Ganzkörperscan mit 3D-Druck 06.05.2015, 06:55 Uhr

Der Shapie kommt – Selbstporträt als Ministatue

Die Kombination von Ganzkörperscan und 3D-Druck birgt neue Möglichkeiten, auch für die Selbstdarstellung. Aus einem hochauflösenden Körperscan, der nur wenige Sekunden dauert, erhält man anschließend eine Ministatue von sich aus dem 3D-Drucker. Mehrere Firmen bieten solche 3D-Scans inzwischen an.

Shapie statt Selfie: Wem es nicht reicht, auf einem Foto verewigt zu werden, der kann auch eine 3D-Miniatur-Figur als Kopie seiner selbst produzieren lassen.

Shapie statt Selfie: Wem es nicht reicht, auf einem Foto verewigt zu werden, der kann auch eine 3D-Miniatur-Figur als Kopie seiner selbst produzieren lassen.

Foto: trim3nsion

Glaubt man den Herstellern von Ganzkörperscannern, sollten wir uns den Begriff „Shapie“ schon mal merken. Nach dem „Selfie“, dem fotografierten Selbstporträt in allen Lebenslagen, geht es nun in die dritte Dimension. Für das Shapie werden die Körperformen mit einem hochauflösenden Ganzkörperscanner erfasst und in wenigen Sekunden sieht man sich selbst als dreidimensionales Modell auf dem Monitor.

Gescannt und ausgedruckt: Jetzt fehlt nur noch die Farbe.

Gescannt und ausgedruckt: Jetzt fehlt nur noch die Farbe.

Quelle: Artec 3D

Wer will, kann eine Miniaturausgabe von sich in fotorealistischen Farben aus dem 3D-Drucker bekommen.

Scan in der Shapify Booth dauert zwölf Sekunden

Damit der neue Service möglichst nah zum Endverbraucher kommt, haben einige Firmen transportable Ganzkörperscanner entwickelt, die mit relativ wenig Platz auskommen und rasch auf- und abgebaut werden können. Wie zum Beispiel das in Luxemburg ansässige Unternehmen Artec. Die Entwickler und Hersteller von professioneller 3D-Hard- und Software haben die Shapify Booth im Angebot.

Die etwa drei Meter große Kabine besteht aus einem Podest und vier hochauflösenden 3D-Scannern mit großem Sichtfeld, die um das Scan-Objekt rotieren. Die Scanner arbeiten so genau, dass selbst kleinste Details wie Kleiderfalten erfasst werden. Bei dem vollautomatischen Scan, der nur zwölf Sekunden dauert, werden 700 gescannte Oberflächen erzeugt, die durch die Artec-Algorithmen automatisch zu einer Datei zusammengesetzt werden. Die lässt sich dann mit einem 3D-Drucker ausdrucken. Da Artec keine Laserstrahlung, sondern ausschließlich normale Blitzlichter verwendet, sind eventuelle Gesundheitsrisiken für den Menschen ausgeschlossen.

Anwendungen von der Hochzeitstorte bis zur Erinnerung an die Schwangerschaft

Artyom Yukhin, Präsident der Artec Group, fühlt sich an die Fotokabinen seiner Kindheit erinnert. „Unsere Kabine wurde schon für die unterschiedlichsten Zwecke genutzt, als Erinnerung an die Schwangerschaft, als Geschenk für die Großeltern, als Verzierung für die Hochzeitstorte und für vieles mehr. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt …“ Für 39.000 Dollar liefert Artec die Kabine mit der Software und 3000 3D-Modellen inklusive.

Macht was her: ein Brautpaar in 3D gedruckt.

Macht was her: ein Brautpaar in 3D gedruckt.

Quelle: trim3nsion

Auch das Unternehmen Trimension aus der Nähe von Landshut hat mit einem Team aus Ingenieuren und 3D-Designern einen mobilen Scanner entwickelt. Der ScanTwister besteht aus vier Elementen und ist nach Angaben des Herstellers in etwa zehn Minuten ohne Werkzeug aufgebaut. Neben dem etwas über zwei Meter hohen Scanner steht die Person auf einem Drehteller. Hier dauert der Scanvorgang 24 Sekunden, danach kann man sich sofort als 3D-Figur am Monitor bewundern, oder sich bei Nichtgefallen noch einmal scannen lassen.

ScanTwister von Trimension kostet 24.500 Euro

Ist alles in Ordnung werden die Daten ohne Nachbearbeitung bei Trimension hochgeladen und dort farbig ausgedruckt, auf Wunsch in zehn oder 35 Zentimeter Druckgröße. Bis zu 45 Personen könnten in der Stunde gescannt werden, so das Unternehmen. Das komplette System bietet Trimension in Deutschland für 24.500 Euro an.

Aus Wiesbaden kommt das Unternehmen Vitronic, das in der relativ jungen Branche des 3D-Scans bereits über 20 Jahre Erfahrung gesammelt hat. Die Vitus Bodyscanner sind heute in der Maßbekleidung, Ergonomie, Orthopädie, Sportmedizin und ebenfalls beim Druck von 3D-Figuren im Einsatz. Die dreidimensionale farbige Aufnahme eines Menschen dauert hier, je nach Auflösung, etwa sechs bis zwölf Sekunden und das Ergebnis kann sofort am Bildschirm begutachtet werden. Die Erstellung der Vorlage für den Druck dauert dann nur noch wenige Minuten.

Auch Vitronic wirbt mit der schnellen und einfachen Inbetriebnahme und einer selbsterklärenden Benutzeroberfläche. Die Kabinenlösung mit einer optimalen Ausleuchtung, so das Unternehmen, sei hervorragend für Events geeignet. Platz da Selfie – das Shapie kommt!

  • Gudrun von Schoenebeck

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