Projekt Ocean Spiral 22.11.2014, 12:11 Uhr

Japanische Baufirma plant Unterwasserstadt

Was tun, um Japans überbevölkerte Städte zu entlasten? Neue Städte unter Wasser bauen. Das ist die Idee des Baukonzerns Shimizu, der für die erste 5000-Einwohner-Stadt unter Wasser Baukosten von 26 Milliarden US-Dollar errechnet.

Das Projekt Ocean Spiral: Die Bewohner leben in der Kugel unter der Wasseroberfläche. Der spiralförmige Pfad schützt vor Strömungen und verbindet die Stadt mit dem Ausgrabungszentrum am Meeresboden, das Energie bereitstellt.

Das Projekt Ocean Spiral: Die Bewohner leben in der Kugel unter der Wasseroberfläche. Der spiralförmige Pfad schützt vor Strömungen und verbindet die Stadt mit dem Ausgrabungszentrum am Meeresboden, das Energie bereitstellt.

Foto: Shimizu Corporation

Shimizu Corporation wartet mit einem Plan auf, der den Menschen neuen Lebensraum erschließen soll. Wie der japanische Baukonzern jetzt in Tokio bekannt gab, sollen Techniken entwickelt werden, die es ermöglichen, unterseeische Lebensräume zu errichten. Laut Manager Masataka Noguchi handelt es sich bei dem Projekt Ocean Spiral in der ersten Entwicklungsstufe um eine Unterwassersiedlung mit Wohnhäusern für 5000 Menschen.

Spiralförmiger Weg schützt vor Strömungen

Ein kugelförmiges Gebilde mit einem Durchmesser von rund 500 Metern schwebt unter der Wasseroberfläche. Darin sollen Hotels und Wohnungen untergebracht sein. Unterhalb des Gebildes befindet sich ein spiralförmiger Weg, der in die Meerestiefe führt.

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Im Inneren der Unterwasserstadt gibt es Hotels und Wohnungen für 5000 Bewohner. Genügend Know-how könnte in 15 Jahren vorhanden sein, um das 26 Milliarden US-Dollar teure Projekt anzugehen.

Im Inneren der Unterwasserstadt gibt es Hotels und Wohnungen für 5000 Bewohner. Genügend Know-how könnte in 15 Jahren vorhanden sein, um das 26 Milliarden US-Dollar teure Projekt anzugehen.

Quelle: Shimizu Corporation

Der Spiralweg ist in vier Kilometern Tiefe mit einem Ausgrabungszentrum am Meeresboden verbunden, das Energie für die Siedlung bereitstellen soll. Zudem soll der 15 Kilometer lange Spiralpfad vor starken Strömungen schützen.

Fischfarmen und entsalztes Wasser inklusive

Forscher der Universität Tokio, des japanischen Datenforschungszentrums für Marine- und Geowissenschaften und der staatlichen Agentur für die Fischereiaufsicht haben gemeinsam an dem Design der Unterwassergebäude mitgearbeitet. Shimizu Corporation erklärt zu dem Projekt weiter, dass man die Temperaturdifferenzen im Meerwasser zur Energieerzeugung nutzen will. Mit hydraulischem Druck soll zudem entsalztes Wasser für die Bewohner erzeugt werden. Um die Wohnstruktur herum sind auch Fischfarmen geplant.

Unterwasserstadt soll 26 Milliarden US-Dollar kosten

Die Inselnation Japan, eines der bevölkerungsreichsten Länder der Erde, sucht schon seit langem nach alternativen Lebensräumen, auf die man angesichts des Flächenmangels ausweichen kann. Für die Forscher und Architekten bietet das Meer den meisten Platz, bedeckt es doch über 70 Prozent der Erdoberfläche. „Der Ozean bietet unendliche Möglichkeiten“, schreibt Shimizu.

Der spiralförmige Pfad ist 15 Kilometer lang und schlängelt sich auf den Meeresboden. Dort soll ein Ausgrabungszentrum Energie für die Unterwasserstadt bereitstellen.

Der spiralförmige Pfad ist 15 Kilometer lang und schlängelt sich auf den Meeresboden. Dort soll ein Ausgrabungszentrum Energie für die Unterwasserstadt bereitstellen.

Quelle: Shimizu Corporation

Bisher gibt es noch keinen konkreten Zeitplan für den Bau der Ocean Spiral, allerdings sollen die laufenden Forschungsarbeiten dem Unternehmen zunehmend neue Technologien für die Verwirklichung liefern. In 15 Jahren könnte es dann soweit sein. Wie Shimizu bestätigt, wird das Projekt in der geschilderten Form schätzungsweise 26 Milliarden US-Dollar kosten. Die Bauzeit soll rund fünf Jahre betragen, sobald das ausreichende Know-how vorhanden ist.

Eine ähnlich ausgefallene Idee hat übrigens der Architekt Sung Jin Cho: Er hat die Idee für ein schwimmendes Hochhaus, das Plastikmüll einsammelt.

 

Ein Beitrag von:

  • Peter Odrich

    Peter Odrich studierte Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Verkehrsbetriebe. Nach 28 Jahren als Wirtschaftsredakteur einer deutschen überregionalen Tageszeitung mit langer Tätigkeit in Ostasien kehrte er ins heimatliche Grossbritannien zurück. Seitdem berichtet er freiberuflich für Zeitungen und Technische Informationsdienste in verschiedenen Ländern. Dabei stehen Verkehrsthemen, Metalle und ostasiatische Themen im Vordergrund.

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