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Start-up entwickelt Radioisotop-Generator für Mond und Militär

16. Februar 2026

Alternative zu Solarzellen: ESA unterstützt Entwicklung eines effizienten Radioisotop-Generators für Orbit und Mond.
Alternative zu Solarzellen: ESA unterstützt Entwicklung eines effizienten Radioisotop-Generators für Orbit und Mond. Foto: NASA/JSC/Alberto Bertolin, Bradley Reynolds
Deep Space Energy entwickelt nukleare Notstromquelle für Mondmissionen und Militärsatelliten – fünfmal weniger Material als klassische RTGs.
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Das lettische Unternehmen Deep Space Energy will redundante Energiequelle für militärische Satelliten und Mondmissionen im Sonnenschatten entwickeln. Die erste Finanzierungsrunde ist nun abgeschlossen. Zu den Geldgebern gehört auch die Esa.

Das lettische Start-up Deep Space Energy hat 930.000 € für die Entwicklung von Radioisotop-Generatoren eingesammelt und damit seine Pre-Seed-Finanzierungsrunde abgeschlossen. Darunter versteht man in der Welt der Start-ups das erste frühe Wagniskapital, das häufig für den Prototypenbau verwendet wird.

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Mehr als die Hälfte des Gelds, 580.000 €, kommen von der europäischen Weltraumagentur Esa, der lettischen Regierung und dem Nator.Accelerator-Programm Diana. Darunter befinden sich laut Deep Space Energy auch erste Aufträge. Das Geld soll genutzt werden, um Frühversionen eines kommerziell tragfähigen Radioisotop-Generator zu entwickeln.

Redundante Energieversorgung für Mondmission und Militärsatelliten

Deep Space Energy zufolge könnte der Generator zum Beispiel für besonders wichtige Militärsatelliten in höheren Orbits eine redundante Energieversorgung bieten. Darunter fallen zum Beispiel SAR-Satelliten (synthetic aperture radar), mit denen sich Truppenbewegungen feststellen und herannahende Raketen detektieren lassen.

Weitere denkbare Einsatzfelder seien Explorationsmissionen im interplanetaren Raum und Mondmissionen, bei denen die Stationen häufig im Sonnenschatten liegen. RTALIG ist eine Alternative zu den weit verbreiteten Solarpanelen. Deep Space Energy betont, dass es sich nicht um ein Waffensystem handelt.

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Weniger Radioisotopen-Material benötigt

Der Generator, den Deep Space Energy entwickeln will, nutzt Radioisotopen, die aus nuklearem Abfall gewonnen werden. Indem diese zerfallen, wird Wärme frei; der Generator wandelt diese in Elektrizität um. „Der Generator lässt sich als dynamischer Stirling-Konverter mit thermo-akustischem Motor beschreiben“, schreibt Mihails Ščepanskis, Firmengründer und CEO, auf Anfrage von VDI nachrichten.

Der thermo-akustische Motor übersetze Wärme in Druckschwingungen in einem Gas. Ein lineares Induktionssystem werde dadurch angeregt und erzeuge einen Wechselstrom. „Klassischerweise werden in vergleichbaren System zwei Kolben verbaut. Unser RTALIG-Generator (Radioisotope Thermo-Acoustic Linear Induction Generator, Anm. d. Red.) nutzt nur einen – weniger Verschleißteile und mehr Verlässlichkeit“, schreibt Ščepanskis.

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Das System kommt laut Deep Space Energy mit einem Fünftel des Radioisotopen-Materials klassischer thermo-elektrischer Generatoren aus, wie sie heute im Weltraum genutzt werden. Konkret würden 2 kg Americium-241 benötigt, um zum Beispiel einen Mondrover mit 50 W zu versorgen. Americium-241 ist weltweit nur in geringen Mengen verfügbar. Deep Space Energy geht deshalb davon aus, dass sich durch sparsameren Einsatz Mondprogramme substanziell beschleunigen und hochskalieren lassen. Erste Validierungen im Labor sind nach Unternehmensangaben bereits erfolgt.

Siebenköpfiges Team

Derzeit hat Deep Space Energy sieben Angestellte. Teil des Teams ist der Chefwissenschaftler Jānis Priede, laut CEO Ščepanskis der „weltweit führende Wissenschaftler der Disziplinen Elektromagnetismus und Magnetohydrodynamik“. Beide haben am Physikinstitut der Universität Lettlands gearbeitet, deren Dynamo-Experiment bewies, dass sich der Magnetismus der Erde aus einem Dynamo im Erdinnern speist.



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