ForWind Academy Oldenburg

Windstudium für Quereinsteiger

Beim Studium Windenergietechnik und -management, das die Oldenburger ForWind Academy anbietet, treffen Maschinenbauingenieure mit Karriereabsichten auf Gleichgesinnte aus zahlreichen anderen Fachbereichen. Wie etwa auf eine Bankerin.

In jungen Industrien gibt es viele Quereinsteiger. Die Windenergiebranche macht in diesem Punkt keine Ausnahme. Und auch, wenn mittlerweile zahlreiche Hochschulen spezielle Studiengänge für angehende Windenergieexperten anbieten, gibt es doch immer noch viele, die aus anderen Berufssparten hinüberwandern oder sich nach einigen Jahren in der Praxis eine zusätzliche theoretische Grundlage verschaffen wollen.

So wie Sabrina Bunjes. Die studierte Wirtschaftsjuristin ist bei der Bremer Landesbank für Projektfinanzierung der erneuerbaren Energien speziell für Windenergie zuständig. Und weil ihr bislang der technische Hintergrund weitgehend fehlte, nutzte sie das Angebot der ForWind Academy aus Oldenburg.

Studium zur Weiterbildung: Das Windstudium

Das weiterbildende Studium Windenergietechnik und -management, kurz Windstudium genannt, fördert gezielt diejenigen, die sich aus den unterschiedlichsten Sparten kommend mit der Windenergie beschäftigen. Initiiert wurde das berufsbegleitende Programm 2006 von der Windenergie-Agentur Bremerhaven/Bremen (WAB) und ForWind, einem Zentrum für Windenergieforschung den Universitäten Oldenburg, Hannover und Bremen. 24 Plätze stehen jedes Jahr zur Verfügung – die Nachfrage übersteigt das Angebot erheblich.

„Bei der Auswahl der Studierenden legen wir viel Wert auf Interdisziplinarität“, sagt Nicole Kadagies, Koordinatorin bei der ForWind Academy. „Die Teilnehmer sollen miteinander und voneinander lernen.“ Sabrina Bunjes hat von der gemischten Zusammensetzung profitiert: „Für mich waren vor allem technische Aspekte schwierig. Es gab dann aber immer jemanden in der Gruppe, der einem helfen konnte.“

Das Windstudium umfasst alle Themengebiete der Windenergie

Das Windstudium umfasst alle Themengebiete der Windenergie, von der Berechnung des Windpotenzials über Anlagenbau und Lastannahme bis hin zu Vertragsrecht, Finanzierung und Netzintegration. Elf Monate lang müssen sich die Lernenden rund 900 Stunden neben ihrer sonstigen beruflichen Tätigkeit freischaufeln. „Das ist schon hart“, räumt Sabrina Bunjes ein.

Neben zwölf Präsenzphasen, einem viertägigen Auftaktseminar und mehren Exkursionen wird von den Studenten auch ein hohes Maß an Selbststudium erwartet. Besondere Bedeutung hat die Projektarbeit, in der Arbeitsgruppen in Achterteams einen Windpark planen, bauen und verkaufen müssen.

Die Studienleitung fungiert dabei als „Superbehörde“, die Genehmigungen erteilt, Finanzierungskonzepte abnickt und den Windpark als Investor übernimmt. „In der heißen Phase hatten wir jede Woche mindestens eine Stunde Telefonkonferenz, in der Aufgaben besprochen und neu verteilt wurden“, erinnert sich Sabrina Bunjes. „Die Einwahldaten weiß ich heute noch auswendig.“

In der Abschlussprüfung muss das Team in einer Verkaufsverhandlung seinen Park präsentieren. Schlagen die Investoren, also die Prüfer, zu, ist der Teil der Prüfung bestanden. Daneben werden die theoretischen Inhalte über schriftliche und mündliche Prüfungen abgefragt. „Durchgefallen ist bei uns niemand“, sagt Nicole Kadagies, die den Absolventen ein hohes Maß an Motivation und Fleiß bescheinigt. Und schon bei der Bewerbung legen sich einige ins Zeug: So hatte ein Teilnehmer, der auf den Philippinen arbeitete, bereits bei der Abgabe seiner Bewerbung alle Flüge für die Präsenzzeiten reserviert.

„Für mich hat sich die Arbeit gelohnt“, sagt Sabrina Bunjes. Für Projekte, die auf ihrem Schreibtisch landeten, bringe sie jetzt ein ganz anderes Verständnis auf. „Als Banker ist man sonst sehr weit hinten in der Kette bei einem Projekt.“

Windstudium schafft fachliches Verständnis für Projekte in der Windenergie-Branche

Durch das Windstudium könne sie nun besser als vorher die teils jahrelange Arbeit verstehen, die in ein Projekt bereits investiert werde. „Ich habe ein anderes Gefühl für die Kunden bekommen.“ Mitunter habe sie auch den Planern Hinweise geben können, was noch zu beachten ist. „Insbesondere bei den neuen Regelungen zur Netzunterstützung konnte ich weiterhelfen.“

Und wenn mal ein anderes Problem auftaucht, gibt es immer noch die Kommilitonen. „Durch gemischte Zusammensetzung der Studiengruppe kenne ich jetzt die unterschiedlichsten Experten. Manches Problem kann dann auf dem kleinen Dienstweg gelöst werden.“ Denn auch die Alumnibetreuung wird bei der ForWind Academy ernst genommen. Es gibt ein exklusives Forum im Internet, das nicht nur aktuelle Kontaktdaten der Absolventen enthält, sondern auch die Möglichkeit bietet, Informationen und Fragen einzustellen. Einmal im Jahr werden alle Alumni zu einem Fachseminar eingeladen.

Der Erfolg des Windstudiums hat die ForWind Academy ermutigt, einen zweiten berufsbegleitenden Studiengang aufzubauen, der in diesem Winter starten soll und sich ausschließlich mit Offshore-Windenergienutzung beschäftigt. Das Konzept lehnt sich an das Windstudium an, richtet sich allerdings an internationale Fachleute: Die Unterrichtssprache ist Englisch.

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