65 m lang, 6,20 m breit 22.08.2026, 15:48 Uhr

Brücke seit 2023 fertig, aber ohne Straße, jetzt steht Eröffnungstermin

Seit 2023 ist die Brücke bei Wust fertig, doch die Straßenanschlüsse fehlen. Am 2. Oktober 2026 soll sie endlich für den Verkehr öffnen.

Brücke in Wust ohne Straße

Die Brücke war nach 18 Monaten fertig, ihre Zufahrten ließen fast drei Jahre auf sich warten. Jetzt steht der Eröffnungstermin fest.

Foto: picture alliance/dpa | Klaus-Dietmar Gabbert

Die Brücke ist fertig. Die Straße dazu fehlte jahrelang. Seit Oktober 2023 steht bei Wust nahe Brandenburg an der Havel eine neue Überführung über die Bahnstrecke. Genutzt werden konnte sie trotzdem nicht. Jetzt gibt es einen Termin: Am 2. Oktober 2026 soll der Verkehr erstmals über das Bauwerk rollen.

Die rund 65 m lange und 6,20 m breite Brücke entstand zwischen Frühjahr 2022 und Oktober 2023. Der eigentliche Brückenbau dauerte damit nur rund 18 Monate. Danach begann die deutlich längere Wartezeit auf die Straßenanschlüsse.

Erst kam die Brücke, dann die Straße

Brückenbau und Straßenanbindung liefen in getrennten Planungs- und Vergabeschritten. Zunächst wurde die Genehmigung für das Brückenbauwerk beantragt und erteilt. Die Zufahrten zur B1 sollten später folgen. So konnte die Überführung fertiggestellt werden, obwohl sie noch nicht in die neue Straßenführung eingebunden war.

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Der Landesbetrieb Straßenwesen hatte zunächst angekündigt, dass die Brücke voraussichtlich im Herbst 2024 befahrbar sein werde. Dazu kam es nicht.

Vergabeverfahren für die Zufahrten musste neu gestartet werden

Im Herbst 2024 wurde der Bau der Straßenanschlüsse europaweit ausgeschrieben. Vorgesehen waren unter anderem Rampen, Straßenbau und Lärmschutz. Der Baustart sollte ursprünglich im März 2025 erfolgen. Dann musste das Vergabeverfahren wiederholt werden.

Der Landesbetrieb hatte mehrere Leistungen gemeinsam ausgeschrieben: den Bau der Rampen samt Straßenbelag sowie Lärmschutzwände und deren Fundamente. Mehrere auf Lärmschutz spezialisierte Unternehmen legten dagegen Einspruch ein und bekamen Recht. Die Leistungen mussten getrennt vergeben werden.

Die Unterlagen wurden überarbeitet, im Mai 2025 startete das Verfahren erneut. Den Straßenbau übernahm schließlich eine Arbeitsgemeinschaft aus PORR und Matthäi. Für die Lärmschutzwände erhielt he-b Ingenieurbau den Zuschlag, für die Baustellenumleitung Zeppelin Rental. Die vorbereitenden Arbeiten begannen im Oktober 2025.

Für die Brücke werden 1,5 km B1 umgebaut

Die Arbeiten beschränken sich nicht auf zwei Rampen. Die B1 wird zwischen Brandenburg an der Havel und Wust auf rund 1,5 km Länge neu geordnet. Im nördlichen Abschnitt wird die Bundesstraße an beiden Seiten an die bereits fertige Brücke angeschlossen.

Hinzu kommen der Rückbau des bisherigen Bahnübergangs, ein neuer Durchlass, Anpassungen am straßenbegleitenden Radweg und Querungsinseln. Auch der Knoten B1/Wuster Straße wird umgebaut.

Damit der Verkehr während der Arbeiten weiterlaufen kann, wurden Behelfsstraßen angelegt. Seit Dezember 2025 wird die alte B1 abschnittsweise zurückgebaut, während die neuen Auffahrten entstehen.

Grundwasser, Winter und Unwetter bremsen die Arbeiten zusätzlich

Auch nach dem verspäteten Baustart lief nicht alles nach Plan. Nach Angaben der Bauüberwachung erschwerten Grundwasserprobleme und ein harter Winter die Arbeiten. Als die Asphalttragschicht eingebaut werden sollte, stoppte ein starkes Unwetter den Bau. Diese Arbeiten mussten anschließend nachgeholt werden.

Inzwischen sind die Rampen sowie der Geh- und Radweg weitgehend fertig. Noch fehlen unter anderem Teile der Asphaltdeckschicht und der Lärmschutzwände.

Der 2. Oktober bleibt deshalb ein geplanter Termin. Voraussetzung ist, dass die restlichen Arbeiten ohne weitere Verzögerungen abgeschlossen werden können.

Am Bahnübergang warten Autofahrer teils mehr als 30 Minuten

Die neue Überführung soll einen Bahnübergang ersetzen, der seit Jahren für lange Wartezeiten sorgt. Auf der Strecke fährt unter anderem der RE1. Werktags verkehrt er in der Hauptverkehrszeit bis zu dreimal pro Stunde, ansonsten im Halbstundentakt. Hinzu kommen Fern- und Güterzüge.

Entsprechend häufig schließen sich die Schranken. Autofahrer müssen nach Angaben des rbb teilweise bis zu 30 Minuten warten. Mit der Freigabe der Brücke soll der niveaugleiche Bahnübergang verschwinden. Die B1 kann dann unabhängig vom Zugverkehr über die Strecke geführt werden.

Die Gesamtmaßnahme läuft noch bis 2027

Mit der Verkehrsfreigabe ist das Projekt noch nicht abgeschlossen. Der Landesbetrieb Straßenwesen plant die Fertigstellung der gesamten Maßnahme für das zweite Quartal 2027. Bis dahin laufen unter anderem weitere Straßenbau- und Nebenarbeiten.

Quellen

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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