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Kooperation von BMW und Rimac: Neuer i7 mit kürzeren Ladezeiten und mehr Reichweite

16. April 2026

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Mit dem neuem BMW i7 gehen die Münchener und Partner Rimac neue Wege. Und geben zugleich einen Ausblick auf neue Plattformstrategien. Foto: Peter Kellerhoff
Mit der Überarbeitung des vollelektrischen Flaggschiffs stellt die BMW Group eine zentrale technologische Neuerung vor: ein gemeinsam mit Rimac Technology entwickeltes Hochvoltbatteriesystem für mehr Reichweite und kürzere Ladezeiten.
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Mit der Überarbeitung des vollelektrischen Flaggschiffs i7 stellt die BMW Group eine zentrale technologische Neuerung vor: ein gemeinsam mit Rimac Technology entwickeltes Hochvoltbatteriesystem. Im Fokus steht eine neue Zellchemie- und Architekturkombination, die sowohl auf eine höhere Energiedichte als auch auf verbesserte Ladecharakteristik abzielt. Damit wird ein Technologieschritt umgesetzt, der bislang vor allem im Kontext der „Neuen Klasse“ diskutiert wurde.

Zellformat 4695 und Gen6-Technologie

Kern der Innovation ist die Einführung zylindrischer Lithium-Ionen-Zellen im Format 4695 (Durchmesser 46 mm, Höhe 95 mm). Diese gehören zur sechsten Generation der BMW-eigenen eDrive-Technologie. Gegenüber den bisher verwendeten prismatischen Zellen der Gen5 ergibt sich laut Hersteller eine um rund 20 % gesteigerte volumetrische Energiedichte.

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Technisch ist diese Steigerung auf mehrere Faktoren zurückzuführen:

  • verbesserte Packdichte durch zylindrisches Design
  • optimierte thermische Eigenschaften durch gleichmäßigere Wärmeabfuhr
  • reduzierte interne Widerstände durch neue Zellarchitektur

Ein Vorteil zylindrischer Zellen liegt in der Skalierbarkeit und Standardisierung. Während prismatische Zellen stärker fahrzeugspezifisch ausgelegt sind, ermöglichen Rundzellen eine deutlich höhere Modularität in der Produktion.

Kombination aus Gen6-Zellen und Gen5-Modularchitektur

Interessant ist dabei die Systemintegration: BMW kombiniert die neuen Gen6-Zellen mit der etablierten Gen5-Modulbauweise. Diese Hybridarchitektur erlaubt es, bestehende Fertigungs- und Integrationsprozesse weiter zu nutzen, während gleichzeitig die Vorteile der neuen Zellgeneration realisiert werden. Laut Thomas Engelhardt, Senior Vice President Entwicklung Hochvoltspeicher bei BMW, wurde dabei eine „maßgeschneiderte Lösung“ entwickelt, die speziell auf die Anforderungen der Luxuslimousine zugeschnitten ist. Auch Rimac-CEO Mate Rimac betont den systemischen Ansatz: „Gemeinsam haben wir ein Hochvoltbatteriesystem entwickelt, das das volle Potenzial der neuen zylindrischen Zellen ausschöpft.“ Aus ingenieurstechnischer Sicht deutet dies auf eine enge Kopplung von Zellchemie, Thermomanagement und Leistungselektronik hin.

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Auswirkungen auf Reichweite und Ladeleistung

Der aktuelle BMW i7 verfügt über eine nutzbare Batteriekapazität von 101,7 kWh und erreicht Reichweiten von bis zu 624 km nach WLTP (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure). Unter der Annahme einer linearen Skalierung durch die höhere Energiedichte erscheint eine Reichweitensteigerung auf etwa 700 km bis 750 km durchaus plausibel. Das bedeutet eine Steigerung der Reichweite gegenüber dem Vorgängermodell um mehr als 100 km.

Neben der Energiedichte adressiert das neue System insbesondere die Ladeleistung. Höhere Zellstabilität und geringere Innenwiderstände ermöglichen höhere C-Raten, ein Parameter zur Beschreibung der Lade- und Entladegeschwindigkeit von Batterien, wodurch sich Ladezeiten reduzieren lassen. In der Praxis hängt der Effekt jedoch von mehreren Randbedingungen ab:

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  • Ladeinfrastruktur bzw. Verfügbarkeit von Schnellladern
  • Temperaturfenster der Batterie
  • Ladezustandsbereich (SoC, State of Charge)

Eine konkrete Angabe zur maximalen Ladeleistung wurde bislang nicht veröffentlicht, jedoch ist von einer Verbesserung gegenüber dem aktuellen System auszugehen.

Fertigung und Lieferkette gehen Hand in Hand

Die Produktion des Batteriesystems erfolgt auf dem Rimac Campus nahe Zagreb. Hier wurde für rund 130 Mio. € in eine Fertigungsanlage mit etwa 15.000 m² Fläche aufgebaut. Die Kapazität liegt bei etwa 300.000 Modulen jährlich, was rund 50.000 vollständigen Batteriesystemen entspricht.

Die fertigen Packs werden anschließend in das BMW-Werk Dingolfing transportiert, wo die Endmontage der 7er-Reihe erfolgt. Diese Aufteilung der Wertschöpfungskette zeigt eine typische Struktur moderner EV-Plattformen: Zell- und Modulfertigung bei spezialisierten Zulieferern, Integration beim OEM.

Strategische Bedeutung der Partnerschaft

Für Rimac markiert die Zusammenarbeit mit BMW einen weiteren Schritt vom Nischenanbieter für Hochleistungssportwagen hin zu einem Tier-1-Zulieferer. Das Unternehmen, bekannt durch die Beteiligung an Bugatti Rimac, erweitert damit seine industrielle Basis im Volumensegment. Für BMW wiederum stellt die Kooperation eine Möglichkeit dar, Entwicklungszyklen zu verkürzen und externe Innovationskompetenz gezielt einzubinden. Die Partnerschaft kann als Beispiel für eine zunehmende Vernetzung innerhalb der europäischen Automobilindustrie interpretiert werden, insbesondere im Bereich Hochvoltspeicher und Elektrifizierungstechnologien.

Der i7 zeigt den Weg für BMWs kommende Plattformgenerationen

Mit der Integration der 4695-Rundzellen und der Kombination aus Gen6- und Gen5-Technologie adressiert BMW zentrale Herausforderungen aktueller Elektrofahrzeuge: Energiedichte, Ladezeit und Skalierbarkeit. Die technische Umsetzung im BMW i7 dient dabei weniger als isolierte Produktverbesserung, sondern vielmehr als Vorgriff auf kommende Plattformgenerationen. Für Ingenieure sind insbesondere die hybride Systemarchitektur sowie die industrielle Umsetzung in der Lieferkette von Bedeutung.

Die Premiere des weiterentwickelten BMW i7 ist für den 22. April 2026 im Rahmen der Auto China 2026 angekündigt.



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