Nutzhanf als Baustoff 13.05.2014, 13:21 Uhr

Amerikanische Architekten wollen Schule komplett aus Hanf bauen

Zwei amerikanische Architekten sammeln gerade Geld auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Ihr Projekt: Sie wollen eine Schule aus Nutzhanf bauen. Übergeordnetes Ziel ist es, Hanf als ökologischen Baustoff ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Nutzhanf darf inzwischen in den meisten europäischen Ländern angebaut werden, in den USA aber nur in neun Bundesstaaten.

Nutzhanf darf inzwischen in den meisten europäischen Ländern angebaut werden, in den USA aber nur in neun Bundesstaaten.

Foto: Screenshot ingenieur.de/Hempitecture

Hanf als Baustoff: Die Idee ist nicht neu, die Umsetzung aber immer noch teuer. Und das, obwohl Baustoffe aus Nutzhanf schon bei der Herstellung nur einen Bruchteil der Energie verbrauchen, die herkömmliche Materialien wie beispielsweise Styropor benötigen. Die Pflanze wächst schnell und fast überall, braucht weniger Wasser als Baumwolle und auch weniger Dünger. Viele Produkte wie Kleidung, Öle und Papier werden dank Nutzhanf nachhaltiger. Aber bislang wird nur rund ein Prozent aller verkauften Dämmstoffe hierzulande aus Nutzhanf hergestellt, schätzt das Leibniz-Institut für Agrartechnik in Potsdam. Der Anteil ökologischer Dämmstoffe insgesamt liegt bei sieben Prozent.

Ökologischer Baustoff mit vielen Vorteilen

Befürworter der Baustoffe aus dem nachwachsenden Rohstoff Nutzhanf sehen darin eine ganze Reihe von Vorteilen gegenüber herkömmlichen Baustoffen. Hanfbeton ist danach stärker als herkömmlicher Beton, wiegt aber nur ein Sechstel. Er dämmt besser und reguliert die Feuchtigkeit in den Räumen, außerdem mindert Hanfbeton die Schimmelgefahr durch den natürlichen Feuchtigkeitsaustausch.

Wände aus Hanf-Baustoffen schaffen ein gesundes Raumklima.

Wände aus Hanf-Baustoffen schaffen ein gesundes Raumklima.

Foto: Screenshot ingenieur.de/Hempitecture

Seit 1996 ist der Anbau von Nutzhanf in Deutschland mit einer besonderen Genehmigung erlaubt, wie in den meisten europäischen Ländern auch. Die Architekten Matthew Mead und Tyler Mauri müssen sich in den Vereinigten Staaten dagegen noch mit rechtlichen Hindernissen für ihr Projekt auseinandersetzen. Nur neun Bundesstaaten erlauben den Hanf-Anbau. Allein das macht ihn als Baustoff teuer, weil der Rohstoff fast vollständig importiert werden muss.

Kickstarter soll 20.000 Euro einbringen

Mead und Mauri wollen als erstes Projekt in Idaho eine Schule komplett aus Hanfbeton bauen und mit Hanfmatten dämmen. Umgerechnet rund 20.000 Euro soll dafür die Kickstarter-Kampagne ihrem Unternehmen Hempitecture einbringen.

Mit ihrem Unternehmen Hempitecture möchten Matthew Mead and Tyler Mauri möglichst viele Gebäude aus Hanfbeton bauen.

Mit ihrem Unternehmen Hempitecture möchten Matthew Mead and Tyler Mauri möglichst viele Gebäude aus Hanfbeton bauen.

Foto: Screenshot ingenieur.de/Hempitecture

In dieser Schule sollen Workshops für Jugendliche und Erwachsene rund um das Thema Nachhaltigkeit stattfinden. Von dort aus wollen Mead und Mauri eine Kampagne in mehreren US-Bundesstaaten mit Info-Veranstaltungen zu den Vorteilen von Nutzhanf starten. Auch in den USA soll es schließlich nicht bei einem Haus aus Hanfbeton bleiben.

Von Andrea Ziech

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