Gebäudeautomation 23.04.2010, 19:46 Uhr

Letztendlich entscheidet der Kunde

Auf dem Markt der Gebäudeautomation konkurrieren die beiden Technologien LON und BACnet. Da aber kaum ein Unternehmen der Branche nur mit einer Technologie arbeitet, gibt es trotz aller Konkurrenz auch viele Vernetzungen.

Unternehmen, die mit LON arbeiten sind in der LonMark organisiert, Unternehmen, die mit BACnet arbeiten in der BIG-EU. Kaum ein Unternehmen ist allerdings noch allein auf eine Technologie fixiert. Deshalb engagieren sich viele Unternehmen in beiden Organisationen. Und auf Messen wie der Light+Building, die gerade in Frankfurt/M stattfand, präsentierten sie sowohl LON- als auch BACnet-Produkte.

Wolfgang Dornhöfer, Geschäftsführer der Schneider Electric Buildings Germany GmbH (ehemals TAC und Messner) hat dafür eine einfache Erklärung: „LON und BACnet sind die beiden wichtigsten Technologien für die Gebäudeautomation. Für uns ist es selbstverständlich, unseren Kunden beide Technologien als jeweils ganzheitliche Lösung von der Feld- bis zur Managementebene anzubieten. Dadurch können diese die jeweils beste Lösung für ihre Anforderungen und Bedürfnisse wählen – ohne Kompromisse eingehen zu müssen. Daten ist es egal, über welche Technologie sie übertragen werden. Uns auch.“

Ähnlich sieht es Hans-Jörg Schweinzer, Geschäftsführer der Fa. Loytec und als Vorstandsmitglied der LonMark Deutschland auch offizieller LON-Vertreter: „Loytec hat schon immer ausschließlich auf offene und standardisierte Kommunikationsprotokolle gesetzt. Dazu gehören neben LON und BACnet weitere Standards wie DALI, M-Bus, Modbus oder OPC.

Für den Kunden stehen Funktionen und Anwendungen im Vordergrund. Jedes Protokoll für sich betrachtet hat Stärken, die es bei unterschiedlichen Anwendungen ausspielt. So eignet sich LON gut zur Massenintegration mit der Möglichkeit zum Offline-Engineering. BACnet dagegen kann mit ausgeprägten Managementfunktionen aufwarten.“

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Hans Symanczik, Kieback & Peter, rührt als Marketingvorstand der BIG-EU die Werbetrommel für BACnet. Für Kieback & Peter spielt aber auch LON eine großen Rolle: „Uns ist wichtig, was für den Kunden herauskommt. Für Energieeffizienz ist möglichst umfassende Systemintegration wichtig. Systemintegration schafft Mehrwert. Da müssen auch LON- und BACnet-Systeme vernetzt werden. Wir selbst setzen auf der Management- und Automationsebene einen Schwerpunkt bei BACnet und in der Raumautomation bei LON, viele unserer Produkte sprechen aber sowohl BACnet als auch LON.“

Jörg Teichmann, Geschäftsführer bei Thermokon Sensortechnik GmbH, Spezialist für Sensorik und Bediengeräte, engagiert sich zusätzlich in der EnOcean Alliance, deren Ziel es ist, die EnOcean-Funklösung zu verbreiten. „Für uns ist es wichtig die Bedürfnisse des Marktes abzudecken. LON und BACnet haben sich auf dem Markt etabliert, beide haben ihre Daseinsberechtigung. Da ist es für uns selbstverständlich, unsere Produkte für beide Systeme nutzbar zu machen. Aus den gleichen Gründen bieten wir ja auch die batterielose Funktechnik von EnOcean an. Letztendlich muss der Kunde entscheiden, welches System er einsetzt.“

Eines der wichtigsten Argumente für Gebäudeautomation ist Energieeffizienz. Mit im Vergleich zur Wärmedämmung relativ geringen Investitionen verbessert Gebäudeautomation die Energieeffizienz von Gebäuden nachhaltig. Besonders im Fokus stehen Einsparungen beim Stromverbrauch – nicht zuletzt auch wegen der steigenden Strompreise. Eng mit dem Thema Energieeffizienz verbunden ist das Thema Systemintegration: Erst umfangreiche Systemintegration macht es möglich, alle Synergien zu nutzen, um Gebäude möglichst energieeffizient und umweltschonend zu betreiben.

Die Vernetzung ist dabei nicht auf ein Gebäude beschränkt. LON zum Beispiel entwickelt sich zu einer Plattform, die – etwa über intelligente Zähler – einerseits Geräte im Haushalt in Netzwerke integrieren kann und gleichzeitig für das Management umfangreicher Immobilienbestände verwendet wird. Die vernetzen Daten bieten die Basis für neue interaktive Dienste wie Serviceportale oder Energie-Benchmarking.

Ein Beitrag von:

  • Hermann Josef Pilgram

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