Maschinenbau profitiert besonders 08.04.2014, 12:58 Uhr

Bitkom-Studie: 78 Milliarden Euro Wachstum dank Industrie 4.0

Bis zum Jahr 2025 können sechs volkswirtschaftlich wichtige Branchen dank Industrie 4.0 mit einer Produktivitätssteigerung von rund 78 Milliarden Euro rechnen. Zu diesem erfreulichen Ergebnis kommt eine Studie des High-Tech-Verbandes Bitkom, die das Potential der vierten industriellen Revolution untersucht hat. Über das größte Wachstum freuen können sich der Maschinenbau, die Elektrotechnik und die Chemieindustrie. 

Durch die Einbindung der Maschinen und Anlagen ins Internet werden Fabriken zu Smart Factories. Dank Industrie-4.0-Technologien lassen sich immer kürzere Produktzyklen und steigende Produktvarianten wirtschaftlich bewältigen. 

Durch die Einbindung der Maschinen und Anlagen ins Internet werden Fabriken zu Smart Factories. Dank Industrie-4.0-Technologien lassen sich immer kürzere Produktzyklen und steigende Produktvarianten wirtschaftlich bewältigen. 

Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Sie macht sich in Zukunft bezahlt, die vierte industrielle Revolution, kurz Industrie 4.0. Fabriken werden durch die Einbindung aller Maschinen ins Internet zu Smart Factories. So lassen sich beispielsweise immer kürzere Produktzyklen und steigende Produktvarianten mit kleinen Produktmengen bis hin zum Unikat wirtschaftlich bewältigen. „Das von mir jahrelang als eine eher theoretische Sache gesehene Internet der Dinge bekommt immer mehr ein Gesicht“, erklärte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel vergangenen Sonntagabend bei der Eröffnung der Hannover Messe.

Industrie 4.0 ist laut Bitkom-Studie wahrer Produktivitätstreiber

Der Branchenverband Bitkom hat jetzt das Potential der vierten industriellen Revolution in Euro und Cent quantifiziert und eine Untersuchung des Stuttgarter Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) vorgestellt. Danach erwarten die Forscher in sechs volkswirtschaftlich wichtigen Branchen bis zum Jahr 2025 Produktivitätssteigerungen in Höhe von insgesamt 78 Milliarden Euro. Durchschnittlich könne jede Branche pro Jahr 1,7 Prozent zusätzliche Bruttowertschöpfung erzielen.

„Industrie 4.0 ist ein echter Produktivitätstreiber“, sagte Bitkom-Präsident Prof. Dieter Kempf während der Präsentation. „Die Wertschöpfungsketten verändern sich durch die Digitalisierung und Vernetzung von Produkten und intelligenter Produkte.“

Maschinenbau kann mit jährlichem Wachstum von 2,2 Prozent rechnen

Besonders stark vom Zusammenwachsen von Produktion und Internet profitieren können laut Studie die Branchen Maschinen- und Anlagenbau, die Elektrotechnik und die Chemieindustrie. Hier sei zusätzliches Wachstum in Höhe von 2,2 Prozent pro Jahr möglich.

Lesen Sie auch:

Der Maschinenbau etwa profitiere doppelt: Er könne selbst immer effektiver produzieren und eigene Produkte gleichzeitig mit Industrie-4.0-Technologien ausstatten. „Industrie-4.0-Anwendungen erstrecken sich von der Produktentwicklung über die Produktion und Logistik bis hin zu unterstützenden Bereichen wie Qualitätssicherung, Kundenservice oder Personalplanung“, erklärte Kempf. In der Chemieindustrie gehe es vor allem um bessere Überwachung und höhere Flexibilität global verteilter Produktionsprozesse.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Niedersächsische Landesamt für Bau und Liegenschaften-Firmenlogo
Ingenieure (m/w/d) Architektur / Bauingenieurwesen Niedersächsische Landesamt für Bau und Liegenschaften
Hannover Zum Job 
ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH-Firmenlogo
Softwareentwickler (gn) ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH
Fürstenfeldbruck bei München Zum Job 
ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH-Firmenlogo
Systemingenieur Avionik / Systems Engineer Avionics (gn) ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH
Fürstenfeldbruck bei München Zum Job 
Landeshauptstadt Stuttgart-Firmenlogo
Projektleiter*in Architektur für öffentliche Bauten (m/w/d) Landeshauptstadt Stuttgart
Stuttgart Zum Job 
ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH-Firmenlogo
IT-Spezialist für IT-Systemintegration/Netzwerk-Administration in Detektions- und Abwehrsystemen (gn) ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH
Fürstenfeldbruck bei München Zum Job 
MED-EL Medical Electronics-Firmenlogo
R&D Engineer for Embedded Systems (m/f/d) Research & Development MED-EL Medical Electronics
Innsbruck (Österreich) Zum Job 
Landeshauptstadt Stuttgart-Firmenlogo
Projektleiter*in Elektrotechnik und Versorgungstechnik (m/w/d) Landeshauptstadt Stuttgart
Stuttgart Zum Job 
IMS Messsysteme GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/i) Vertrieb IMS Messsysteme GmbH
Heiligenhaus Zum Job 
pbr AG-Firmenlogo
Ingenieur:in Schwerpunkt Bauphysik pbr AG
Braunschweig Zum Job 
Energieversorgung Halle Netz GmbH-Firmenlogo
Techniker Planung (m/w/d) Energieversorgung Halle Netz GmbH
Halle (Saale) Zum Job 
MainTech Systems GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur Maschinenbau (m/w/d) MainTech Systems GmbH
Obernburg am Main Zum Job 
MainTech Systems GmbH-Firmenlogo
Verfahrensingenieur (m/w/d) MainTech Systems GmbH
Obernburg am Main Zum Job 
MainTech Systems GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur Anlagenbau (m/w/d) MainTech Systems GmbH
Obernburg am Main Zum Job 
Murrelektronik-Firmenlogo
Softwareentwickler (m/w/d) Murrelektronik
Oppenweiler Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur / Projektingenieur (w/m/d) für die Projektleitung im Brückenbau Die Autobahn GmbH des Bundes
Nürnberg Zum Job 
Airbus-Firmenlogo
Flight Dynamics Engineer (m/f/d) Airbus
Manching Zum Job 
Airbus Defence and Space-Firmenlogo
System Safety Engineer (d/m/f) Airbus Defence and Space
Manching Zum Job 
Technologie- und Förderzentrum TFZ-Firmenlogo
Projektingenieurin oder Projektingenieur für Holzbrennstoffe und Festbrennstoff-Feuerungen (m/w/d) Technologie- und Förderzentrum TFZ
Straubing Zum Job 
Qioptiq Photonics GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur Optische Messtechnik (w/m/d) Qioptiq Photonics GmbH & Co. KG
Göttingen Zum Job 
Qioptiq Photonics GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur Fasertechnologie (w/m/d) Qioptiq Photonics GmbH & Co. KG
Göttingen Zum Job 
Mit 3500 Quadratmetern ist Siemens der größte Aussteller der Hannover Messe. So zeigt Siemens eine reale Pkw-Montagestraße, die bereits im Zeichen der Industrie 4.0 steht und voll vernetzt ist. Die Anlage kann auch komplexe Arbeitsabläufe automatisiert erledigen.

Mit 3500 Quadratmetern ist Siemens der größte Aussteller der Hannover Messe. So zeigt Siemens eine reale Pkw-Montagestraße, die bereits im Zeichen der Industrie 4.0 steht und voll vernetzt ist. Die Anlage kann auch komplexe Arbeitsabläufe automatisiert erledigen.

Quelle: Hannover Messe

Drei weitere untersuchte Branchen können sich immer noch über Wachstum freuen, fallen allerdings leicht hinter die 1,7-Prozent-Marke zurück. Im Automobilbau etwa erwarten die Studienautoren ein zusätzliches Potential von 1,5 Prozent. Die Branche könne als Anwender profitieren, gleichzeitig aber auch Industrie-4.0-Technologie in Fahrzeuge einbauen, um beispielsweise das Management von Ersatzteilen und Wartung zu vereinfachen.

Die ITK-Branche kann sich laut Studie auf ein Wachstum in Höhe von 1,2 Prozent einstellen. Chancen liegen hier vor allem in neuen Produkten und Dienstleistungen für eine echtzeitnahe Planung und Steuerung der Produktion. Ebenfalls bei 1,2 Prozent liegt die Landwirtschaft, der die Vernetzung von Landmaschinen und der Einsatz mobiler Geräte bei der Arbeit zugutekommen soll.

Tempo der Revolution hängt von Flexibilität traditioneller Industriebranchen ab

Und wie schnell vollzieht sich die vierte industrielle Revolution? Das hängt davon ab, ob und wie sich neue Geschäftsmodelle in traditionellen Industriebranchen einführen lassen. „Vertragen Sie sich, seien sie neugierig auf das, was kommt, und hängen Sie nicht zu sehr an Ihren alten, einzelnen Branchen“, mahnte Merkel während ihrer Rede in Hannover.

Denn dann könnte eintreffen, was Prof. Wilhelm Bauer vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) in Stuttgart vermutet: „Industrie 4.0 hat das Zeug dazu, unsere industrielle Wertschöpfung so zu revolutionieren wie das Internet die Wissensarbeit.“ Voraussetzungen seien allerdings Standards auf Technologie- und Anwenderseite sowie Regeln für schnelle und schnittstellenfreie Kommunikation, Datenschutz und Datensicherheit.

 

Ein Beitrag von:

  • Patrick Schroeder

    Patrick Schroeder arbeitet als freiberuflicher Journalist für Zeitschriften und Onlinemagazine wie die VDI Nachrichten und Ingenieur.de.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.