 400 bis 300 v. Chr. geschätzt. Diese Einrichtungen wurden ungefähr zwischen 300 und 200 v. Chr. Teil der römischen Kultur (bekannt als Balnea). Zu den frühesten bekannten öffentlichen Badeanlagen zählen die Therme Stabiane in Pompeji, deren Errichtung bis ins 3. Jahrhundert v. Chr. zurückreicht.

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Die mittlere Entwicklungsphase der römischen Thermen lässt sich am Beispiel der Thermen des Agrippa nachvollziehen. Obwohl diese noch nicht die spätere typische Symmetrie aufwiesen, zählten sie zu den ersten großen Badebauten. Sie wurden vermutlich um 20 v. Chr. eröffnet, zeitgleich mit der Fertigstellung der Aqua Virgo, einer neuen Wasserleitung.

Mit dem steigenden Wohlstand des römischen Reiches und fortschrittlichen Techniken und Bauweisen der Ingenieure entstanden zunehmend monumentale Badeanlagen. Es entwickelte sich ein Wettstreit unter den Kaisern, wer die prachtvollste und größte Therme errichten konnte. Ein Beispiel für einen fortgeschrittenen Bautyp ist die Therme des Nero. Diese lag in unmittelbarer Nähe zu den Thermen des Agrippa und zeichnete sich durch eine strenge axiale Ausrichtung sowie zahlreiche zusätzliche Räume neben den eigentlichen Badesälen aus. Diese Art von Badeanlage wird auch als „Kaisertyp“ bezeichnet.

Zentraler sozialer Treffpunkt

Im 1. Jahrhundert n. Chr. wurden Thermen zu einem zentralen sozialen Treffpunkt der Römer. Sie dienten nicht nur der Reinigung, sondern auch der Entspannung und dem Austausch. Thermen boten neben dem Baden auch Dienstleistungen wie Massagen, Gymnastik und Schönheitsbehandlungen an.

Die Thermen waren architektonisch beeindruckend, mit marmorverkleideten Räumen, kunstvollen Säulen und Fassaden. Die Badebereiche waren je nach Funktion angeordnet, sodass Besucher zwischen Räumen verschiedener Temperaturen wechseln konnten. Zusätzlich gab es Ruheräume und Freiflächen, um sich zwischen den Aktivitäten zu erholen.

Mindestens 170 Bäder wurden in Rom im Jahr 33 v. Chr. betrieben und später gab es mehr als achthundert öffentliche Badeanstalten für römische Bürger. Mit gleicher Geschwindigkeit verbreiteten Bäder sich im gesamten Italien und auch in den römischen Provinzen.

Grundriss der Caracalla-Thermen in Rom.Foto: PantherMedia/Morphart (YAYMicro)

Antike Heilbäder

Bereits vor der Römerzeit war die Nutzung von heißen Dämpfen und Thermalquellen zu Heilzwecken etabliert. Ein Bericht von Livius belegt dies mit dem Beispiel des Konsuls Gnaeus Cornelius Scipio Hispallus, der 187 v. Chr. erfolglos in Baiae kuriert wurde. Diese Quellen waren oft Teil von Heiligtümern des Gottes Asklepios und zugehörigen medizinischen Einrichtungen.

Ähnlich heutigen Kurorten, waren antike Heilbäder wie Aquae Sulis (Britannien), Pautalia (Thrakien), Aquae (heutige Baden-Baden) und besonders Baiae bekannt. Sie waren kulturelle Zentren, wie die Spottgedichte Martials über Kurschatten und Senecas Beschwerden über den Lärm belegen.

Mit der Einführung der Balneologie durch Asklepiades von Bithynien in Rom, gewannen sie an medizinischer Bedeutung. Der Arzt Rufus von Ephesos empfahl um 100 n. Chr. Dämpfbäder und Aufenthalte im Laconium gegen Gicht. Galenos gab detaillierte Anleitungen zur Nutzung der verschiedenen Räume und Einrichtungen, abgestimmt auf Konstitution und Gesundheitszustand des Einzelnen.

Unterschiedliche Thermentypen

Der Bau von Thermen erreichte im Laufe der Zeit eine beeindruckende Vielfalt und in den verschiedenen Regionen traten unterschiedliche Thermentypen auf. Es gab eine Vielzahl von Badeanlagen, wie Reihenbäder, die nach Geschlechtern getrennt waren, sowie Ringbäder, teilverdoppelte Badeanlagen und symmetrisch vergabelte Ringanlagen, um nur einige zu nennen.

Die Reihenbäder stellen dabei den einfachsten Typ der Thermen dar, basierend auf den früheren Balnea. Im Gegensatz dazu waren die Ringanlagen so konzipiert, dass Besucher am einen Ende starten und dann einen kompletten Rundgang machen konnten. Der symmetrisch verdoppelte Ringtyp hatte im Prinzip dieselbe Struktur wie der einfache Ringtyp, allerdings formten die Räume hier keinen vollständigen Kreis, sondern eher eine Halbkreisform.

Besonders bemerkenswert sind die Thermen der Kaiser, die sich wiederum in zwei Typen einteilen lassen. Der sogenannte kleine Kaisertypus bestand aus zwei ringförmig zusammengeschlossenen Reihentypen. Der Grundriss dieser Anlagen war äußerst symmetrisch und intelligent angeordnet, was für eine effiziente Nutzung und ein harmonisches Gesamtbild sorgte. Der große Kaisertyp hingegen stellte mit seiner weitläufigen und groß angelegten Struktur den absoluten Höhepunkt des Thermenbaus dar, indem er nicht nur den Bedarf an körperlicher Reinigung, sondern auch das Bedürfnis nach sozialer Interaktion und kultureller Betätigung bediente.

Caracalle-Thermen Rom

Ruinen der Caracalla-Thermen in Rom.

Foto: PantherMedia/rarrarorro

Grundsätzliche Ausstattung der Thermen

In den römischen Thermen begann der Besuch meist im Apodyterium, einem Auskleideraum, der mit kleinen, abschließbaren Wandnischen, den sogenannten Loculi, ausgestattet war. Anschließend fanden die Besucher im Frigidarium, einem meist rechteckig geformten Raum, der nie beheizt wurde, Erfrischung. Dieser Raum war oft mit Kaltwasserbecken, den Piscinen, ausgestattet und war zumeist der größte Raum der Thermen, teilweise sogar mit Marmorsesseln versehen, wie beispielsweise in den Caracalla-Thermen, was darauf hindeutet, dass er vielleicht als Aufenthaltsraum diente. Parallel dazu gab es die Sporthalle, auch Palästra oder Gymnasion genannt.

An das Frigidarium schloss das Tepidarium an, ein Aufwärm- oder Durchgangsraum, der selten mit Wasserbecken ausgestattet war und eher kleiner ausfiel. In manchen Thermen gab es vielleicht sogar ein gesondertes Salbzimmer, das Unctorium.

Das Caldarium stellte den heißesten Raum der Thermen dar, der immer nach Süden oder Südwesten hin gebaut wurde. Es war durch eine Hypokaustenanlage beheizt, wodurch die Temperatur am Boden problemlos 50-60 Grad erreichen konnte. Aus diesem Grund trugen die meisten Badegäste Holzsandalen, um ihre Füße vor der Hitze zu schützen. In reich ausgestatteten Thermen gab es auch ein separates Schwitzbad, das Laconicum.

Für die Erfrischung nach der Hitze sorgte die Natatio, ein großes Schwimmbecken, das meistens nicht überdacht und nach Norden ausgerichtet war, um die kühle Frische zu bewahren. Zur Unterstützung und Beratung der Badegäste standen Ärzte und Balneologen zur Verfügung, was die Thermen zu einem Ort der körperlichen und auch gesundheitlichen Pflege machte.

Bauweise der römischen Thermen

In seinem Werk „De Architectura“ lieferte der römische Architekt Vitruv detaillierte Bauanleitungen für Thermen. Er empfahl die Verwendung von Backstein oder verfugten Bruchsteinen für die Wände. Opus caementitium, eine Art Frühform des Betons, verstärkte die Struktur von Mauern und Gewölben bedeutend, und es gab sogar eine frühe Form von Leichtbeton. Um die Holzkonstruktionen des Dachs vor Feuchtigkeit zu schützen, riet Vitruv zu einer Doppelgewölbekonstruktion, die den Abzug des Wasserdampfs ermöglichte. Zudem sollte das Licht durch Oberlichter direkt auf die Badebecken fallen.

Für die Gestaltung der Böden wurden oft Mosaiken verwendet, während die Wände zum Schutz vor Feuchtigkeit verputzt und entweder mit Fresken bemalt oder, ähnlich wie die Becken, mit Marmor verkleidet waren. Große Fenster sowie Gewölbe aus Glas oder Glasmosaiken sorgten für den Einfall von Licht und Wärme.

Für die Überdachung großer Innenräume setzten römische Architekten, beginnend mit den Agrippa-Thermen, bevorzugt Kuppelkonstruktionen ein. Diese Thermenkuppeln zählten zu den imposantesten Bauwerken des Römischen Reiches.

Bis zu 5.000 Arbeiter bauten an der Caracalla-Therme

Der Bauingenieur und Baukostenexperte Ulfert Martinsen ist zwischen 2017 und 2020 der Frage nachgegangen, wie es römischen Bauleuten möglich war, die Caracalla-Thermen in Rom innerhalb einer Bauzeit von lediglich drei Jahren zu errichten. Immerhin ist das Bauwerk 225 mal 116 Meter groß und 24 bis 56 Meter hoch. Dabei hat er sich überlegt, welche technischen Hilfsmittel, welche Baustellenorganisation und wie viele Arbeitskräfte dafür vermutlich notwendig waren. Die Ergebnisse seiner Recherche und seiner Berechnungen hat er in der Deutschen Bauzeitung veröffentlicht.

Im ersten Schritt überlegte sich Martinsen, welche technischen Hilfsmittel den Römern wohl zur Verfügung standen: Angefangen von Kranen bis hin zu Schalungen und Rüstungen. Weiterhin mussten die durchzuführenden Arbeiten kalkuliert werden – wie zum Beispiel Ausschachten der Baugrube und Fundamente, Herstellen von Mauerwerk, Mischen und Einbau von Beton oder Einschalen von Gewölbekuppel. Für jeder Einzeltätigkeit erstellte der Bauingenieur einen Kalkulationsansatz und letztlich auch einen Terminplan.

Schließlich kam Martinsen zu der Erkenntnis, dass es vier Bauphasen gegeben haben muss. Der Rohbau umfasste vier Phasen, der Ausbau ebenfalls. Immer wenn ein Abschnitt im Rohbau beendet war, wurde mit sofort mit dem Ausbau begonnen, vermutet der Bauingenieur. Nur so ließe sich der straffe Zeitplan einhalten. Dazu brauchte es Unmengen an Arbeitern, insbesondere für die Erdarbeiten waren wohl rund 5.000 Arbeiter und Aufseher notwendig, für die Rohbauarbeiten waren es immer noch 4.000 Arbeiter. Den Ausbau schafften schließlich 2.000 Arbeiter.

Hier geht es zum vollständigen Aufsatz

So wurden die Thermen beheizt

In den römischen Thermalbädern setzten die Römer fortschrittliche Heiztechniken ein. Fußboden- und Wandheizungen nutzten Heißluft (Hypokaustum), um die Räume zu wärmen. Diese Methoden, ursprünglich für große Thermen entwickelt, variierten in ihrer Gestaltung erheblich. Die Ausrichtung nach Süden war jedoch ein gemeinsames Merkmal, um die Sonnenwärme zusätzlich einzufangen. Laut dem Architekten Vitruv war ein leicht geneigter Boden im Hypokaustum förderlich für die Wärmeverteilung. Die Wände, oft aus Hohlziegeln gefertigt, ließen ebenfalls Heißluft durch, um die Räume zu erwärmen.

Die Aufrechterhaltung dieser Heizsysteme war eine anspruchsvolle Aufgabe. Sklaven bedienten die Wandheizungen über Schürklappen in den Hauptwänden und befüllten die Heizkammern (praefurnia) kontinuierlich mit Holzkohle, später bevorzugt mit trockenem Holz. Die entstehende Heißluft zirkulierte durch die Hohlräume, heizte so Böden und Wände und sorgte für eine konstante Wärmeversorgung, die durch Lüftungsklappen im Dach reguliert werden konnte.

Vitruv schreibt darüber: „Die hängenden Fußböden der Bäder müssen so angelegt werden, dass zuerst aus Ziegelplatten von 1,5 Fuß ein Bodenbelag gelegt wird, der zum Unterfeuerungsofen so geneigt ist, dass ein Ball, den man hineinwirft, nicht innen liegen bleiben kann, sondern ganz von selbst zum Heizkammervorraum (Praefurnium) zurück rollt. So wird sich die Flamme leichter unter dem schwebenden überbau verbreiten. Auf dem Pflasterboden führe man aus achtzölligen Ziegeln Pfeiler auf, so in Abständen verteilt, dass Ziegelplatten von 2 Fuß darüber gelegt werden können. Die Pfeiler aber sollen eine Höhe von 2 Fuß haben. Sie sollen mit Lehm der mit Haaren durchknetet ist, geschichtet werden, und darüber sollen 2 Fuß lange Ziegelplatten gelegt werden, die den Estrich tragen.“

Kaiserthermen Trier

Die Kaiserthermen sind die jüngste der drei römischen Badeanlagen Triers.

Foto: PantherMedia/Jan Balster

Das sind die bekanntesten Thermen von Rom

Wie bereits geschrieben, gab es in der Blütezeit unzählige Badehäuser und Thermen in Rom, hier kommen die wohl bekanntesten:

  • Thermen des Agrippa: Sie wurden im Jahr 25 v. Chr. auf dem Marsfeld in Rom erbaut. Sie verfügten über einen künstlich angelegten See, der als Natatio, ein Schwimmbecken, diente.
  • Thermen des Nero: Sie sind die ersten in einer Reihe großer Kaiserthermen und zeichneten sich durch eine strenge, symmetrische und spiegelbildliche Raumanordnung aus.
  • Thermen des Trajan: Sie wurden im Jahr 109 n. Chr. nach nur fünfjähriger Bauzeit fertiggestellt und umfassten ein Areal von 330 x 315 Metern. Die Thermen boten umfangreiche Erholungsflächen und wurden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
  • Thermen des Caracalla: Die Thermen umfassten eine Gesamtfläche von 140.000 m² und eine Badefläche von 30.000 m². Sie boten Platz für 1.500 Personen. Die Anlage war ausgestattet mit Einkaufsläden, Bibliotheken, einem Stadion und zahlreichen Brunnen. Neben den Thermen des Diokletian zählen sie zu den größten jemals erbauten Bädern.
  • Thermen des Diokletian: Die Thermen hatten eine Außenfläche von 380 x 370 Metern und eine Kernbaufläche von 45.000 m². Sie boten Platz für mehr als 3.000 Personen.

Bekannte römische Thermen in Deutschland

Die Römer waren bekanntlich auch nördlich der Alpen aktiv und haben hierzulande zahlreiche ihrer Bauwerke hinterlassen. Neben Aquädukten oder Amphitheatern gibt es auch noch einige römische Thermen in Deutschland zu bewundern. Vier davon stellen wir kurz vor:

Kaiserthermen und Barbarathermen Trier: Die Kaisertherme in Trier, mit Mauern, die teilweise noch 19 Meter hoch stehen, zählt zu den imposantesten römischen Badeanlagen nördlich der Alpen. Seit 1986 gehört sie zum UNESCO-Welterbe der Stadt. Obwohl die Kaisertherme für eine beachtliche Größe konzipiert war, hätte sie, wäre sie fertiggestellt worden, die Barbarathermen, größenmäßig nicht übertroffen. Die älteren Barbarathermen sind ebenfalls Teil des UNESCO-Welterbes und nehmen mit ihrer Grundfläche den Spitzenplatz unter den römischen Thermen nördlich der Alpen ein.

Badruinen Baden-Baden: In der Altstadt von Baden-Baden liegen unterhalb des Marktplatzes die Ruinen der Römischen Bäder, Zeugnisse antiker Thermenkultur. Zur eindrucksvollen Anlage gehörten unter anderem zwei Becken zur Abkühlung des Thermalwassers, zwei Badebecken und ein Heißluftraum. Die Konturen und die Größe der Bäder werden auf dem Marktplatz durch ein markantes Kopfsteinpflaster in Schwarz sichtbar gemacht.

Römische Thermen von Weißenburg: Die Thermen sind beeindruckende Überreste des römischen Kastells und des Vicus Biriciana. Das Kastell wurde zur Sicherung der nördlichen Grenze der Provinz Raetia errichtet und war Teil des Obergermanisch-Raetischen Limes. Die Badeanlagen gehören zu den wenigen auf germanischem Gebiet erhaltenen Thermen. Ihre Entdeckung erfolgte 1977, und seit 1983 dienen sie als Museum.

Römerbadruine Badenweiler: Die römische Therme in Badenweiler zählt zu den ältesten Bauwerken Baden-Württembergs und gilt als ein der besten erhaltenen Thermen nördlich der Alpen. Sie entstanden in mindesten sechs Bauphasen. Begonnen hatte alles mit zwei Badebecken, später kamen noch Empfangs- und Umkleideräume, Schwitzräume mit Kaltwasserbecken und Terrassen dazu.

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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