Elektromobilität 14.07.2025, 17:30 Uhr

Mehr Effizienz bei Elektromotoren: Neue Isolatoren in der Erprobung

Forschende in Dresden entwickeln keramikähnliche Leiterisolationen. Sie könnten elektrische Antriebe und Maschinen effizienter und leichter machen.

Forschende der HTW Dresden entwickeln neue Isoliersysteme für die Wicklungen von Elektroantrieben. Ziel ist eine geringere thermische Isolation - und damit höhere Wirkungsgrade. 
Foto: Smarterpix/meteor

Forschende der HTW Dresden entwickeln neue Isoliersysteme für die Wicklungen von Elektroantrieben. Ziel ist eine geringere thermische Isolation - und damit höhere Wirkungsgrade.

Foto: Smarterpix/meteor

Elektroantriebe verbrauchen einen großen Teil der gesamten elektrischen Energie in Deutschland. Mit zunehmender Elektromobilität wächst der Bedarf. In der Industrie treiben Elektroantriebe darüber hinaus eine Vielzahl an Maschinen, Förderbändern, aber auch Lüftern, Kompressoren und Rührwerken an. Maßnahmen zur Energieeffizienz haben in der elektrischen Antriebstechnik deshalb einen großen Hebel.

Deshalb arbeiten aktuell Forschende der HTW Dresden gemeinsam mit Partnern an einer neuartigen Wicklungsisolation. Ihr Ziel: Elektromotoren effizienter und leichter machen und dadurch gleichzeitig Rohstoffe und Energie sparen. In ihrem Fokus sind dabei die Isolationsschichten der Drahtwicklungen. Die elektrisch leitenden Drähte erzeugen so das Magnetfeld, das den Motor antreibt.

Nachteile klassischer Isolationsschichten im Elektromotor

Üblicherweise werden die elektrischen Leiter aus Kupfer- oder Aluminiumdraht mit polymeren Lacken isoliert. Vorteil dieser Lackisolation: Sie weist eine sehr hohe elektrische Durchschlagsfestigkeit auf. Allerdings isoliert die Schicht auch thermisch stark, wodurch sich die Wicklungen stark erhitzen. Das geht zulasten der Effizienz. Deshalb müssen die Maschinen insgesamt größer gebaut werden, um die gewünschte Leistung bei gleichzeitig sehr gutem Wirkungsgrad zu erreichen.

Neuartige Isolationsschicht führt Wärme an Elektromotoren besser ab

Die Forschenden ersetzen dazu die bisher eingesetzten organischen Stoffe zur Leiterisolation durch eine keramikähnliche Beschichtung aus Aluminiumoxid.  Letzteres besitzt eine höhere Wärmeleitfähigkeit als die bisher verwendeten Isolationsmaterialien. Das Vorhaben trägt den Titel „Entwicklung keramikähnlicher Leiter-Isolationen für den Einsatz in hochausgenutzten, ressourceneffizienten elektrischen Maschinen und Antrieben“ – kurz KLIMA.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Technische Hochschule Deggendorf-Firmenlogo
Professorin | Professor (m/w/d) für das Lehrgebiet "Nachhaltige Sanierung und Renovierung" Technische Hochschule Deggendorf
Deggendorf Zum Job 
Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH)-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Fachrichtung Tiefbau, Straßenbau oder Siedlungshydrologie Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH)
VDM Metals Gruppe-Firmenlogo
Qualitätsingenieur Schmiede (m|w|d) VDM Metals Gruppe
VDM Metals Gruppe-Firmenlogo
Trainee Nachhaltigkeitsmanagement (m|w|d) VDM Metals Gruppe
Werdohl, Altena, Unna, Dortmund, Frankfurt Zum Job 
VDM Metals Gruppe-Firmenlogo
Trainee Qualitätssicherung / Technische Klärung (m|w|d) VDM Metals Gruppe
Werdohl, Altena, Unna, Dortmund, Frankfurt Zum Job 
VDM Metals Gruppe-Firmenlogo
Initiativbewerbung Ingenieure / Produktionsmitarbeiter (m|w|d) VDM Metals Gruppe
Werdohl, Altena, Unna, Dortmund, Frankfurt Zum Job 
Immobilien Management Essen GmbH (IME)-Firmenlogo
(Senior) Projektkoordinator (m/w/d) Hochbau & Stadtentwicklung Immobilien Management Essen GmbH (IME)
intecplan integrierte technische Planung GmbH-Firmenlogo
Technischer Systemplaner / Technischer Zeichner (m/w/d) TGA intecplan integrierte technische Planung GmbH
Düsseldorf Zum Job 
AM Planungsgesellschaft für technische Gebäudeausrüstung mbH-Firmenlogo
Projektingenieur / Techniker Versorgungstechnik HLSK (m/w/d) AM Planungsgesellschaft für technische Gebäudeausrüstung mbH
Mannheim Zum Job 
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
Fachbereichsleitung Energieanlagen (w/m/d) Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 
PERI Group-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur Klettertechnik & Automation (m/w/d) PERI Group
Weißenhorn Zum Job 
Dürkopp Fördertechnik GmbH-Firmenlogo
Sales Manager (m/w/d) Sorting Solutions Steuerungstechnik Dürkopp Fördertechnik GmbH
Bielefeld Zum Job 
RheinNetz GmbH-Firmenlogo
Ingenieur KRITIS-Sicherheitstechnik (m/w/d) RheinNetz GmbH
RheinNetz GmbH-Firmenlogo
Ingenieur KRITIS-Gebäudetechnik (m/w/d) RheinNetz GmbH
EMKA Beschlagteile GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Produktentwickler / Konstrukteur (m/w/d) EMKA Beschlagteile GmbH & Co. KG
Wuppertal Zum Job 
ista SE-Firmenlogo
Projektingenieur - Technische Gebäudeausrüstung und Energiedienstleistungen (m/w/d) ista SE
Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Köln, München Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Straßenplanung und Entwurf Die Autobahn GmbH des Bundes
Dillenburg Zum Job 
über Tröger & Cie. Aktiengesellschaft-Firmenlogo
Zweigniederlassungsleiter Großprojekte West (m/w/d) über Tröger & Cie. Aktiengesellschaft
Nordrhein-Westfalen Zum Job 
über Kienbaum Consultants International GmbH-Firmenlogo
Leitung (m|w|d) Hoch- und Ingenieurbau über Kienbaum Consultants International GmbH
Baden-Württemberg Zum Job 
intecplan integrierte technische Planung GmbH-Firmenlogo
Projektleiter:in (m/w/d) TGA intecplan integrierte technische Planung GmbH
Düsseldorf Zum Job 

Professor Thomas Schuhmann von der Fakultät Elektrotechnik, der das Forschungsvorhaben an der HTW Dresden leitet, erklärt dazu: „Die Steigerung der thermischen Leitfähigkeit verbessert die Wärmeabgabe und sorgt so für einen höheren Wirkungsgrad.“ Zum Vergleich rechnet sein Team vor: Die thermische Leitfähigkeit von klassischem Isolierlack beträgt etwa 0,1 W/(m·K) bis 0,2 W/(m·K) ‒ also Watt pro Meter und Kelvin. Bei der Isolation mit Aluminiumoxid liegt der Wert zwischen 3 und 4. Er ist also um mehr als das Zehnfache besser.

Besonders vorteilhaft für Antriebe beim elektrischen Fliegen

Auch die Hitzebeständigkeit der Wicklungen wird mit der keramikähnlichen Isolation nach Angaben der Forschenden verbessert. Sie hält Temperaturen über 300 °C stand. Das ist besonders für zukünftige Antriebe in der Luftfahrt wichtig. Die Experten sprechen von der E-Aviation.

Erzeugt wird die isolierende Aluminiumoxidschicht auf dem Leiterdraht in einem elektrochemischen Prozess ‒ der Anodisierung. Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) entwickelt das Team der HTW Dresden dazu den Beschichtungsprozess. Im Vorfeld führten die Forschenden thermische und elektrische Simulationsrechnungen durch. Anhand der am IKTS gefertigten Versuchsmuster testet das Team nun, ob das neue Isoliersystem den auftretenden Belastungen standhält.

Effiziente Elektromotoren: Prozess zur Isolation der Wicklung wird optimiert

Um Beschichtungsprozesse zu verbessern, sind verschiedene Tests nötig. In sogenannten Motoretten – Teilkomponenten einer elektrischen Maschine – wird die Wicklungsisolation dabei beispielsweise einer künstlichen Alterung ausgesetzt. Im Fokus stehen dabei vier Faktoren: die thermische Stabilität, die elektrische Durchschlagsfestigkeit, die Reaktion auf Umgebungseinflüsse wie Feuchtigkeit sowie die mechanische Belastung.

Basierend auf den Testergebnissen wird der Beschichtungsprozess am IKTS optimiert. Prüfung und Anpassung erfolgen in mehreren Zyklen. Damit wollen die Forschenden möglichst die gleiche elektrische Durchschlagsfestigkeit erreichen wie bei einer Lackisolation.

Für Aluminiumdrähte ist die Prozessentwicklung etwas einfacher als bei Kupferdrähten. Weil bei dem rötlichen Metall eine direkte Anodisierung nicht funktioniert, wird auf dem Kupferdraht zunächst eine Aluminiumschicht abgeschieden. Die wird dann in einem weiteren Schritt oxidiert. Ebenfalls getestet wird im Rahmen des Projekts eine Anwendung der Beschichtungstechnologie auf Läuferstäbe oder Blechpakete von Asynchronmaschinen mit Kurzschlussläufer.

Ressourcen sparen durch kleinere Maschinen und Recyclingfähigkeit

Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) geförderte Projekt läuft noch bis Dezember 2026. Nach Abschluss der Prozessentwicklung wollen die Verbundpartner einen Demonstrator bauen. Damit wollen sie testen, welche Ressourceneffizienz mit der neuen Isolierung möglich ist. Sören Miersch, PostDoc an der HTW Dresden, erklärt dazu: „Durch die Erhöhung von Wirkungsgrad und Leistungsdichte lässt sich Material einsparen, weil die Maschine kleiner gebaut werden kann.“ Er ergänzt: „Zudem haben wir mit dem Aluminiumoxid ein Isoliersystem ohne organische Bestandteile, das besser zu recyceln ist.“

Ein Beitrag von:

  • Martin Ciupek

    Martin Ciupek ist Ingenieur und Technikjournalist mit den Schwerpunkten Maschinenbau, Robotik und Automatisierungstechnik.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.