Kritik an intelligenter Fabrik 30.01.2015, 12:24 Uhr

Industrie 4.0: Erfahrung und Intuition gehen verloren

Die weiter fortschreitende Automation und Digitalisierung in der Industrie geht auf Kosten der Mitarbeiter. Sie werden nur noch vernetzte Rädchen in „unmenschlichen Cyberfabriken“ sein, fürchtet Lars Windelband, Leiter des Instituts für Bildung, Beruf und Technik an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd.

Die Industrie treibt die Entwicklung hin zu intelligenten Fabriken voran.

Die Industrie treibt die Entwicklung hin zu intelligenten Fabriken voran.

Foto: Siemens

Die bevorstehende Vernetzung von Maschinen und zunehmende Automation in der Produktion könnte dazu führen, dass die wertvollen Erfahrungen von Facharbeitern immer weniger zählen und verloren gehen. Diese Befürchtung äußert Lars Windelband, Leiter des Instituts für Bildung, Beruf und Technik an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd, im Interview mit den VDI nachrichten.

„Die Entwicklung zu Industrie 4.0 birgt die Gefahr, dass Erfahrungen, Wissen und Intuition der Facharbeiter durch Computerprogramme und Software ersetzt werden, die auf Statistiken, Algorithmen und Wahrscheinlichkeitsberechnungen beruhen“, sagte Windelband den VDI nachrichten. „Damit wären Mitarbeiter nur noch vernetzte Rädchen in einer ,unmenschlichen Cyberfabrik’.“

Größere Anforderungen an Fachkräfte

Das werde auch die Aufgaben der Mitarbeiter gründlich verändern. „Fachkräfte werden sich größeren Komplexitäts-, Abstraktions- und Problemlösungsanforderungen stellen müssen als heute“, so der Technikdidaktiker. „Auf dieser Zwischenebene könnten Bachelorabsolventen oder Facharbeiter als ,Prozess-Controller’ zum Einsatz kommen, zuständig für Implementierung, Optimierung und Wartung der ,Intelligenten Technologien’.“

 

Ein Beitrag von:

  • Axel Mörer-Funk

    Axel Mörer-Funk ist Gesellschafter der Medienagentur S-Press in Bonn. Nach einem Volontariat beim Bonner Generalanzeiger und dem Besuch der Journalistenschule Hamburg arbeitete er u.a. als freier Journalist für dpa, Bunte und Wirtschaftswoche.

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